Gleiche Rechte für alle

Gleiche Rechte und Möglichkeiten für alle Geschlechter sind noch immer nicht erreicht. Menschen werden aufgrund ihres Geschlechts und anderer Zugehörigkeiten (z.B. Hautfarbe oder Herkunft, Religion, Behinderung oder Alter) benachteiligt. Die Strukturen, die dazu führen, verändern sich nicht von allein, und auch Einzelpersonen können sie nicht einfach überwinden. Das Grundgesetz verbietet Ungleichbehandlung und dennoch ist sie ein Teil unserer Lebenswirklichkeit.

Die Stadt Hamm als Kommune und die Politik sind verpflichtet mit geeigneten und umfassenden Maßnahmen, das Ziel einer Geschlechtergerechtigkeit und Gleichstellung umzusetzen.

Leider müssen wir zu Kenntnis nehmen, dass Frauen, aber auch Personen mit einer Migrationsgeschichte in Hamm, u.a. bei Führungspositionen in der Stadtverwaltung oder den städtischen Tochtergesellschaften deutlich unterpräsentiert sind. Der Gleichstellungsplan, der als Rahmenbedingung für Politik und Verwaltung dient, scheint nicht ausreichend zu sein, um eine strukturelle Geschlechterungerechtigkeit und fehlende Gleichstellung aufzubrechen.

Die Wählergruppe Pro Hamm fordert dementsprechend weitere Bausteine, wie z.B. eine stärkere, interkulturelle Öffnung der Verwaltung, in dem man verbindliche Fortbildungsseminare für die Führungsebene installiert und das Thema Geschlechtergerechtigkeit und Gleichstellung vermehrt auf die politische Agenda setzt. So sollte es auch eine Selbstverständlichkeit sein, dass bei Stellenausschreibungen für z.B. Amtsleitungen bei der Stadt Hamm im Besonderen Frauen und Menschen mit einer Migrationsgeschichte angesprochen und motiviert werden sollten eine Bewerbung einzureichen. Wir halten in dem Zusammenhang die Einführung von anonymisierten Bewerbungen für zielführend, um einer möglichen Diskriminierung entgegen zu wirken.

Des Weiteren muss die Arbeit von Vereinen und Organisationen, die in ihrer Arbeit die Schaffung von Geschlechtergerechtigkeit und Gleichstellung als eine Leitlinie genommen haben, stärker finanziell im Haushalt sich widerspiegeln. So ist es u.a. erforderlich, dass das Frauenhaus einen erhöhten personellen und finanziellen Zuschuss erhält. Dasselbe gilt auch für den Integrationsrat, um Projekte z.B. von sogenannten Migrantenselbstorganisationen stärker zu fördern.

Der Rat der Stadt Hamm als wichtigstes, politisches Gremium der Kommune ist bis heute stark männlich dominiert. Frauen und Menschen mit einer Migrationsgeschichte sind im Vergleich zu ihrem Anteil an der städtischen Bevölkerung deutlich unterrepräsentiert. Die Wählergruppe Pro Hamm ist die einzige politische Vertretung im Stadtrat, die eine geschlechtsparitätische Besetzung der Ratsmandate hat, d.h. einen fünfzigprozentigen Frauen- und Männeranteil.

Der Einsatz für eine Geschlechtergerechtigkeit und Gleichstellung ist eine gesellschaftliche Querschnittsaufgabe, der sich alle Akteure, ob aus der Zivilgesellschaft, der Politik oder der Wirtschaft verpflichtet fühlen müssen.