Beiträge

Buslinie 15

Warum diese Geheimniskrämerei um die Zahlen der unechten ‚Ringbuslinie‘?

Die Wählergruppe Pro Hamm reagiert verwundert auf die Berichterstattung zum Thema „Ringbuslinie“. Dr. Cevdet Gürle, Fraktionsvorsitzender der Wählergruppe Pro Hamm in der Bezirksvertretung hält es für inakzeptabel, dass die Stadtwerke sich weigern die Fahrgastzahlen der Linie 15 zu nennen. Dr. Cevdet Gürle: ,,Die Öffentlichkeit muss, ohne Wenn und Aber, über die aktuellen Fahrgastzahlen informiert werden. Wenn die Stadtwerke diese weiterhin unter Verschluss halten wollen, werden wir als Wählergruppe in einer Anfrage an die Verwaltung die Herausgabe der Zahlen einfordern. Wir brauchen keine Geheimniskrämerei, sondern Offenheit über den derzeitigen Ist-Zustand. Denn nur so schafft man Vertrauen und überzeugt die Bürger von der Linie 15. Eine Nichtnennung von Fahrgastzahlen schürt hingegen Misstrauen. Wir als Pro Hamm wollen des Weiteren wissen, wer aus den Bezirken zu Gesprächen zur Optimierung der Linie 15 von der Stadt und den Stadtwerken eingeladen wurde und welche Optimierungsvorschläge bisher auf den Tisch liegen. Die Pro Hamm Fraktion in der Bezirksvertretung Herringen bekam zu mindestens keine Mitteilung an den Gesprächen mitzuwirken und hatte so nicht die Möglichkeit sich mit Verbesserungsvorschlägen einzubringen. Wenn die Vertreter der Großen Koalition einen Erfolg der Linie haben wollen, dann setzt das aus unserer Sicht zwei Kurskorrekturen voraus. Erstens, eine ehrliche und kritische Hinterfragung des derzeitigen Konzepts. Hier wurden handwerkliche Fehler begangen, die zeitnah bereinigt werden müssen und zweitens fordern wir die Installierung einer interfraktionellen Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern aller politischen Gruppen, die Vorschläge unterbreiten sollen, wie die ,,Ringbuslinie“ optimiert werden kann. Falls die politisch Verantwortlichen der Großen Koalition weiter nach Gutdünken herumfuchteln wollen, dann ist ein Scheitern der Linie 15 vorprogrammiert. Wir als Pro Hamm begrüßen prinzipiell die Entscheidung der Stadtregierung eine Busverbindung zwischen den Stadtbezirken Bockum-Hövel, Herringen und Pelkum zu errichten. Der Schritt eine Busverbindung zu installieren, der die drei Bezirke verbindet, war längst überfällig. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber es ist und das möchte ich betonen, keine Ringbuslinie, da hier nur drei ausgesuchte Stadtbezirke angefahren werden. Wir als Wählergruppe bleiben bei unserer Forderung einer echten Circle-Line, die kreisförmig mit Ausschluss des Bezirkes Mitte alle anderen Stadtbezirke anfährt, einzuführen. Deswegen ist es irreführend, wenn die Große Koalition die Linie 15 als Ringbuslinie bezeichnet. Das ist sie (noch) nicht.“

Dr. Cevdet Gürle

Fraktionsvorsitzender Pro Hamm

Bezirksvertretung Herringen

Cevdet Bild 1

Buslinie 15

Circle-Line – Stadtteile miteinander verbinden

Die Wählergruppe Pro Hamm begrüßt grundsätzlich die Weiterentwicklung des ÖPNV-Angebotes, kritisiert aber, dass die Umstrukturierungen halbherzig vorgenommen und nur unzureichend die veränderten Lebensgewohnheiten berücksichtigt werden. Pro Hamm schlägt konkret zwei Maßnahmen vor, die in die Weiterentwicklung des ÖPNV-Angebotes einfließen sollten: ,,Die Konzentration der Linienführung von den Bezirken in die Innenstadt braucht einer Ergänzung durch die Schaffung von Angeboten, die die Bezirke direkt miteinander verbinden“, so die Jugendbeauftragte von Pro Hamm Havva Bozdemir. Vorstandsmitglied Richard Emmert ergänzt, dass die Mobilität von insbesondere Kindern, Jugendlichen und Senioren erschwert wird, wenn es zum Beispiel keinen direkten Busverkehr Nord-Süd (Bockum-Hövel – Herringen – Pelkum analog Heessen – Uentrop – Ryhnern) gibt. ,,Im jeden Sommer ist es ein Ärgernis, dass Jugendliche oder Familien, die aus Bockum-Hövel oder Herringen das Freibad Selbachpark in Pelkum besuchen möchten, lange Umwege über die Innenstadt beziehungsweise den Hammer Westen machen müssen“, so Richard Emmert. Als weiteres Fallbeispiel benennt die Wählergruppe die fehlende direkte Busverbindung zwischen Wiescherhöfen und Berge. Beide Ortschaften trennen nur wenige Kilometer Luftlinie, aber die gegenwärtige Führung sieht vor, dass jemand, der mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von Wiescherhöfen nach Berge will, über die Innenstadt fahren muss. ,,Das bestehende Angebot des ÖPNV muss durch die Installierung einer Ringbuslinie, einer sogenannten Circle Line, die unter Ausschluss der Innenstadt die Stadtbezirke anfährt, ergänzt werden“, so Richard Emmert. So würde man nach Ansicht von Pro Hamm der Nachfrage an Fahrten zwischen den Bezirken entgegen kommen. Die Stadtbezirke müssen untereinander stärker vernetzt werden. ,,Nicht alle Busse müssen zwingend über die City fahren“, bringt es Richard Emmert auf den Punkt. Havva Bozdemir ergänzt: ,,Hier müssen andere Kommunen in Deutschland, die seit Jahren sogenannte Circle Lines anbieten und mit ihnen positive Erfahrungen gemacht haben, Vorbild sein“. Neben der Forderung einer Circle Line sieht die Wählergruppe beim Busverkehr an den Wochenenden Nachholbedarf. ,,Die geplante künftige Taktung der Buslinien an den Samstagen spiegelt nur unbefriedigend das veränderte Einkaufs- und Freizeitverhalten wieder. Die halbstündige Taktung, die von 15:00 Uhr auf 18:00 Uhr verlängert wurde, müsste konsequent auf mindestens 20:00 Uhr ausgedehnt werden. Hier muss sich die Taktung des öffentlichen Verkehrs an den Öffnungszeiten der Geschäfte orientieren“, so Havva Bozdemir. ,,Das anstehende Weihnachtsgeschäft wird nochmals verdeutlichen, dass eine halbstündige Taktung bis 20:00 Uhr Sinn ergibt“, so die Jugendbeauftragte von Pro Hamm. Der öffentliche Nahverkehr muss eine größere Akzeptanz und Attraktivität bei den Hammer Bürgerinnen und Bürger erreichen. Die Wählergruppe Pro Hamm ist der Überzeugung, dass man den ÖPNV in der Kommune nachhaltig stärken wird, wenn eine Ringbuslinie aufgebaut und die halbstündige Taktung an den Samstagen bis 20:00 Uhr ausdehnt wird.

 

Richard Emmert

Havva Bozdemir

Pro Hamm