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Dauerhafter Umzug der Notfallpraxis

Der Entschluss der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe(KVWL) die Notfallpraxis dauerhaft an der St. Barbara Klinik in Heessen anzusiedeln, war nicht im Sinne des Gemeinwohls und daher aus Sicht der Wählergruppe gelinde gesagt ein Unding.

Natürlich sollte die Notfallpraxis auch zukünftig möglichst zentral gelegen sein, um allen Bürgern gerade in Zeiten einer Pandemie eine optimale ärztliche Grundversorgung zu bieten. Daher war es selbstverständlich, die Idee im Sinne der Bürger abzulehnen und mittels Antrag zu fordern, dass die Notfallpraxis wieder an ihren angestammten Platz am St. Marienhospital zurückkehrt.

Wir begrüßen es außerordentlich, dass der Stadtrat diese Notwendigkeit ebenfalls erkannte und daher auch absegnete. Die Notfallpraxis wird sich also zukünftig wieder am St. Marienhospital befinden.

Neue Gesamtschule für den Hammer Norden gefordert

Anmeldezahlen an den Hammer Schulen sprechen eine eindeutige Sprache

Die Wählergruppe Pro Hamm nimmt die Anmeldezahlen zu den weiterführenden Schulen zum kommenden Schuljahr als Anlass die Schul- und Bildungspolitik der Stadt kritisch zu hinterfragen und sich die Frage zu stellen, welche Weichenstellungen die Stadtspitze stellen sollte. Hatice Chaaouani, die schulpolitische Sprecherin der Wählergruppe Pro Hamm hält fest:

,,Wir brauchen mehr Ehrlichkeit in der Schul- und Bildungspolitik und sollten diese den neuen Rahmenbedingungen anpassen, um alle Kinder in allen Sozialräumen zielgenau fördern zu können. Die Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr unterstreichen die Entwicklung der letzten 20 Jahre. So beobachten wir, erstens – trotz einer verstärkten Zuwanderung in den letzten Schuljahren, einen insgesamten Rückgang der Gesamtschülerzahl und zweitens, dass dieser Rückgang die weiterführenden Schulformen unterschiedlich stark trifft. Während im Schuljahr 2008/09 noch 3752 Schüler in Hamm eine Realschule besuchten, so liegt die Zahl derzeit nur noch bei knapp 3500.

Die Gymnasien müssen einen noch deutlicheren Aderlass hinnehmen und kommen im Vergleich zum Schuljahr 2012/13 (Schülerzahl: 5294) auf jetzt noch etwas weniger als 4000 Schüler. Hingegen, und das ist wenig überraschend, ist die Zahl der Schüler, die eine integrative Schule besuchen in den letzten 15 Jahren in Hamm stetig gestiegen. So weisen die Hammer Gesamtschulen auf eine Gesamtzahl von gut 2900 Schülern, die eine integrative Schule besuchen. Im Schuljahr 2008/09 waren es „nur“ 2305. Das ergibt ein Plus von mehr als 600 in absoluten Zahlen und eine prozentuelle Steigerung um knapp ein Fünftel.

Wenn man zusätzlich noch bedenkt, dass jedes Jahr, trotz der dritten Gesamtschule in Herringen die Gesamtschule die einzige Schulform ist, die Schüler ablehnen muss, dann kann man von einem „Run“ auf das integrative Schulsystem sprechen und dass die integrative Schule unangefochten die Wunschschule 1 in der Hammer Elternschaft ist.“

Dr. Cevdet Gürle, Sprecher der Ratsgruppe ergänzt: ,,Die Schülerschaft ist an den integrativen Schulen in den letzten sechs Jahren stetig gestiegen. Wir haben in keiner Schulform einen größeren Zuwachs als bei den integrativen Schulen. Die Errichtung einer dritten Gesamtschule am Standort der Arnold-Freymuth-Schule war goldrichtig. Die Anmeldezahlen, die über dem Soll liegen, unterstreichen, dass trotz aller Unkenrufe und des langjährigen politischen Widerstands eine integrative Schule mit einer Oberstufe in Herringen überfällig gewesen ist. Die Arnold-Freymuth-Gesamtschule und das unterstreichen die Anmeldezahlen für das Schuljahr 2022/23 erneut ist die mit Abstand beliebteste weiterführende Schule in den Räumen Herringen, Pelkum und dem Westen. Der Erfolg der Arnold-Freymuth-Gesamtschule auf der einen Seite, aber auch der stetig versiegende Zustrom an den Hauptschulen muss zu einem Umdenken in der Schulpolitik führen. Die Politik darf die Entwicklung nicht ignorieren, sondern muss aktiv handeln und dementsprechend schlagen wir vor, dass eine weitere Stärkung des integrativen Schulsystems vorangetrieben wird, z.B. mit der Errichtung einer Schule des gemeinsamen, längeren Lernens im Hammer Norden/Heessen.

