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Anfrage

Vakanzen und pädagogische Kräfte an den Hammer Schulen

Sehr geehrter Lindemann,

die Lehrergewerkschaft Verband, Bildung und Erziehung (VBE) hat ihren Unmut deutlich gemacht, dass im Schuljahr 2017/18 möglicherweise viele Lehrerstellen unbesetzt bleiben und dass darüber hinaus an den Schulstandorten Sonderpädagogen fehlen. Ein weiteres aktuelles Arbeitsfeld ist die Herausforderung der Inklusion und der Migration, die die Schulen meistern müssen.

Der Gesamtzustand, so der Stadtverband Hamm der Lehrergewerkschaft Verband, Bildung und Erziehung (VBE) ist unbefriedigend.

Die Wählergruppe Pro Hamm bittet in dem Zusammenhang die Stadtverwaltung um die Beantwortung folgender Fragen:

  1. Wie hoch ist die Zahl der Vakanzen an Lehrerstellen an den Hammer Schulen? Hier bitten wir um eine separate Auflistung nach Grundschulen und den Schulformen der weiterführenden Schulen. Des Weiteren sollen alle Vakanzen vom Schuljahr 2005/06 bis zum Schuljahr 2017/18 nach Kalenderjahr differenziert aufgelistet werden.
  2. Wie viele Sonderpädagogen unterrichten zum Schuljahr 2017/18 an Hammer Schulen? Hier bitten wir um eine separate Auflistung nach Grundschulen und den Schulformen der weiterführenden Schulen.
  3. Wie hoch ist die Zahl der Vakanzen an Sonderpädagogen an den Hammer Schulen? Hier bitten wir um eine separate Auflistung nach Grundschulen und den Schulformen der weiterführenden Schulen.
  4. Gibt es zum Schuljahr 2017/18 noch Vakanzen im Bereich der Schulleitungen? Welche Schulleiterstellen an den Grundschulen und den weiterführenden Schulen sind noch nicht besetzt? Erwartet die Stadtverwaltung eine Besetzung der offenen Stellen noch in diesem Kalenderjahr?
  5. Inklusion und die Migration stellen zwei große Herausforderungen für die Schulen dar. Welche personellen und finanziellen Ressourcen erhalten die Schulen, um das Thema Inklusion und Migration, d.h. die Aufnahme von Flüchtlingskindern, aber auch Kindern aus dem osteuropäischen Raum erfolgreich umzusetzen? Hier bitten wir um eine detaillierte Auflistung aller Instrumente und der Schulen, denen diese Maßnahmen zugutekommen.
  6. Wie hoch ist die Zahl der sogenannten Integrationshelfer an den Grundschulen und weiterführenden Schulen zum Schuljahr 2017/18? Hier bitten wir um eine separate Auflistung nach Grundschulen und den Schulformen der weiterführenden Schulen. Des Weiteren soll mitgeteilt werden, wie hoch die Anzahl der Integrationshelfer ist, die über eine pädagogische Qualifikation verfügen und im Gegenzug, wie hoch der Anteil derjenigen ist, die das nicht vorweisen können? Die Stadtverwaltung soll in dem Zusammenhang die pädagogische Qualifikation der Integrationshelfer, die eine haben, benennen. Gibt es Mindeststandards seitens der Stadt, die vorliegen müssen, damit eine Person als Integrationskraft tätig sein darf? Wenn ja, bitten wir um eine Konkretisierung dieser Mindeststandards.

Mit freundlichen Grüßen,

Thomas Unverdorben
Schulausschuss
Wählergruppe Pro Hamm

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Städtische Vergabe der Schulwegtickets gleicht einer Diskriminierung finanzschwacher Familien

