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Pro Hamm kritisiert aufs Schärfste die Duldung der Unterbringung osteuropäischer Hilfsarbeiter in Schrottimmobilien

,,Es ist in keiner Weise hinnehmbar, dass Menschen aus dem osteuropäischen Raum unter menschenverachtenden Bedingungen und einer massiven Ausbeutung in sogenannten Schrottimmobilien untergebracht werden“, so Volker Sartor, Mitglied im Sozialausschuss für die Wählergruppe Pro Hamm. Die Wählergruppe Pro Hamm kritisiert in dem Zusammenhang, dass Mitglieder des Fachausschusses über die Lokalzeitung über aktuelle Entwicklungen informiert werden. So ist zunehmend scheinbar festzustellen, dass Schlepperbanden neben den bisherigen Konzentrationsschwerpunkten Westen und Norden in weiteren Sozialräumen aktiv werden. Volker Sartor: ,,Hier erwarte ich, dass die Stadtverwaltung bevor sie mit der Presse redet den Ausschuss in Kenntnis setzt. Alles andere konterkariert die politische Arbeit des Ausschusses und relativiert dessen Bedeutung. Die Problematik der Ausbeutung osteuropäischer „Wanderarbeiter“ ist kein neues Problem, sondern bestimmt seit Jahren die öffentliche Diskussion in vielen Kommunen. Die negativen Folgewirkungen für die Stadtgesellschaft sind bekannt: So gibt es regelmäßig Meldungen von Vandalismus, Lärmstörungen durch Rudelbildungen und eine weiteranhaltende Vermüllung. Ein menschenwürdiges Leben ist in solchen Immobilien nicht möglich. In der Diskussion darf nicht untergehen, dass die Betroffenen, die genötigt sind, in diesen Schrottimmobilien zu leben, nicht Täter, sondern Opfer einer perfiden Menschenindustrie sind.“ Die Wählergruppe Pro Hamm setzt das Thema auf die Tagesordnung des Sozialausschusses und beantragt, dass die Stadtverwaltung aufgefordert wird, einen jährlichen Sachstandsbericht zur Entwicklung der Schrottimmobilien im Hammer Stadtgebiet dem Ausschuss vorzulegen.

Volker Sartor
Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration (ASGI)
Wählergruppe Pro Hamm

Verdrängung der Obdachlosenszene am Kaiser´s

Sehr geehrter Herr Burkert,

die Ratsgruppe Wählergruppe Pro Hamm musste mit Entsetzen zu Kenntnis nehmen, dass die Stadt Hamm mit restriktiven Mitteln die Obdachlosenszene am Kaiser´s unter Einbeziehung eines Sicherheitsdiensts wegzudrängen versucht beziehungsweise versuchte. Dieses Handeln der Stadtverantwortlichen ist beschämend und in keiner Weise zu tolerieren. Hier wird die Würde der betreffenden Menschen in Frage gestellt.

Dass das Agieren der Stadtverwaltung scheinbar losgelöst von der Politik erfolgt, unterminiert die Wertschätzung der politischen Arbeit in den Gremien. So halten wir es für zwingend notwendig, dass eine Stadtverwaltung, bevor sie eine Entscheidung solcher Tragweite trifft, den zuständigen Ausschuss zu mindestens informiert und beratend tätig werden lässt.

Die Ratsgruppe Wählergruppe Pro Hamm beantragt daher, dass der Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration die Stadtverwaltung auffordert, dass dieser, wenn zukünftig weitere Personengruppen an bestimmten Standorten in Hamm „verdrängt“ werden sollen im Vorfeld in Kenntnis gesetzt und beratend hinzugezogen wird.

Mit freundlichen Grüßen

Volker Sartor
Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration
Wählergruppe Pro Hamm

Förderung von Integrations- und Bildungsmaßnahmen (Versuch 2)

Sehr geehrter Herr Burkert,

die Ratsgruppe Wählergruppe Pro Hamm hatte in der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Gesundheit und Integration vom 29.06.2018 die Anfrage „Förderung von Integrations- und Bildungsmaßnahmen“ (Nr. 0831/18) auf die Tagesordnung gesetzt.