Wenn wir den Elternwillen ernst nehmen und die Bildungsteilhabe im Stadtbezirk Heessen verbessern wollen, dann kommen wir nicht drumherum eine Gesamtschule in Norden/Heessen zu errichten. Die Errichtung einer Gesamtschule wäre ein wichtiger Baustein der Schul- und Bildungspolitik, um die Bildungsteilhabe sozial benachteiligter Kinder in den Sozialräumen Norden und Heessen zu verbessern und es wäre ein wegweisendes bildungspolitische und soziales Zukunftsprojekt für den Norden.“

Die Wählergruppe Pro Hamm wird dementsprechend das Thema ,,Errichtung einer weiteren Gesamtschule“ auf die Tagesordnung des Rats setzen. Der Rat wird in dem Antrag aufgefordert der Stadtverwaltung einen Auftrag zu erteilen, um die mögliche Standortfestlegung für eine weitere Gesamtschule im Hammer Stadtgebiet mit dem klaren Schwerpunkt auf den Hammer Norden/Heessen zu prüfen und einen Fahrplan zu erstellen.

Errichtung einer weiteren Gesamtschule in Hamm

Der Schulentwicklungsplan 2.0 hat unterstrichen, dass es einen hohen Bedarf an einem längeren, gemeinsamen Lernen in Hamm gibt. Das integrative Schulsystem hat unter Beweis gestellt, dass es Chancenungleichheiten in der Bildung abbaut und im Besonderen Kindern aus bildungsbenachteiligten Familien den Zugang zu höheren Abschlüssen ermöglicht. Das integrative Schulsystem ist in Deutschland, wie auch in Hamm und das unterstreichen die stetig steigenden Schülerzahlen eine Erfolgsgeschichte. Nachdem die Stadtverwaltung und die Politik nach jahrelanger Verweigerung der Gründung einer dritten Gesamtschule in Herringen zugestimmt hat, wurde ein wichtiger Schritt in der Stärkung des integrativen Schulsystems umgesetzt. Die Einrichtung der Arnold-Freymuth-Gesamtschule und die damit einhergehenden Investitionen sind eine Erfolgsgeschichte und stellen eine Bildungsoffensive für die westlichen Stadtbezirke dar. Die Gründung der Gesamtschule in Herringen darf aber nicht der Endpunkt in dieser Entwicklung sein.

So verdeutlichen die Übergangsquoten der Schüler*innen im Besonderen in den Sozialräumen Norden und Heessen von der Grundschule zu den weiterführenden Schulen, dass wir ein bildungspolitisches Defizit in diesen Raum haben. Die Heessener und Nordener Schülerschaft ist an Schulen, wo das Abitur als Abschluss erreichbar ist, im städtischen Gesamtvergleich deutlich unterrepräsentiert. Des Weiteren ist die Sophie-Scholl-Gesamtschule als einzige Gesamtschule nördlich von Kanal und Lippe nicht in der Lage den Elternwunsch nach Gesamtschulplätzen annähernd abzudecken. Das haben die Anmeldezahlen für das Schuljahr 2022/23 erneut dargelegt.

Wir halten es für notwendig, um den Bildungsstandort Heessen und Norden nachhaltig aufzuwerten, dass mittelfristig im Stadtbezirk eine öffentliche Schule des längeren, gemeinsamen Lernens mit einer Oberstufe geschaffen wird.

Deswegen beantragt die Wählergruppe Pro Hamm, dass der Rat der Stadt der Stadtverwaltung einen Auftrag erteilt eine Standortfestlegung für eine weitere Gesamtschule zu prüfen und einen organisatorischen Fahrplan zeitnah vorzulegen.

