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Verdrängung der Obdachlosenszene am Kaiser´s

Sehr geehrter Herr Burkert,

die Ratsgruppe Wählergruppe Pro Hamm musste mit Entsetzen zu Kenntnis nehmen, dass die Stadt Hamm mit restriktiven Mitteln die Obdachlosenszene am Kaiser´s unter Einbeziehung eines Sicherheitsdiensts wegzudrängen versucht beziehungsweise versuchte. Dieses Handeln der Stadtverantwortlichen ist beschämend und in keiner Weise zu tolerieren. Hier wird die Würde der betreffenden Menschen in Frage gestellt.

Dass das Agieren der Stadtverwaltung scheinbar losgelöst von der Politik erfolgt, unterminiert die Wertschätzung der politischen Arbeit in den Gremien. So halten wir es für zwingend notwendig, dass eine Stadtverwaltung, bevor sie eine Entscheidung solcher Tragweite trifft, den zuständigen Ausschuss zu mindestens informiert und beratend tätig werden lässt.

Die Ratsgruppe Wählergruppe Pro Hamm beantragt daher, dass der Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration die Stadtverwaltung auffordert, dass dieser, wenn zukünftig weitere Personengruppen an bestimmten Standorten in Hamm „verdrängt“ werden sollen im Vorfeld in Kenntnis gesetzt und beratend hinzugezogen wird.

Mit freundlichen Grüßen

Volker Sartor
Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration
Wählergruppe Pro Hamm

Stadt vertreibt Obdachlose am Kaiser’s

Die Wählergruppe Pro Hamm kritisiert in aller Schärfe die Entscheidung der Stadt Obdachlose am „Kaiser´s“ wegzudrängen. „Aus den Augen, aus dem Sinn – dieser Maxime folgt das Rathaus im Umgang mit Menschen, die unsere Hilfe brauchen und nicht weiter stigmatisiert werden dürfen. Die knapp ein Dutzend Personen, die sich am Kaiser´s aufhalten, haben alle schwere persönliche Lebensschicksale erlitten und leben am Rande oder gar außerhalb unserer Stadtgesellschaft. Statt mit diesen Menschen aber zu reden, sollen sie aufgrund des Fehlverhaltens einer Person einer Kollektivstrafe unterzogen werden. Das ist beschämend und eine Bankrotterklärung jeglicher städtischen Sozialpolitik“, so Volker Sartor, Mitglied im Sozialausschuss für die Wählergruppe Pro Hamm. Volker Sartor weiter: ,,Mit Platzverweisen und Bannmeilen ist niemandem geholfen, am wenigsten den Betroffenen. Was wir brauchen, sind Streetworker, die in direkten Kontakt mit den Menschen treten und Lösungswege suchen und wenn notwendig auch das eigene Verhalten kritisch reflektieren. Hier müssen deutlich mehr kommunale Ressourcen investiert werden, aber genau hier versagt die CDU/SPD-Stadtregierung kläglich, da diese Menschen, die viel in ihrem Leben durchleben mussten, keine Lobby im Rathaus besitzen. Es ist scheinbar deutlich einfacher für die Politik, sich des Problems zu erledigen, indem man aggressiv vorgeht und die Leute auf andere Plätze in Hamm vertreibt. Das Agieren der Stadt am Kaiser´s fügt sich in eine Reihe von sozialpolitischen Maßnahmen ein, die man nur noch als asozial bezeichnen kann. So wurden am Bahnhof Sitzgelegenheiten entfernt, um der dortigen Szene das Leben schwer zu machen oder man verbot Ehrenamtlichen, die sich um Obdachlose an der Pohls Mühle kümmerten, die Essensausgabe. Der nächste Schritt wird gewiss folgen, indem man den Szenetreff am Nordring säubern wird, damit eine Entwicklung des Kanalquartiers erfolgen kann.“ Die Wählergruppe Pro Hamm wird das sozialpolitische Handeln der Stadt kritisch aufgreifen und dies auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Sozialausschusses setzen.