In dem Zusammenhang haben wir die Stadtverwaltung, um die Beantwortung folgender Fragen gebeten:

  1. Sprechen aus Sicht der Stadtverwaltung verwaltungsrechtliche oder sonstige juristische Gründe gegen eine Änderung des § 4, so dass Antragssteller im Integrationsrat eine 100prozentige Bezuschussung der Maßnahme erhalten können? Wenn es hier Ablehnungsgründe geben sollte, dann bitten wir um eine differenzierte Erläuterung dieser.
  2. Wenn eine prinzipielle Neuregelung der finanziellen Förderung möglich ist, wer ist in dem Fall Beschlussorgan? Ist es der Integrationsrat, der Stadtrat oder ein sonstiges Gremium?

Die Stellungnahme (Nr. 1320/18) der Verwaltung gibt keine Antwort auf die oben gestellten Fragen. Sie paraphrasiert nur die „Richtlinien zur Vergabe von Mitteln zur Förderung von Integrations- und Bildungsmaßnahmen für Migrantinnen und Migranten durch den Integrationsrat“. Da wir glücklicherweise des Lesens mächtig sind, sind uns die genannten Richtlinien bekannt und wir benötigen diesbezüglich keine Belehrung. Des Weiteren wurde nicht gefragt, ob die Verwaltung Anlass sieht, eine Änderung der Richtlinien vorzunehmen.

Wir bitten die Verwaltung erneut, auch in bezugnehmend auf die Begründung in der bereits getätigten Anfrage Nr. 0831/18, um die Beantwortung folgender Fragen:

  1. Sprechen aus Sicht der Stadtverwaltung verwaltungsrechtliche oder sonstige juristische Gründe gegen eine Änderung des § 4, so dass Antragssteller im Integrationsrat eine 100prozentige Bezuschussung der Maßnahme erhalten können? Wenn es hier Ablehnungsgründe geben sollte, dann bitten wir um eine differenzierte Erläuterung dieser.
  2. Wenn eine prinzipielle Neuregelung der finanziellen Förderung möglich ist, wer ist in dem Fall Beschlussorgan? Ist es der Integrationsrat, der Stadtrat oder ein sonstiges Gremium?

Mit freundlichen Grüßen

Volker Sartor
Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration
Wählergruppe Pro Hamm

Verdrängung der Obdachlosenszene am Kaiser’s

Sehr geehrter Herr Burkert,

die Ratsgruppe Wählergruppe Pro Hamm musste mit Entsetzen zu Kenntnis nehmen, dass die Stadt Hamm mit restriktiven Mitteln die Obdachlosenszene am Kaiser´s unter Einbeziehung eines Sicherheitsdiensts wegzudrängen versucht beziehungsweise versuchte.

Dieses Handeln der Stadtverantwortlichen ist beschämend und in keiner Weise zu tolerieren. Hier wird die Würde der betreffenden Menschen in Frage gestellt.

Die Ratsgruppe Wählergruppe Pro Hamm bittet die Stadtverwaltung in den Zusammenhang um die Beantwortung folgender Fragen:

1. Wie begründet die Stadtverwaltung ihr aggressives Vorgehen am Standort Kaiser´s gegen die betreffende Zielgruppe?
2. Sieht Sie in dem Zusammenhang die Verhältnismäßigkeit der Mittel für gewahrt?
3. Hat die Stadt bevor sie einen Sicherheitsdienst eingestellt hat, den Kontakt zur der Personengruppe am Kaiser´s gesucht, um die Problematik im Einvernehmen zu lösen?
4. Wie plant die Stadt Hamm nach Auslaufen des Sicherheitsdienstes mit der Personengruppe am Kaiser´s umzugehen?
5. Gibt es Überlegungen der Stadtverwaltung an anderen Standorten in Hamm als missbillig empfundene Szenen zu verdrängen?
6. Warum sah die Stadtverwaltung es nicht für nötig an die Mitglieder des Sozialausschusses im Vorfeld über ihr Handeln zu informieren?

Mit freundlichen Grüßen,

Volker Sartor
Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration
Wählergruppe Pro Hamm

Erreichbarkeit der Außenstelle des Friedrich-List-Berufskollegs mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Sehr geehrter Herr Bezirksvorsteher Alewelt,

mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres 2017/18 werden die ersten Klassen in der Außenstelle Muntenburgstraße (ehemals Michael-Ende-Schule) des Friedrich-List-Berufskollegs unterrichtet. Der Vollbetrieb wird nach den Sommerferien mit dann knapp 250 Schülern und Lehrern an den Start gehen. Die Wählergruppe Pro Hamm begrüßt ausdrücklich die Nutzung des Standorts als Zweigstelle eines Berufskollegs.