Verlagerung der Notfallpraxis dauerhaft nach Heessen nicht hinnehmbar

,,Solidarität sieht anders aus“, so Erol Gürle, der gesundheitspolitischer Sprecher und Ratsherr der Wählergruppe Pro Hamm kritisiert die Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe die Notfallpraxis an der St. Barbara-Klinik in Heessen dauerhaft anzusiedeln und fordert diese auf an ihren alten Standort am St. Marienhospital zurückzukehren. Man übt aber auch zugleich Kritik an der Ampel-Regierung:

,,Die Bürgerinnen und Bürgerinnen erwarten ein geschlossenes und gemeinsames Auftreten der Politik gegenüber der KVWL und das Ausscheren der Heessener Bezirksbürgermeisterin Frau Brennecke, die die Verlagerung der Notfallpraxis von der Innenstadt an die St. Barbara-Klinik ausdrücklich begrüßt, verdeutlicht eine egoistische Grundhaltung, die für das Gemeinwohl schädlich ist. Bei einem Thema, wie der allgemeinen, gesundheitlichen Grundversorgung der Bevölkerung sollte nicht das Interesse Weniger, sondern das Wohl Vieler im Mittelpunkt stehen. Ich rate der SPD in Heessen nicht allein an den Eigennutz zu denken, sondern zu erkennen, welche negativen Folgewirkungen die dauerhafte Verlagerung der Notfallpraxis von der Innenstadt in eine Randzone hätte.

Hier erwarten zu Recht viele Bürgerinnen und Bürger zugleich eine klare Positionierung des Oberbürgermeisters. Was wir aber derzeit aus dem Rathaus vernehmen, ist nur betretenes Schweigen.“ Die Wählergruppe Pro Hamm wird das Thema „Erhalt der Notfallpraxis am Standort des St. Marienhospitals“ auf die Tagesordnung des Rats setzen und den Stadtrat auffordern in einer gemeinsamen Resolution klar Position zu beziehen.

Die Resolutionsvorlage lautet wie folgt: Der Rat der Stadt verurteilt auf Schärfste und lehnt die Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) die Notfallpraxis dauerhaft an der St. Barbara Klinik anzusiedeln, ab. Die Verlagerung der Notfallpraxis aus der Stadtmitte nach Heessen wurde von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) stets als ein begrenzter Zeitraum kommuniziert und im Kontext der Corona-Pandemie und dem Infektionsschutz legitimiert. Es war nie die Rede davon, dass es sich hierbei um einen Dauerzustand handeln wird und die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) dauerhaft die Notfallpraxis nach Heessen auszulagern plant. Die nun getroffene Entscheidung kommt einen Wortbruch gleich und erschüttert das Vertrauern der Öffentlichkeit in die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL).

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat eine öffentliche Verantwortung, eine möglichst optimale ärztliche Grundversorgung sicherzustellen. Wenn die Notfallpraxis in Heessen verbleiben sollte, ist das nicht mehr sichergestellt. Der Standort an der St. Barbara-Klinik liegt für die meisten Menschen in Hamm in einer Randzone und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer zu erreichen. Die Verlagerung aus der Innenstadt in die Peripherie bedeutet, dass im Besonderen Menschen, die mobil eingeschränkt sind, d.h. zum Beispiel ältere Bürger*innen oder sozial schwache Gruppen in ihrer Gesundheitsversorgung massiv benachteiligt werden.

Eine Notfallpraxis muss für alle Menschen gleichermaßen gut erreichbar sein und das ist am neuen Standort an der St. Barbara-Klinik nicht der Fall. Des Weiteren ist zu befürchten, dass mit der Verlagerung der Notfallpraxis die Notfallambulanzen der Krankenhäuser, die sich in der Innenstadt befinden, stark belastet werden. Dass die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) eine Entscheidung mit solcher Tragweite scheinbar im Alleingang und ohne Abstimmung mit der Politik getroffen hat, kritisieren wir in aller Deutlichkeit. Dementsprechend fordern wir die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) auf von ihrer Entscheidung Abstand zu nehmen und mit der Notfallpraxis an ihren alten Standort, dem St. Marienhospital zurückzukehren.