Volker Sartor
Mitglied im Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration (ASGI)
Wählergruppe Pro Hamm

Notfallunterkunft in Innenstadtnähe

,,Ein Weiter so kann es nicht geben“, so Dr. Cevdet Gürle, Sprecher der Ratsgruppe Pro Hamm, zur Unterbringung von Obdachlosen in der städtischen Notfallunterkunft an der Dortmunder Straße in Heringen. Die Wählergruppe Pro Hamm schließt sich der Kritik der Träger der Wohnungslosenhilfe an, die zunehmend beklagen, dass man an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gekommen ist. Dr. Cevdet Gürle: ,,Die sibirische Kälte, die derzeit auch Hamm fest im Griff hat und zu deutlich steigenden Notübernachtungen an der Unterkunft an der Dortmunder Straße führt, unterstreicht, dass das Konzept der Wohnungslosenhilfe in Hamm strukturell auf neue Beine gestellt werden muss. Wir haben auf der einen Seite steigende Fallzahlen, aber unzureichende Gegenmaßnahmen um den dramatischen Mangel an bezahlbaren Wohnraum und den Mangel an Betreuung für die Zielgruppen entgegenzuwirken. Die Eiseskälte bringt zugleich ein Hauptproblem der Wohnungslosenhilfe erneut verstärkt in die Öffentlichkeit. Die Verortung der Notfallunterkunft an einem peripheren Standort, wie in Herringen ist kontraproduktiv. Der Gros der Obdachlosen hält sich täglich in der Innenstadt oder zu mindestens in Innenstadtnähe auf und betrachtet diese als ihren „Wohnort“. Die periphere Verortung der Notfallunterkunft Herringen ist für die Obdachlosen und die Wohnungslosenhilfe von Nachteil. So verzichten nicht wenige dieser Menschen, trotz der Eiseskälte, auf die Möglichkeit in der Notfallunterkunft zu nächtigen. Deswegen fordern wir den Rat der Stadt auf der Verwaltung einen Prüfauftrag zu erteilen, ob und wie eine Notfallunterkunft in Kooperation und in Abstimmung mit den Trägern der Wohnungslosenhilfe in Innenstadtnähe umsetzbar ist. Diejenigen, die ein solches Ansinnen verneinen, mögen vielleicht auf den öffentlichen Nahverkehr verweisen, den Obdachlose nutzen können, aber eine solche Argumentation wäre ein reiner Zynismus und blendet vollkommen die Lebenswelt dieser Menschen aus. Es sollte unsere Pflicht der Humanität und der Fürsorge als Stadtgesellschaft sein, die Notfallversorgung im Sinne der Obdachlosen zu regulieren.“

Dr. Cevdet Gürle
Sprecher Ratsgruppe Pro Hamm
Wählergruppe Pro Hamm

Prüfauftrag: Schaffung einer Notfallunterkunft in Innenstadtnähe

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Träger der Wohnungslosenhilfe in Hamm klagen zunehmend, dass sie an Grenzen ihrer Möglichkeiten gekommen sind. Demnach herrscht bei steigenden Fallzahlen ein dramatischer Mangel sowohl an bezahlbarem Wohnraum als auch an Personal in der Betreuung. So waren 324 Menschen in Hamm am Stichtag 30. Juni 2017 ohne Mietvertrag. Das sind 15 mehr als im Vorjahr. Die Sozialverbände gehen von weiter steigenden Fallzahlen aus, so dass das System der Wohnungslosenhilfe droht zu kollabieren, wenn nicht zeitnah entgegengewirkt wird.

Eine Baustelle, neben dem fehlenden personellen Ressourcen, ist die Notfallunterkunft an der Dortmunder Straße. Diese wird von vielen Obdachlosen, die die Innenstadt als „Wohnort“ haben, nicht aufgesucht. „Die ist viel zu weit raus“, so das Zitat eines Obdachlosen in einem Bericht der Lokalzeitung vom 20.06.2017. Die periphere Verortung der Notfallunterkunft in Hamm-Herringen ist für die Obdachlosen und die Wohnungslosenhilfe von Nachteil.

Die Ratsgruppe Wählergruppe Pro Hamm beantragt daher, dass der Rat der Stadt Hamm der Verwaltung einen Prüfauftrag erteilt, ob und wie eine Notfallunterkunft in Kooperation und Abstimmung mit den Trägern der Wohnungslosenhilfe in Innenstadtnähe umsetzbar ist.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Cevdet Gürle                                                                             Nurcan Varol
Ratsherr                                                                                           Ratsfrau

Wählergruppe Pro Hamm