Der Wählergruppe Pro Hamm wurden leider massive Beschwerden von Schülerinnen und Schülern, die an der Außenstelle Muntenburgstraße unterrichtet werden, zugetragen. Die Beschwerden thematisieren die höchst schwierige Erreichbarkeit der Außenstelle des Friedrich-List-Berufskollegs mit öffentlichen Verkehrsmitteln für die Schülerschaft aus Bockum-Hövel und Pelkum. Diese kann die Linie 15 nicht nutzen, um bei Unterrichtsbeginn an der Schule zu sein. Der Linienverlauf der Linie 15 sieht einen ersten Halt in Herringen deutlich nach 08:00 Uhr vor. So müssen die Schülerinnen und Schüler, u.a. über die Innenstadt und den Hammer Westen deutliche Umwege fahren, um die Muntenburgstraße zu erreichen. Der aktuelle Zustand ist nicht zufriedenstellend und der Attraktivität der Außenstelle Muntenburgstraße abträglich.

Die Wählergruppe Pro Hamm beantragt daher, dass die Bezirksvertretung Herringen der Verwaltung und der Geschäftsführung der Stadtwerke Hamm ihren Missmut deutlich macht, in dem sie mit Bejahung des Antrags den obigen Sachverhalt an diese weiterleitet und die Verwaltung und Stadtwerke Hamm darüber hinaus auffordert der Bezirksvertretung Herringen eine Lösungskonzeption für das Problem anzubieten (z.B. durch Anpassung der Zeiten der Linie 15, Bereitstellung von Einsatzwagen etc.).

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Cevdet Gürle                                                                                      Günay Yildirim
Fraktionsvorsitzender                                                                            Bezirksvertreterin