Gesamtschule für Heessen/Norden gefordert

,,Der Bedarf für eine weitere, vierte Gesamtschule ist da“, so Dr. Cevdet Gürle zu den Anmeldezahlen an den weiterführenden Schulen. Dr. Cevdet Gürle: ,,Wir haben einen allgemeinen Rückgang der Schülerzahl in den Grundschulen und davon sind alle Schulformen betroffen. Das betrifft im Besonderen die Hauptschulen, die rund ein Drittel weniger Anmeldungen zum nächsten Schuljahr vorweisen können. Die Gesamtschulen scheinen erstmals freie Kapazitäten in den Eingangsstufen zu haben. Das ist aber nur eine trügerische Sicherheit, da noch an den Gesamtschulen Nachmeldungen laufen und die freien Kapazitäten in den weiterführenden Jahrgängen nicht vorhanden sind und auch nicht für die neue Jahrgangsstufe vorhanden sein werden. Das bedeutet, wenn eine Schülerin der Jahrgangsstufe 6 von einem Gymnasium zu einer Gesamtschule wechseln möchte, dies aufgrund fehlender Kapazitäten nicht möglich wäre. Wenn wir die Langzeitperspektive hinzuziehen, dann spricht alles für eine weitere Gesamtschule.

Keine Schulform hat in den letzten zehn Jahren so stark zugelegt wie die Gesamtschule. Während zum Schuljahr 2008/09 nur rund 2300 Schüler eine integrative Schule besuchten, sind es im laufenden Schuljahr mehr als 3000. Die Arnold-Freymuth-Gesamtschule in Herringen ist hierfür das beste Beispiel das eine neue Schule angenommen wird. Keine weiterführende Schule in Herringen, Pelkum oder dem Hammer Westen hat mehr Anmeldungen als die Arnold-Freymuth-Gesamtschule. Eine mögliche Gesamtschule im Hammer Norden würde ebenfalls auf eine positive Resonanz treffen.

Die Abweisungen an der Sophie-Scholl-Gesamtschule unterstreichen, dass im Besonderen Kinder aus dem Hammer Norden und Heessen, die sich für eine integrative Schule mit einer gymnasialen Oberstufe entscheiden, die aber ortsnah sein soll, eine Absage erhalten. Die Errichtung einer weiteren Gesamtschule muss politisch gewollt sein. Das ist bei der regierenden Ampel-Koalition leider nicht der Fall.“

Dr. Cevdet Gürle
Sprecher / Ratsherr
Wählergruppe Pro Hamm

Zustand an der Sachsenhalle für niemanden zufriedenstellend

,,Der Zustand ist für Niemanden zufriedenstellend“, so Amin Karabegovic, Sprecher für den Stadtbezirk Heessen zur Situation an der Sachsenhalle. Amin Karabegovic weiter: ,,Das Problem ist seit Jahren bekannt und die kommunale Politik und die Stadtverwaltung hat es versäumt eine konstruktive Lösung mit allen Beteiligten zu finden. Natürlich ist das Fehlverhalten, der jungen, meist rund zwei Dutzend Männer, die sich auf dem Parkplatz der Sachsenhalle an den Wochenenden treffen und mit ihrer Lautstärke die Anwohner stören nicht zu rechtfertigen. Die Vermüllung an und um die Sachsenhalle kann man im Besonderen an den Montagen gut erkennen. Natürlich benötigen wir stärkere Kontrollen durch den Kommunalen Ordnungsdienst und der Polizei, aber niemand sollte sich dem Irrglauben hergeben, dass das die Problemlage an der Sachsenhalle lösen wird. Das wird allenfalls nur kurzfristigen Erfolg mit sich bringen.
Mit Ausbruch der Corona-Pandemie hat öffentliche Ruhestörung und Vandalismus nicht nur am Standort der Sachsenhalle, sondern auch an weiteren Orten in der Stadt massiv zugenommen. Das sollte niemanden verwundern, da viele Einrichtungen, die in der Jugendarbeit oder in der Arbeit mit jungen Erwachsenen tätig sind, in den letzten Monaten gar nicht oder stark eingeschränkt tätig sind. Eine Vertreibung, die scheinbar in der Lokalpolitik diskutiert wird, ist weder eine Lösung, noch ist sie umsetzbar.“
Dr. Cevdet Gürle, Sprecher der Ratsgruppe Pro Hamm ergänzt: ,,Die Politik und die Stadtverwaltung müssen das Gespräch mit den jungen Leuten suchen und notfalls einen Runden Tisch einsetzen, in der u.a. auch die Anwohner eingebunden werden. Eine ähnlich gelagerte Problematik hatten wir über ein Jahr am Lippepark in Herringen, wo sich die Situation zumindest seit einigen Monaten an den Wochenenden deutlich entspannt hat. Man muss zweigleisig fahren: Fehlverhalten ahnden, aber auch ein Angebot für die jungen Leute machen. Wenn man das Gespräch aufnimmt, dann erkennt man, dass die Mehrheit, z.B. offen ist für alternative Standorte. Unterbleibt dies, dann wird das Problem sich in den nächsten Monaten zum Sommer hin verschärfen und den Unmut bei den Anwohnern verständlicherweise steigen.“
Amin Karabegovic
Sprecher Heessen
Dr. Cevdet Gürle
Sprecher / Ratsgruppe Pro Hamm
Wählergruppe Pro Hamm

