Die Förderung der Kultur ist eine sogenannte freiwillige Leistung der Stadt, aber eine Leistung, die, wenn sie effizient und sinnvoll eingesetzt wird, eine Stadt nach vorne bringen kann. Je breiter das kulturelle Angebot einer Stadt, desto attraktiver ist diese für die Bürger*innen und für potenzielle Neubürger.

So ist es eine Selbstverständlichkeit, dass die Stadt und die Politik Kultureinrichtungen und Kunstschaffende weiterhin uneingeschränkt unterstützt. Gerade im Zusammenhang mit der Corona-Krise ist eine Vielzahl von Kultureinrichtungen und Kunstschaffende in die finanzielle Bredouille geraten und kämpfen um ihre Existenz. Dementsprechend unterstützen wir als Wählergruppe Pro Hamm alle städtischen und gesellschaftlichen Maßnahmen, die ein drohendes Sterben in der Kulturszene verhindern.

Kultur lebt von der Vielfalt seiner Akteure und dass sie inmitten der Menschen stattfindet. So befürworten wir als Wählergruppe Pro Hamm, dass Kulturveranstaltungen verstärkt in der Innenstadt stattfinden, um eine größere Zahl an Bürger*innen zu erreichen.

Kultur ist auch eine Erinnerungskultur. Die sogenannten historischen Stelen, die in den letzten Jahren in den Stadtbezirken aufgestellt wurden, begrüßen wir und wünschen uns im Besonderen im Bereich Kunst im öffentlichen Raum neue Initiativen. Ein Vorschlag, den wir als Wählergruppe Pro Hamm bereits in den Kulturausschuss gebracht haben, war, dass die Reste der Mauer an der früheren Paracelsus Kaserne, die noch am Paracelsus Karree/Park erhalten bleibt. An den Mauerresten kann eine historische Stele oder eine Tafel angebracht werden. Stadt- und Heimatgeschichte leistet einen wichtigen Beitrag zum Bewusstwerden über die eigene Identität. Die Stadt Hamm verfügt heute nur noch über eine geringe historische Substanz von Gebäuden, umso wichtiger erachten wir es, dass die verbliebenen Zeugnisse der Vergangenheit für die späteren Generationen erhalten bleiben. Eine Dimension, die in den bisher verlegten historischen Stelen kaum oder gar nicht aufgearbeitet wird, ist die Militärgeschichte der Stadt Hamm. Diese ist eng verbunden, u.a. mit der Paracelsus Kaserne, dem Bundeswehrkrankenhaus und den Cromwell Baracks. Das sind alles Standorte, die in den letzten zehn Jahren einer Bebauung gewichen sind beziehungsweise derzeit konzeptionell entwickelt werden. Die Wählergruppe Pro Hamm erachtet es als wichtig, dass die Mauerreste als historisches Gedächtnis der Hammer Geschichte erhalten bleiben und einer stärkeren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. So wäre es wünschenswert, wenn eine Stele an der Mauer angebracht wird, in der die Geschichte der Paracelsus Kaserne, angefangen mit der Inbetriebnahme der Kaserne 1935 unter der Nazidiktatur über die Nachkriegszeit bis zur Aufgabe der Standorts, aber auch der sonstigen Militärstandorte Cromwell Baracks und das Bundeswehrkrankenhaus  aufgearbeitet und in den Gesamtkontext der Stadtgeschichte des 20. Jahrhunderts eingeordnet werden. Eine Finanzierung der historischen Stele könnte über das Landesförderprogramm „Heimat“ beantragt werden.

Eine weitere zentrale Forderung der Wählergruppe Pro Hamm ist die Öffnung der Zentralbibliothek an den Sonntagen. Der Sonntag bietet sich als „freier“ Tag an, wo im Besonderen Familien, in denen beide Elternteile oder Alleinerziehende arbeitstätig sind, die Zentralbibliothek aufzusuchen. Aber auch Schüler*innen und Studen*innen hätten die Möglichkeit an den Sonntagen die Zentralbibliothek als Lernort zu nutzen. Dementsprechend muss das Personaletat der Zentralbibliothek aufgestockt werden, um eine Öffnung an Sonntagen zu ermöglichen.