Wählergruppe Pro Hamm

Leistungen der YouCard bislang unzureichend

Die Wählergruppe Pro Hamm thematisiert in einer Anfrage die kommunale Umsetzung des sogenannten Bildungs- und Teilhabepakets für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, dass als Teil einer Reform mehrerer Gesetze im Rahmen der so genannten „Hart-IV-Reform“, u.a. des Sozialgesetzbuches II (SGB II) im Februar 2011 durch die Legislative beschlossen wurde. Dr. Cevdet Gürle, Sprecher der Ratsgruppe Pro Hamm, verweist in dem Zusammenhang auf Daten, dass eine deutliche Mehrheit der berechtigten Kinder und Jugendlichen, die Anspruch auf Leistungen durch das Bildungs- und Teilhabepakets haben, diese nicht nutzen. Dr. Cevdet Gürle: ,,Das sind Zahlen auf Bundesebene. Es wäre für die städtische Sozialpolitik von Vorteil, wenn Datenmaterial für die kommunale Ebene genannt werden können, um mögliche Defizite abarbeiten zu können. So scheint es zu mindestens in einem Punkt dringender Handlungsbedarf zu bestehen: Nämlich in der Bearbeitung der Anträge. Der Wählergruppe Pro Hamm wurden in den letzten Monaten immer wieder Beschwerden zugetragen, dass antragsberechtigte Personen, nach Einreichung ihres Antrags teilweise mehr als drei Monate warten müssen, bis dieser bearbeitet wird. Diese Familien können in dieser Zeit der Antragsbearbeitung nur eingeschränkt die Leistungen der YouCard nutzen. Falls der Sachverhalt zutrifft und nicht eine absolute Ausnahme ist, wäre das höchst unbefriedigend für die Betroffenen. Eine andere Baustelle tut sich bei der Leistung „Bedarfe zur Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft“ auf, wo Antragsberechtigten maximal 10 Euro im Monat zur Verfügung stehen, um z.B. Beiträge von Sportvereinen und/oder der Musikschule zu zahlen. Der Ist-Zustand ist ungenügend, da die Kinder und Jugendlichen sich in der Regel für ein Angebot entscheiden müssen und dieses sollte in der Regel auch die maximale Summe von 10 Euro im Monat nicht überschreiten. Wenn wir die gesellschaftliche Integration von Familien, die auf ergänzende Sozialleistungen angewiesen sind, ernsthaft verbessern wollen, dann müssen wir das Bildungs- und Teilhabegesetz mit einer kommunalen Komponente verstärken und dazu gehört auch notfalls städtisches Geld in die Hand zu nehmen. So könnte die Stadt die „Bedarfe zur Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft“ durch eine freiwillige Leistung um weitere 10 Euro, auf dann 20 Euro monatlich aufstocken. Dass wäre ein zweckgebundenes Instrument, um Kinder, die von Armut betroffen sind, stärker am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen.“
Die Ratsgruppe Wählergruppe Pro Hamm bittet die Stadtverwaltung in dem Zusammenhang um die Beantwortung folgender Fragen:
1. Wie viele Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind in Hamm antragsberechtigt? Hier bitten wir um eine Differenzierung nach Kalenderjahren seit Einführung des Bildungs- und Teilhabepakets, um die Entwicklung in diesem Bereich besser nachvollziehen zu können. Des Weiteren wäre, wenn hierzu Zahlen vorliegen sollten, eine Unterteilung des antragsberechtigten Kreises in unter 14 Jahre (Kinder) und ab 14 Jahren (Jugendliche und junge Erwachsene) hilfreich.
2. Wie hoch ist die Nutzungsfrequenz der Antragsberechtigten, d.h. wie viele der Personen, die Anspruch haben, haben diese seit Einführung des Bildungs- und Teilhabepaketes auch tatsächlich genutzt? Hier bitten wir um eine separate Auflistung nach Kalenderjahren seit Einführung des Bildungs- und Teilhabepakets. Des Weiteren sollen die Leistungen den sechs Komponenten (siehe oben), die das Bildungs- und Teilhabepaket anbietet, zugeordnet werden. So könnte u.a. abgeleitet werden, welche Leistungskomponenten abgerufen werden und welche eher nicht und daraus folgend, ob spezifischer Handlungsbedarf besteht.
3. Der Wählergruppe Pro Hamm wurden in den letzten Monaten immer wieder Beschwerden zugetragen, dass antragsberechtigte Personen, nach Einreichung ihres Antrags teilweise mehr als drei Monate warten müssen bis dieser bearbeitet wird. Diese Familien können nur eingeschränkt in dieser Zeit der Antragsbearbeitung die Leistungen der YouCard nutzen. Kann die Fachverwaltung eine Stellungnahme zur dieser Problematik abgeben, d.h. wie lange dauert die durchschnittliche Bearbeitungszeit eines Antrags? Kam es zu Fällen, wo Anträge erst nach drei oder mehr Monaten bewilligt beziehungsweise abgelehnt wurden? Wenn ja, welche Gründe liegen dieser relativ langen Bearbeitungszeit zugrunde?
4. Führt die Stadt Hamm Maßnahmen, z.B. in Form von Informationstagen durch, um die Bekanntheit und Nutzung des Bildungs- und Teilhabepakets für die Zielgruppe der Antragsberechtigten zu steigern? Wenn ja, welche Maßnahmen wären das?
5. Eine massive Kritik, die uns regelmäßig zugetragen wird, ist, dass für die Komponente „Bedarfe zur Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft“ maximal 10 Euro monatlich zur Verfügung stehen. Diese Summe reiche nicht aus, um Angebote von u.a. Sportvereinen und/oder der Musikschule allein über das Bildungs- und Teilhabepaket zu finanzieren. Die Folge ist, dass Antragsberechtigte diese Angebote, da eine finanzielle Lücke entsteht, die sie nicht aus eigener Kraft schließen können, nicht nutzen. Hat die Stadt Hamm Förderprogramme, um dieser Personengruppe eine Schließung der finanziellen Lücke zu ermöglichen? Wenn ja, welche wären das?
6. Hat die Stadt Hamm die rechtliche Möglichkeit unabhängig von der Bundesebene, der Fördergeber des Bildungs- und Teilhabepakets ist, auf kommunaler Ebene die Komponente „Bedarfe zur Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft“ als freiwillige Leistung um weitere 10 Euro monatlich zu erhöhen?