Die Wählergruppe Pro Hamm kritisiert scharf die Handhabe der Stadt bei der Ausstellung von Schulwegtickets. ,,Hier wird auf den Rücken von Kindern und ihren Familien gespart“, so Dr. Cevdet Gürle, Sprecher der Ratsgruppe Pro Hamm. Dr. Cevdet Gürle weiter: ,,Die Stadtverwaltung begründet ihr Handeln mit der Schülerfahrtkostenverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen. Jedes Jahr werden rund 500 Anträge negativ beschieden. Die Eltern dieser Kinder haben dann die Alternative, entweder übernehmen sie die Kosten einer Fahrkarte, die sich auf rund 500 Euro im Jahr belaufen oder sie entscheiden sich gegen die Wunschschule und melden ihr Kind an der wohnortnahen Schule an. Wir haben also auf der einen Seite, seit Aufhebung der Grundschulbezirke in der Theorie eine freie Auswahl der Eltern für ihre Kinder in den Schulen des Primar- und Sekundarbereichs, aber in der Praxis wird diese theoretische Annahme konterkariert, da die freie Auswahl nicht unmerklich vom Geldbeutel der Eltern abhängt. So ist es nicht verwunderlich, wenn man eine Bertelsmann-Studie hinzuzieht, dass die freie Grundschulwahl die soziale und ethnische Trennung an den Grundschulen und weiterführenden Schulen verstärkt hat. Als Fallbeispiel: Eine finanzschwache Familie im Hammer Westen wird ihr Kind zwangsläufig an einer Schule im Wohnquartier anmelden. Diese Familien sind in der Regel weniger mobil und bleiben meist in ihrem Wohnbezirk. Der Sozialstatus der Schule spielt für diese Eltern bei der Schulwahl eine untergeordnete Rolle. Vor allem Eltern aus der Mittelschicht nehmen die freie Schulwahl in Anspruch. Eltern aus der sozialen Oberschicht machen davon hingegen seltener Gebrauch, da sie meist bereits in sozial homogenen Einzugsbereichen wohnen. Die Familie also, die im selben Wohnquartier wohnt, aber über genügend finanzielle Ressourcen verfügt, wird ihr Kind an Schulstandorte in „privilegierten“ Wohnquartieren einschulen. Die Folge ist, dass es in einzelnen benachteiligten Sozialräumen zu einer starken Schülerabwanderung kommt. Hier muss die Stadt Hamm, um die negativen Folgeerscheinungen der Verordnung entgegenzusteuern, aktiv werden. Eine Option wäre die Installierung eines Sondertopfes, aus denen Kinder von Elternhäusern, die unter einem festgesetzten Jahresbruttoeinkommen liegen entgeltfrei oder zu mindestens kostengünstig eine Schülerfahrkarte bekommen. Denn nur so haben die Eltern, wenn wir eine Wahlfreiheit für alle wollen, überhaupt die Möglichkeit ihre Kinder auf eine Schule ihrer Wahl zu schicken und sie müssen sich nicht aufgrund der fehlenden Mobilität zwingend für eine Schule im Wohnbezirk entscheiden.“