Pro Hamm in Aktion – Station Heessen

Die Wählergruppe Pro Hamm baute einen Infostand am Dasbecker Markt auf und stand hier den Gesprächen der Bürger*innen zur Verfügung.
Wir bedanken uns für die konstruktiven Gespräche und die Anregungen, die an uns herangetragen wurden.

Suchtszene im Hammer Norden – Was kann getan werden?

„Die Stellungnahme der Stadtverwaltung auf die Anfrage der Wählergruppe Pro Hamm zur Thematik „Suchtszene im Hammer Norden“ ist eine Ohrfeige nicht nur für die Anwohner, sondern auch die betroffenen Personen“, so Thomas Ahlke, Sprecher der Wählergruppe Pro Hamm für den Stadtbezirk Heessen.
Thomas Ahlke weiter: ,,Die Stellungnahme der Verwaltung geht kaum auf die konkreten Fragestellungen ein. Man ist nur bestrebt, eine klare Botschaft zu vermitteln: Es gibt im Hammer Norden kein eklatantes Problem mit einer „Suchtszene“. Die Antwort der Verwaltung entspricht auch nicht der Wahrheit, wenn z. B. auf die Frage, ob eine Unterschriftensammlung von Anwohnern an Politik und die Verwaltung weitergeleitet wurde, verneint wird. Die Bezirksvorsteherinnen Heessens und Bockum-Hövels bekamen die Unterschriftenlisten bereits am 02.05.2019 bzw. am 03.05.2019 als E-Mail zugesandt. Die Verwaltung wurde dabei ebenfalls in Kopie gesetzt. Der Aussage, dass sich die Problemlage aus Sicht der Stadtteilarbeit, die scheinbar die Szene betreut, in den letzten Monaten deutlich verbessert habe, können wir nicht zustimmen. So berichten uns Anwohner des Hammer Nordens, dass das Ordnungsamt zwar sporadisch an den Standorten war, um größere Gruppenansammlungen aufzulösen, aber von einer kontinuierlichen und aufsuchenden Betreuung der Betroffenen durch das Stadtteilzentrum kann nicht die Rede sein kann. Leider wird uns immer wieder davon berichtet, dass einzelne Mitglieder der Suchtszene stundenlang verwirrt auf den Haupt- und Nebenstraßen umhergehen oder sich orientierungslos an diesen niederlassen. Diese Menschen brauchen unsere Hilfe, welche ihnen durch die Realitätsverweigerung der Stadt Hamm leider vorenthalten wird! Wir als Stadtgesellschaft sind in der Pflicht und Verantwortung, die Menschen, welche in einer sozial äußerst schwierigen Lebenslage sind, bestmöglich zu unterstützen, statt sie auszugrenzen.
Der derzeitige Zustand, in welchem die „Szene“ gezwungen ist, je nach Situation auf die Orte Penny-Markt, Karlsplatz, das Lidl-Gelände (Münsterstraße) und noch einige weitere auszuweichen, kann nach wie vor für niemanden eine befriedigende Dauerlösung sein. Wir benötigen eine langfristige Lösung, die aus unserer Sicht nur mit der Schaffung eines Rückzugsraumes und aufsuchender Sozialarbeit einhergehen kann. Die Verwaltung antwortet, leider ohne näher darauf einzugehen, dass der leerstehende Kiosk als möglicher Standort für eine Sozialstation an der Ecke Münsterstraße und Bockumer Weg von der Gruppe nicht gewollt und man dementsprechend mit dem aktuellen Zustand zufrieden sei. Diese Aussage unterstreicht deutlich, dass die Stadtverwaltung kein Interesse hat, sich der Thematik anzunehmen, und es vorzieht, die Suchtkranken und die Anwohner des Hammer Nordens im Stich zu lassen. Der Szenetreff an der Kamener Straße in Pelkum liefert das beste Beispiel, dass ein Treffpunkt mit und für die Suchtszene umsetzbar ist und auch von der Wohnbevölkerung positiv unterstützt wird. Doch was in Pelkum umsetzbar war, ist für den Norden anscheinend politisch nicht gewollt. Deswegen wiederholen wir unsere Forderung, zeitnah eine Sozialstation als zentralen und durch aufsuchende Sozialarbeit betreuten Treffpunkt im Hammer Norden zu errichten.“
Thomas Ahlke
Sprecher Heessen
Wählergruppe Pro Hamm