Dr. Cevdet Gürle
Ratsgruppe Wählergruppe Pro Hamm
Gruppensprecher

Forderung nach einer sozialgerechteren Bodennutzung in Hamm

,,Zahlen lügen nicht“, so kommentiert Dr. Cevdet Gürle, Sprecher der Ratsgruppe Pro Hamm, die jüngste Stellungnahme der Stadtverwaltung auf eine Anfrage der Wählergruppe zur Entwicklung des öffentlich geförderten Wohnraums in Hamm. Die Zahl geförderter Wohnungen hat sich von 17 614 (Jahr 2001) auf knapp 9023 (Jahr 2017) massiv reduziert. Dr. Cevdet Gürle: ,,Der Oberbürgermeister trägt die Verantwortung für diese katastrophale Entwicklung. Die schwarzgelbe Vorgängerregierung hat hier kläglich versagt und die Große Koalition versucht nun halbherzig dem entgegenzusteuern. Alle Maßnahmen, die bisher getroffen wurden, sind nur der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein und kommen mindestens zehn Jahre zu spät. In vielen Wohnquartieren ist es schwieriger geworden bezahlbaren Wohnraum zu finden. Immer mehr Haushalte, vor allem mit kleineren, zunehmend aber auch mit mittleren Einkommen, haben insbesondere in ,,gut situierten“ Zentren Schwierigkeiten, sich mit Wohnraum zu versorgen, da das Angebot an öffentlich geförderten Wohnungen zu gering ist und über das Auslaufen der Wohnungsbedingungen im öffentlich geförderten Wohnraum noch ansteigt. So haben es im Besonderen kinderreiche Haushalte, Alleinerziehende und Menschen mit Behinderung häufig schwer, eine ihren Bedürfnissen angemessene Wohnung zu finden. Das Zeugnis, dass die Stadtverwaltung sich selber im sozialen Wohnungsbau ausstellt, ist vernichtend. Die Bestandsanalyse unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf. Wir benötigen eine kommunale Politik, die einen nachhaltigen und kontinuierlich öffentlich geförderten Wohnungsbau in Hamm, auf die Agenda setzt.“ Die Wählergruppe Pro Hamm plant in dem Zusammenhang eine politische Initiative in den Stadtrat einzubringen, in der die Stadt Hamm sich an dem Münsteraner Modell mit der „Einführung der sozialgerechten Bodennutzung“ orientiert. Dr. Cevdet Gürle: ,,Die Stadt Münster hat ein deutlich angespannteren Wohnungsmarkt als Hamm, aber man hat im dortigen Rathaus frühzeitig die Weichen gestellt, um der Entwicklung des Wohnungsmarkts durch klare Vorgaben eine sozialpolitische Komponente beizufügen. So heißt es in den Leitlinien für den Wohnungsbau: „Unter Berücksichtigung von Gleichbehandlung, Transparenz und Investitionssicherheit wird die Baulandentwicklung und das Wohnbaulandmanagement stärker auf die gemäß Handlungskonzept Wohnen wichtigen und angesichts der aktuellen Wohnungsmarktsituation notwendigen wohnungs- und sozialstrukturellen Ziele ausgerichtet.“. Wir benötigen ein „Hammer Modell“, dass nicht 1:1 identisch mit der von Münster sein muss, aber die Marschrichtung muss dieselbe sein.“