Dr. Cevdet Gürle
Ratsgruppe Pro Hamm
Wählergruppe Pro Hamm

gesamtschule

Möglichst schnelle Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamtschule

Die Wählergruppe Pro Hamm spricht sich für eine Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamtschule zum Schuljahr 2018/19 aus. Dr. Cevdet Gürle, Fraktionsvorsitzender der Wählergruppe in der Bezirksvertretung erläutert: ,,Der Beschluss des Rates eine dritte Gesamtschule zu errichten, ist ein wichtiger Baustein der Schul- und Bildungspolitik und ein zentrales Instrument die Bildungsteilhabe sozial benachteiligter Kinder in der Stadt im Allgemeinen und im Besonderen im Stadtbezirk Herringen zu verbessern. Die Option, dass die Sekundarschule ausläuft und parallel die Gesamtschule jahrgangsweise aufgebaut wird, halten wir für suboptimal. So sind bei einem solchen Verfahren organisatorische Schwierigkeiten vorprogrammiert, da man über einen Zeitraum von fünf Jahren zwei Schulen unter einem Schulgebäude hätte und man zum Beispiel bei der Raumzuweisung vor enormen Schwierigkeiten stehen würde. Deswegen befürworten wir eine zeitnahe Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamtschule. Die Vorteile liegen auf der Hand. So käme man den Wunsch der Eltern nach, die ihr Kind auf die Sekundarschule angemeldet haben und dass mit der klaren Erwartungshaltung, dass die Politik die Rahmenbedingungen schafft, um an dem Standort mit dem Aufbau einer gymnasialen Oberstufe das Abitur zu ermöglichen. Des Weiteren bringt man Ruhe ins Lehrerkollegium. Das Kollegium, dass immerhin aus rund 50 Lehrkräften besteht, stellt sich zurecht die Frage, wie es beruflich für sie weitergeht. Eine Umwandlung der Schule zur Gesamtschule hieße für das Kollegium, dass alle Lehrkräfte an dem Standort bleiben können. Da die Sekundarschule als integrative Schule analog zur einer Gesamtschule gymnasiale Standards im Lehrplan aufweist, sehen wir die Chancen einer Umwandlung bei der Bezirksregierung positiv. Es ist für den Erfolg des Verfahrens aber unabdinglich, dass die CDU/SPD-Stadtregierung diesen Schritt uneingeschränkt unterstützt und ihre Haltung Arnsberg gegenüber deutlich macht.“ Die Wählergruppe Pro Hamm wird das Thema „Errichtung einer dritten Gesamtschule“ am Standort der Arnold-Freymuth-Schule auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung setzen. Man werde die Verwaltung auffordern einen mündlichen Bericht über den aktuellen Stand zu geben. Dr. Cevdet Gürle: ,,Wenn die Gesamtschule in Herringen eine Erfolgsgeschichte sein soll, dann muss die Bezirksvertretung als lokale Vertretung der Bürgerschaft mitgenommen werden. Es gibt viele Fragestellungen, die genau in diesem Gremium im Beisein der Bürgerschaft diskutiert und beantwortet werden müssen. Das Thema Gesamtschule wird uns in den nächsten Jahren begleiten und es wäre ein Kardinalfehler der Großen Koalition, wenn die Herringer Bürgervertretung nicht über die aktuellen Planungen zeitnah informiert werden würde.“

Dr. Cevdet Gürle
Fraktionsvorsitzender
Bezirksfraktion Herringen
Wählergruppe Pro Hamm

Pressemitteilung

Pro Hamm hält eine mögliche Aussetzung des Schulentwicklungsplans, wie es die Hammer FDP aktuell fordert, für keine gute Idee

Die Wählergruppe Pro Hamm lehnt eine Aussetzung des Schulentwicklungsplans, wie es die Hammer FDP zur Ratssitzung beantragt hat, ab. Dr. Cevdet Gürle, Sprecher der Ratsgruppe Pro Hamm, erläutert: ,,Der Schulentwicklungsplan, der vor sechs Wochen der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, stellt eine Bestandsaufnahme der Schullandschaft in Hamm dar und enthält Empfehlungen, welche als Instrumente eingesetzt werden können, um den Hammer Bildungsstandort zu verbessern. Eine Schlussfolgerung, die der Gutachter zieht, ist eindeutig und manifestiert sich in der Forderung eine dritte Gesamtschule zu installieren. Wenn die FDP nun vorschlägt, mit dem Argument, dass in Düsseldorf ein Regierungswechsel stattgefunden hat den Schulentwicklungsplan in der Sitzungsrunde des Rates nach der Sommerpause und das wäre dann der Oktober zu beraten und zu beschließen, so ist dies ein durchsichtiges Spiel. Die Hammer FDP hat noch nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie gegen eine Stärkung des integrativen Schulsystems ist und verneint bis heute die Notwendigkeit einer dritten Gesamtschule in Hamm. Die Julisitzung des Rates bietet eine historische Chance eine weitere Gesamtschule zu beschließen. Falls man dieses Zeitfenster ungenutzt verstreichen lässt, wird die CDU/FDP-Landesregierung, die kein Freund des längeren, gemeinsamen Lernens ist, die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die zur Gründung einer Gesamtschule benötigt und die noch von der rotgrünen Vorgängerregierung vereinfacht wurden, wieder verschärfen. So ist anzunehmen, dass zum Beispiel die Zügigkeit in der Sekundarstufe I von vier auf sechs erhöht und damit die Hürde der Errichtung einer Gesamtschule massiv erschwert werden würde. Um es auf den Punkt zu bringen: Die FDP zündet mit ihrem Antrag der Aussetzung des Schulentwicklungsplans eine Nebelkerze, um die Errichtung einer dritten Gesamtschule in Hamm zu torpedieren oder gar zu verhindern.“