Die Mannschaft für den Stadtbezirk Heessen

Die Mannschaft für den Stadtbezirk Heessen

Die Wählergruppe Pro Hamm hat in ihrer Wahlversammlung einstimmig ihre Mannschaft für die Bezirksvertretung Heessen aufgestellt. Als Spitzendkandidat geht Thomas Ahlke (41 Jahre, Soldat) ins Rennen, der bereits seit zwei Jahren als Sprecher der Wählergruppe für den Stadtbezirk tätig ist. Auf den weiteren Plätzen folgen Baris Cayir (36 Jahre, Mitarbeiter Deutsche Bahn), Amin Karabegovic (38 Jahre, Industriemeister) und Esma Nur Balci (18 Jahre, angehende Studentin).

,,Der Abbau sozialer Ungleichheiten und die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse ist die Kernbotschaft unseres kommunalpolitischen Programms für den Stadtbezirk“, so Thomas Ahlke. Thomas Ahlke weiter: ,,Der Stadtbezirk Heessen ist bezeichnend für die soziale Spaltung in unserer Stadt. Wir haben auf der einen Seite Wohnquartiere, die u.a. im Hammer Norden sich befinden und geprägt sind von einer überdurchschnittlich hohen Armutsquote und einer niedrigen Kaufkraft und auf der anderen Seite haben wir Sozialräume, die in diesen Bereichen deutlich über den städtischen Durchschnitt liegen. Wir brauchen ein differentes Maßnahmenpaket, um den Stadtbezirk fit zu machen für die Herausforderungen des neuen Jahrzehnts. Das fängt u.a. an über eine Stärkung der Schulen, geht über Investitionen in die Infrastruktur und endet bei einer familienfreundlichen Gestaltung der Wohnquartiere. So brauchen wir als einen Baustein endlich eine Sozialstation für die sogenannte „Suchtszene“ im Hammer Norden. Wir als Stadtgesellschaft, und das möchten wir als Wählergruppe betonen, sind in der Pflicht und Verantwortung, die Menschen, die in einer sozial äußerst schwierigen Lebenslage sind, bestmöglich zu unterstützen und sie nicht auszugrenzen. Der derzeitige Zustand, in welchem die „Szene“ gezwungen ist, je nach Situation auf die Orte Penny-Markt, Karlsplatz, das Lidl-Gelände (Münsterstraße) und noch einige weitere auszuweichen, kann für niemanden eine befriedigende Dauerlösung sein. Wir benötigen eine langfristige Lösung, die aus unserer Sicht nur mit der Schaffung eines Ruckzugsraumes und aufsuchender Sozialarbeit einhergehen kann. Ein möglicher Standort für eine Sozialstation wäre der leerstehende Kiosk an der Ecke Münsterstraße und Bockumer Weg. Dieser Standort trifft bei den Anwohnern des Quartiers auf Zustimmung. Die Stadtverwaltung ignoriert leider die Problematik und verweigert jegliche Unterstützung. Sie lässt damit die Suchtkranken und die Anwohner des Hammer Nordens in Stich.“