Dr. Cevdet Gürle
Sprecher Ratsgruppe Pro Hamm
Wählergruppe Pro Hamm

Hamm braucht Ehrenamtskarte als Zeichen der Anerkennung

Die Wählergruppe Pro Hamm kritisiert die Haltung der Stadt Hamm eine sogenannte Ehrenamtskarte auf kommunaler Ebene einzuführen. ,,Das Nein der Stadt stößt auf Kopfschütteln“, so Dr. Cevdet Gürle, Sprecher der Ratsgruppe Pro Hamm. Dr. Cevdet Gürle: ,,Die Stärkung und die Würdigung des Ehrenamtes muss eine zivilgesellschaftliche Aufgabe sein. Unzählige Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt engagieren sich ehrenamtlich, z.B. bei sozialen und karitativen Einrichtungen. Die Ehrenamtskarte ist seit Jahren ein fester Bestandteil in zahlreichen umliegenden Städten, wie zum Beispiel in Ahlen, Werl oder Beckum. Insgesamt gibt es sie bereits in mehr als 160 Kreisen Nordrhein-Westfalens. Wir haben kein Verständnis dafür, dass die CDU/SPD-Stadtregierung die Einführung einer Ehrenamtskarte aus politischen und finanziellen Beweggründen ablehnen.“ Die Inhaber einer solchen Karte bekommen durch diese diverse Vergünstigungen, wie zum Beispiel verminderte Eintrittspreise oder eine kostenlose Jahreskarte für die Stadtbücherei. Die Möglichkeiten sind breit gefächert. „Bürgerschaftliches Engagement verdient Anerkennung und Würdigung“, so Dr. Cevdet Gürle. Dr. Gürle weiter: „Eine Ehrenamtskarte ist ein Zeichen des Dankes und der Würdigung für ehrenamtliches Engagement. Die Ehrenamtskarte verbindet diese Würdigung mit einem praktischen Nutzen. Menschen, die sich in besonderem zeitlichen Umfang für das Gemeinwohl engagieren, können mit der Karte die Angebote öffentlicher, gemeinnütziger und privater Einrichtungen vergünstigt nutzen. Wir sollten in Hamm die unbezahlbare Arbeit der Ehrenamtlichen, die unsere Stadt lebens- und liebenswert machen, nicht allein an einem Tag wie dem Ehrenamtsfest zu würdigen wissen, sondern mit der Einführung der Ehrenamtskarte ein klares Zeichen der Anerkennung setzen. Es ist der Stärkung des Ehrenamts nicht dienlich, wenn die GroKo das Ehrenamtsfest gegen die Ehrenamtskarte auszuspielen versucht. Wir wollen kein entweder oder, sondern ein sowohl als auch. Denn das Ehrenamt hat es verdient!“ Die Wählergruppe Pro Hamm wird die Einführung einer Ehrenamtskarte im Kontext der Haushaltsberatungen und der Haushaltsverabschiedung zum Ende des Jahres beantragen.

Dr. Cevdet Gürle
Sprecher Ratsgruppe Pro Hamm
Wählergruppe Pro Hamm

Erwerbstätigkeit trotz Renteneintrittsalter

Neue Kita in Pelkum

Die Stadt beabsichtigt endlich eine neue Kita auf dem Gelände von Haus Bußmann in Pelkum zu errichten. Die Wählergruppe Pro Hamm begrüßt diesen Plan ausdrücklich, da er zum Teil die Ideen mit aufgreift, welche die Wählergruppe selbst ein Jahr zuvor als Antrag an den Rat der Stadt Hamm gestellt hatte. Nurcan Varol, Ratsfrau und Mitglied für Pro Hamm im Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration, ergänzt: „Gerade im Hinblick auf die stark gestiegene Geburtenrate in Hamm ist es eine gute Sache neue Kitas zu errichten und dass dabei nun explizit auch auf flexiblere Betreuungszeiten geachtet wird, ist auf jeden Fall eine sehr positive Entwicklung für den Stadtbezirk Pelkum, aber natürlich auch für die gesamte Stadt Hamm. Gut, dass Herr Hesse nun endlich auch den Sinn von flexibleren Kitas eingesehen hat, der Bedarf ist schließlich nicht erst seit heute gegeben. Leider ist diese Einsicht noch lange keine Selbstverständlichkeit. Wir hätten uns zwar schon gern mindestens eine richtige „24-Stunden-Kita“ im Hammer Stadtgebiet gewünscht, aber was noch nicht ist, kann ja noch werden. Es scheint zumindest etwas Bewegung in die Thematik zu kommen und die Argumentation, dass es kaum Nachfrage bezüglich des Modells gibt, ist insofern nicht nachvollziehbar, da die meisten Bürger vermutlich noch nie etwas davon gehört haben und es somit vielen gar nicht in den Sinn kommt, dass eine 24-Stunden-Kita überhaupt möglich sein könnte. Manchmal ist es aber auch einfach nur Wortklauberei, schließlich gehen die „flexibleren Kitas“ doch genau in Richtung einer möglichen Ganztagesbetreuung. Wie wir diese letzten Endes dann bezeichnen, ist doch in der Sache völlig irrelevant. Vielleicht sollte man die Bürger zukünftig einfach umfassender über potentielle Möglichkeiten informieren und dann entscheiden, ob es einen Bedarf gibt oder eben nicht gibt.“