 

Dr. Cevdet Gürle
Ratsgruppe Pro Hamm
Wählergruppe Pro Hamm

pressemitteilung

Endlich eine dritte Gesamtschule

Die Wählergruppe Pro Hamm reagiert verwundert auf die Äußerungen der CDU Herringen, die die Errichtung einer dritten Gesamtschule im Stadtbezirk begrüßt. Dr. Cevdet Gürle, Fraktionsvorsitzender der Wählergruppe in der Bezirksvertretung kommentiert die Stellungnahme der Herringer CDU wie folgt: ,,Es freut mich, dass die Herringer CDU, die über viele Jahre die Errichtung einer weiteren Gesamtschule strikt abgelehnt hat nun diesen Schritt begrüßt. Ich nehme es zugleich mit einem Schmunzeln auf, dass die Herringer CDU die Errichtung einer Gesamtschule mit Verweis auf den Elternwillen begründet. Nun, der Elternwille ist seit 15 Jahren bekannt und es ist auch bekannt, dass seitdem Jahr für Jahr viele Herringer Kinder keinen Platz an einer der zwei Hammer Gesamtschulen bekamen und sich alternativ für eine andere Schulform entscheiden mussten und dennoch schien die CDU in Herringen und in Hamm kein Problem damit zu haben alle politischen Initiativen der Wählergruppe Pro Hamm zur Installierung einer integrativen Schule mit gymnasialer Oberstufe am Standort Herringen zu torpedieren. Die 180-Grad-Kehrtwende der CDU unterstreicht, dass die „Schwarzen“ sich nicht bewegt haben, sondern vom jahrelangen Druck der politischen Öffentlichkeit bewegt wurden. Die Entscheidung der Stadt die Arnold-Freymuth-Sekundarschule zu einer Gesamtschule auszubauen, zeigt, dass sich Beharrlichkeit in der Politik auszahlt. Die Wählergruppe Pro Hamm, die maßgeblich mit dem Sammeln von rund 5000 Unterschriften als damalige Wählergemeinschaft Pro Herringen die Installierung der Sekundarschule am Standort der Falkschule ermöglichte, hatte sich seit 2010 konsequent für eine dritte integrative Schule mit Oberstufe in Hamm stark gemacht. Die Entscheidung zugunsten der Errichtung einer dritten Gesamtschule im Stadtgebiet war seit Monaten ein offenes Geheimnis. Die CDU/SPD-Stadtregierung konnte sich langfristig dem Elternwillen und dem Bedarf nach einer zusätzlichen integrativen Schule mit gymnasialer Oberstufe nicht verweigern. Diese Entscheidung war längst überfällig und hätte schon vor zehn Jahren gefällt werden müssen. Hätte man damals die Weitsicht gehabt, dann hätte man die über 1000 Kinder nicht von einer Gesamtschule abweisen müssen. Die Errichtung einer dritten Gesamtschule ist ein wichtiger Baustein der Schul- und Bildungspolitik und ein zentrales Instrument die Bildungsteilhabe sozial benachteiligter Kinder in der Stadt, aber insbesondere im Stadtbezirk Herringen, zu verbessern. Der Kampf für eine dritte Gesamtschule war ein zäher und oft auch ein demotivierender Wettstreit. Jetzt wo man am Ziel ist, weiß man, warum man Kommunalpolitik betreibt. Die Installierung einer dritten Gesamtschule ist für mich und meine Mitstreiter eine Bestätigung des politischen Engagements der Wählergruppe Pro Hamm Es ist zugleich eine Bestätigung und Motivation die politische Arbeit fortzuführen. So werden wir kritisch und konstruktiv die Umsetzung einer dritten Gesamtschule am Standort der Arnold-Freymuth-Schule begleiten“.