Sein Mitstreiter Baris Cayir ergänzt: ,,Im Stadtbezirk muss eine Gesamtschule errichtet werden, in der alle Kinder des Bezirks die Möglichkeit haben alle Schulabschlüsse bis zum Abitur an einer öffentlichen Schule abzulegen. Trotz der dritten Gesamtschule im Hammer Stadtgebiet und allgemein sinkenden Schülerzahlen ist die Gesamtschule bis heute die einzige Schulform, die Schüler in nennenswerter Zahl, da die Anmeldezahlen deutlich über der Aufnahmekapazität liegen, ablehnen muss. Die Errichtung einer Gesamtschule wäre ein wichtiger Baustein der Schul- und Bildungspolitik und ein zentrales Instrument die Bildungsteilhabe sozial benachteiligter Kinder in den Sozialräumen Norden und Heessen zu verbessern. Der Stadtbezirk Heessen trägt beim Bildungserfolg seiner Kinder im innerstädtischen Vergleich die rote Laterne und verliert zunehmend in der Bildungsteilhabe an Boden. Natürlich muss nicht jedes Kind Abitur machen, aber jedes Kind muss dieselben Ausgangschancen haben Abitur machen zu können und das ist derzeit im Stadtbezirk nicht gegeben. Diese soziale und bildungspolitische Ungerechtigkeit muss endlich ein Ende finden!“

Amin Karabegovic betont, dass die städtische Politik ausreichend sozial gebundenen Wohnungsbau anbieten müsse. Amin Karabegovic: ,,In den letzten Jahren sind mehr als 100 Wohnungen im Bezirk aus der sozialen Bindung gefallen. Die Folge ist, dass kaum noch günstiger Wohnraum für Familien zur Verfügung steht und diese zunehmend vor großen finanziellen Herausforderungen stellt. Hier muss die Stadt mit ihrer städtischen Tochtergesellschaft, der HGB verstärkt aktiv werden und den sozialen Wohnungsbau in allen Ortsteilen Heessens forcieren.“

Esma Nur Balci nimmt im Besonderen die Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt: ,,Viele Anwohner beschweren sich, und das zurecht über zunehmende Lärmstörungen und den Vandalismus. Sie ignorieren aber, dass in den letzten Jahren der Rückzugsraum für Jugendliche und junge Erwachsene immer stärker eingeschränkt wurde. Das ist keine Entschuldigung für Fehlverhalten, aber sollte als Ansatzpunkt dienen die Interessen von Kindern und Jugendlichen stärker auf die politische Agenda zu setzen. So fordern wir, dass das Stadtteilzentrum Bockelweg personell aufgestockt wird, damit auch Angebote an Wochenenden, also in den Zeiten, wo auch Kinder und Jugendliche echte Freizeit haben, betreut werden können. Eine andere Baustelle ist, dass wir zwar mit der Familienoase ein passables Hallenbad haben, aber ohne eine nennenswerte Außenanlage. Die Infrastruktur der Familienoase könnte genutzt werden, um das Außengelände zu erweitern und hier mindestens ein weiteres größeres Wasserbecken zu errichten. So hätte man zwar nicht, dasselbe Angebot wie z.B. im Freibad Süd, aber zu mindestens ein Bad, dass ortsnah ist und im Besondern von Familien, die weniger mobil sind, genutzt werden könnte. Das Areal um die Familienoase bietet ausreichend Reserveflächen, um das Projekt zur verwirklichen. Das wäre ein großer Schritt für den Stadtbezirk und würde die Lebens- und Aufenthaltsqualität vor Ort stark verbessern.“

Kandidaten der Wahlkreise: Thomas Ahlke (Wahlkreis 26), Esma Nur Balci (Wahlkreis 27), Baris Cayir (Wahlkreis 28) und Amin Karabegovic (Wahlkreis 29)

Fotos von links nach rechts: Esma Nur Balci, Thomas Ahlke, Baris Cayir und Amin Karabegovic

Bezirksteam Heessen
Wählergruppe Pro Hamm