Bestmögliche und möglichst gleiche Chancen für alle Kinder – egal aus welchem Bezirk!

Der erfolgreiche Kampf der Wählergruppe Pro Hamm für die Errichtung einer dritten Gesamtschule in Hamm, die am Standort der Arnold-Freymuth-Schule in den Betrieb ging, verdeutlicht, dass eine Veränderung der Hammer Schullandschaft im Sinne der Eltern und Schüler*innen möglich ist. Die Anmeldezahlen an den Gesamtschulen unterstreichen, dass trotz einer dritten Gesamtschule das integrative Schulsystem in Hamm immer noch die einzige Schulform bleibt, die Kinder aufgrund fehlender Kapazitäten ablehnen muss. Der Nachfrageboom an den Gesamtschulen hält an und setzt die Politik unter Druck, dem integrativen Schulsystem eine stärkere Priorität, auch in Hamm, zukommen zu lassen. Wir brauchen ein Mehr von einer Schule des gemeinsamen, längeren Lernens statt eines anachronistischen, hierarchisch-gegliederten Schulsystems. Es ist nicht hinnehmbar, dass mehr als 60 Kinder zum Schuljahr 2020/21 keinen Platz an einer Gesamtschule erhalten werden und Eltern gezwungen sind eine andere Schulform für ihre Kinder auszuwählen. Die Schülerschaft ist an den integrativen Schulen in den letzten sechs Jahren stetig gestiegen. Wir haben in keiner Schulform einen größeren Zuwachs als bei den integrativen Schulen. Während zum Schuljahr 2008/09 nur rund 2300 Schüler eine integrative Schule besuchten, sind es im laufenden Schuljahr knapp 3000.  Die Anmeldezahlen, die stets über dem Soll liegen, unterstreichen, dass eine integrative Schule mit einer Oberstufe in Herringen überfällig gewesen ist. Das war ein wichtiger Schritt und darf nicht aber der letzte sein. So muss als nächstes Etappenziel die Errichtung einer weiteren Gesamtschule im Hammer Norden/Heessen festgezurrt werden. Die Errichtung einer Gesamtschule wäre ein wichtiger Baustein der Schul- und Bildungspolitik und ein zentrales Instrument die Bildungsteilhabe sozial benachteiligter Kinder in den Sozialräumen Norden und Heessen zu verbessern. Der Stadtbezirk Heessen verliert in der Bildungsteilhabe an Boden und wird zunehmend von der gesamtstädtischen Entwicklung abgekoppelt und dem muss konsequent entgegengesteuert werden. Wenn wir über den Tellerrand in die Nachbargemeinde Ahlen schauen, so sehen wir, dass die Politik mit der Entscheidung die Sekundarschule in eine Gesamtschule umzuwandeln eine zukunftsweisende Entscheidung getroffen hat, an der wir uns orientieren sollten.

Eine Gesamtschule für Heessen bedeutet, kein Kind mehr ablehnen zu müssen

Die Stadt Hamm verfügt bis heute über kein eigenständiges, vollwertiges Weiterbildungskolleg. Man hat nur eine Zweigstelle des Weiterbildungskollegs Hanse-Kolleg Lippstadt. Hier sehen wir einen bildungspolitischen Standortnachteil. So fordern wir ein eigenständiges, vollwertiges Weiterbildungskolleg, dass innenstadtnah angesiedelt werden sollte. Dasselbe gilt auch für das VHS Weiterbildungsforum, deren Außenstelle an der Lohschule in Rhynern deplatziert ist.

Die Digitalisierung der Schulen steckt bis heute in den Kinderschuhen und muss deutlich stärker vorangetrieben werden. Die Corona-Pandemie hat die Missstände offenbart und gezeigt, dass die Stadtverwaltung und die Große Koalition dem Thema Digitalisierung ein zu geringes politisches Gewicht bemessen haben. Hier müssen wir die Anstrengungen deutlich erhöhen, so dass an Schulen mit ihren Akteuren, den Lehrkräften, der Schülerschaft und der Verwaltung eine moderne digitale Infrastruktur bekommen.

Auf den Punkt gebracht

• Wir brauchen eine vorrausschauende, transparente und nachhaltige Schul- und Bildungspolitik.