Dr. Cevdet Gürle
Fraktionsvorsitzender
Bezirksfraktion Herringen
Wählergruppe Pro Hamm

Pressemitteilung

Pressemitteilung der Wählergruppe bezüglich der hohen Zahl an Schulabbrechern

Die Wählergruppe Pro Hamm sieht angesichts einer hohen Schulabbrecherquote einen dringenden Handlungsbedarf. Der Sprecher der Pro Hamm-Ratsgruppe Dr. Cevdet Gürle nimmt wie folgt Stellung: ,,Die aktuellen Zahlen, die mehr als 150 Schulabgänger ohne Schulabschluss auflisten, unterstreichen die negative Entwicklung der letzten zehn Jahre. Die Schulabbrecherquote hat sich seit 2010 verdoppelt und stagniert, trotz eines leichten Rückgangs 2016 auf einem hohen Niveau. Jeder Schulabgänger ohne Schulabschluss ist einer zu viel! Die Große Koalition hat die Verantwortung ein bildungspolitisches Handlungskonzept aufzuwerfen, um der Schulabbrecherquote entgegenzuwirken. Hier müssen insbesondere die Altersklasse der 18- bis 24-Jährigen und jugendlichen Einwanderer aus dem osteuropäischen Raum und Flüchtlinge stärker in den Mittelpunkt gerückt werden. So sollte es uns zu bedenken geben, dass rund 22 Prozent der 18- bis 24-Jährigen, die beim Job-Center im Leistungsbezug stehen keinen Schulabschluss haben. Diese jungen Leute brauchen eine Perspektive und die können sie nur bekommen, wenn die Stadtregierung Maßnahmen durchführt, die die Bildungsteilhabe stärken und existierende Bildungsungleichheiten abbauen. Wenn wir das Entstehen von Parallelgesellschaften verhindern wollen, dann müssen wir zum Beispiel bulgarischstämmige Jugendliche besser in das hiesige Schul- und Bildungssystem integrieren. So müssen insbesondere die Schulen, die einen hohen Anteil an Kindern und Jugendlichen aus dem osteuropäischen Raum unterrichten, personell und finanziell besser gestellt werden. Nur wenn man den Schulen mehr Ressourcen zur Verfügung stellt, können sie als Institution ihren Erziehungs- und Bildungsauftrag gerecht werden. Allen politischen Akteuren sollte bewusst sein, dass Bildung allein der Schlüssel zum sozialen Aufstieg ist und da wo die Bildung scheitert, scheitert auch die soziale Integration.“

Dr. Cevdet Gürle
Ratsgruppe Pro Hamm
Wählergruppe Pro Hamm

antrag

Antrag an den Rat der Stadt Hamm bezüglich einer Resolution zur Rückkehr zu der 9-jährigen Schulzeit an Gymnasien (G9)

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Einführung des verkürzten Gymnasiums (,,G8“) 2005 war ein historischer Fehler. Sie stellt eine starke Belastung für alle Betroffenen dar.

Die Wählergruppe Pro Hamm beantragt daher, dass der Rat der Stadt Hamm folgender Resolution zustimmt:

Der Irrweg des Turbo-Abiturs muss abgebrochen und eine Rückkehr zur 9jährigen Schulzeit auf dem Gymnasium als Regelfall stattfinden. Das Abitur nach dem G8-Prinzip setzt die Schüler einer bis zu 45-Stundenwoche aus und verlangt, dass diese wie eine Maschine Leistung abrufen. Eine Rückkehr zur 9jährigen Schulzeit auf dem Gymnasium würde den Kindern und Jugendlichen den nötigen Freiraum für ihre Lebensgestaltung zurückgeben.

Die Resolution ist adressiert an die Fraktionsvorsitzenden der Parteien des Landtages Nordrhein-Westfalen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Cevdet Gürle                                                                              Nurcan Varol
Ratsherr                                                                                             Ratsfrau

Wählergruppe Pro Hamm

Anfrage

Anfrage an den Rat der Stadt Hamm bezüglich des Landesprogramms „Gute Schule 2020“

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

das Landesprogramm ,,Gute Schule 2020“, welches vom Stadtrat in der Sitzung vom 12.12.2016 einstimmig flankiert wurde, ermöglicht es bei einem Zinssatz von 0% Geld bei der NRW-Bank für den Um- und Ausbau von Schulen zu beantragen.

Die Beschlussvorlage der Verwaltung zur Ratssitzung vom 12.12.2016 erhielt eine Übersicht der angedachten Maßnahmen und deren zeitliche Umsetzungsmöglichkeit.

Da in einem Zeitungsbericht im überregionalen Teil der Lokalzeitung vom 24.03.2017 festgehalten wird, dass über die NRW-Bank bisher 18 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 7,7 Millionen bewilligt wurden und davon 2,1 Millionen Euro für fünf Vorhaben in den Regierungsbezirk Arnsberg fließen, bitten wir die Stadtverwaltung in dem Zusammenhang um die Beantwortung folgender Fragen:

  1. Hat die Stadtverwaltung bereits Förderanträge aus dem Programm „Gute Schule 2020“ beantragt? Wenn ja, für welche Schulen und für wann ist mit einer Bewilligung der Gelder zu rechnen?
  2. Falls Förderanträge noch nicht gestellt sein sollten, wann ist mit einer Antragstellung für welche konkreten Vorhaben für das Jahr 2017 zu rechnen?
  3. Gibt es Förderanträge, die ein negatives Votum der NRW-Bank bekommen haben, so dass eine Umsetzung des Vorhabens über diesen Fördertopf nicht möglich ist? Wenn ja, um welche Förderanträge beziehungsweise Maßnahmen handelt es sich?
  4. Rechnet die Stadtverwaltung mit einer möglichen Ablehnung von Förderanträgen?
  5. Wird der Schulausschuss über die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen an den Schulen informiert?
  6. Ist es vorgesehen, dass der Schulausschuss und/oder der Rat, wenn Änderungen in der Prioritätenliste vorgesehen sind, eine ergänzende Beschlussvorlage bekommen, der sie zustimmen müssen?
  7. Der Schulentwicklungsplan 2.0 wird Mitte Mai vorgestellt. Ist es geplant, die Prioritätenliste möglicherweise anzupassen, so dass Erkenntnisse aus der Fortschreibung des Schulentwicklungsplans eingebaut werden können?
  8. Gibt es bereits konkrete Informationen darüber nach welchem Zeitraum, bezogen auf das Ende der Auszahlungsphase, die Tilgungsphase beginnen würde und wie die Konditionen in einem solchen Fall aussehen?

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Cevdet Gürle                                                                              Nurcan Varol
Ratsherr                                                                                             Ratsfrau

Wählergruppe Pro Hamm

 

Pressemitteilung

Pressemitteilung bezüglich dem Vorschlag der Bildungsministerin die Zahl der Kinder mit Migrationshintergrund in deutschen Schulklassen zu begrenzen

Die Wählergruppe Pro Hamm hält den Vorschlag der Bundesbildungsministerin Wanka (CDU) die Zahl von Kindern mit einem sogenannten Migrationshintergrund pro Klasse zu begrenzen für einen wichtigen Diskussionsanstoß, der deutlich macht, dass an vielen Schulen in Deutschland, aber auch in Hamm die Rahmenbedingungen des Lehrens suboptimal sind. Dr. Cevdet Gürle, Sprecher der Ratsgruppe Pro Hamm kommentiert den Vorschlag wie folgt: ,,Ich möchte zunächst verweisen auf eine Studie der Bertelsmann Stiftung, das am Fallbeispiel der Stadt Müllheim an der Ruhr zum Ergebnis gekommen ist, dass die Aufhebung der Grundschulbezirke und die freie Auswahl der Grundschule für Eltern die soziale und ethnische Trennung an den Grundschulen verstärkt hat. Diese Erkenntnis kann auf die Stadt Hamm übertragen werden. So erleben wir, dass Kinder aus einer sozialen Schicht bereits während der Grundschulzeit unter sich bleiben. Das ist das Ergebnis, wenn Eltern, die über ausreichend finanzielle Ressourcen verfügen und zum Beispiel ein Monatsticket für den öffentlichen Nahverkehr kaufen können ihr Kind nicht an einer Grundschule in Pelkum, sondern in Rhynern anmelden oder Kinder nach der Grundschule in Herringen nicht die nahgelegene Friedrich-Ebert-Realschule, sondern die Konrad-Adenauer-Realschule, ebenfalls in Rhynern, besuchen. Diese Schülerabwanderung verschärft die soziale Schieflage an einzelnen Schulstandorten zusehends. Die politischen Entscheidungsträger in der Großen Koalition sind sich der Problematik bewusst, versagen aber in der Frage, wie das massive Bildungsgefälle in unserer Stadt abgebaut und ein Mehr an Bildungschancen und Bildungsgerechtigkeit erreicht werden kann. Die Studie der Bertelsmann Stiftung hält fest, dass Eltern mit einem niedrigen Bildungsstatus und Eltern mit einem Migrationshintergrund häufiger eine nahegelegene Grundschule wählen. Diese Familien sind in der Regel weniger mobil und bleiben meist in ihrem Wohnbezirk. Der Sozialstatus der Schule spielt für diese Eltern bei der Schulwahl eine untergeordnete Rolle. Vor allem Eltern mit mittlerem Sozialstatus nehmen die freie Schulwahl in Anspruch. Eltern mit hohem Sozialstatus machen davon seltener Gebrauch, da sie meist in sozial homogenen Einzugsbereichen wohnen. Eine Quotierung, wie es die Bundesbildungsministerin vorschlägt, ist sinnvoll, aber in einer Stadt wie Hamm, wo die Hälfte der Kinder im Kindergarten einen Migrationshintergrund hat nicht realisierbar. Wenn wir Bildungsungleichheiten abbauen wollen, dann muss die CDU/SPD-Stadtregierung endlich weg vom Gießkannenprinzip und eine bedarfsgerechte Ressourcenverteilung vornehmen. Bildungsbenachteiligte Kinder in Schulen in sozialen Brennpunkten sind auf ein qualitativ gut ausgestattetes Schulumfeld angewiesen. So müssen den Grundschulen, die in einem sozial schwierigen Umfeld arbeiten deutlich mehr Ressourcen zugewiesen werden. Das bedeutet zum Beispiel, dass solche Schulen feste Sozialarbeiter erhalten, dass diese Schulen eine bessere Raumausstattung bekommen, um einen zieldifferenten Unterricht zu ermöglichen und das die Klassenstärke bei maximal 20 Schülern liegt. Des Weiteren muss das Konzept der Schülerwegtickets umgebaut werden, damit Schüler aus finanzschwachen Familien die Möglichkeit bekommen ein kostenfreies oder zu mindestens ein kostengünstiges Ticket zu erhalten. Denn nur so haben die Eltern, wenn wir eine Wahlfreiheit für alle wollen, überhaupt die Möglichkeit ihre Kinder auf eine Schule ihrer Wahl zu schicken und sie müssen sich nicht aufgrund der fehlenden Mobilität zwingend für eine Schule im Wohnbezirk entscheiden. Des Weiteren muss die Große Koalition der Erstellung eines sogenannten ,,schulbezogenen Sozialindexes“ zustimmen. Wir benötigen quantifizierte schulscharfe Sozialindices, um eine gerechte und systematische Förderung und Unterstützung von Schulen mit sozial höchst ungleichen Ausgangslagen zu ermöglichen. Die unterschiedlichen Unterstützungsbedarfe der Schulen müssen präzise aufgedeckt und Ungleiches ungleich behandelt werden. Es ist aber bezeichnend für die Bildungspolitik der Hammer SPD und CDU, dass sie einen Antrag der Wählergruppe auf Erstellung eines schulbezogenen Sozialindexes im Rat 2016 abgelehnt haben.“

Dr. Cevdet Gürle
Ratsgruppe Pro Hamm
Wählergruppe Pro Hamm