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Nachrichten aus der Politik …

Die Wählergruppe Pro Hamm hatte das Thema „Errichtung einer weiteren Gesamtschule“ in Hamm als Antrag auf die Tagesordnung der Ratssitzung vor der Sommerpause gesetzt.

Der Antrag wurde von den Ratsparteien der CDU, SPD, FDP, Grüne und Linke abgelehnt, d.h. also quer durch die Front.

Die Gründung einer weiteren Gesamtschule am Standort Hammer Norden/Heessen halten wir für zwingend notwendig, um ein Mehr an Bildungsgerechtigkeit zu erreichen.

Es ist ein Unding, dass allein zum neuen Schuljahr wieder mehr als 60 Kinder keinen Platz an einen der drei Gesamtschulen in Hamm bekommen haben. Das ist eine schreiende Ungerechtigkeit: Eltern und Kinder wollen einen Platz an einer integrativen Schule mit der Möglichkeit das Abitur dort zu machen und was sagen die Parteien im Rat? NEIN.

Der Stadtbezirk Heessen trägt bei der Schul- und Bildungspolitik die rote Laterne. Schüler*innen aus dem Bezirk erreichen deutlich weniger höhere Schulabschlüsse als Schüler*innen aus den anderen Bezirken. Die Kinder und Jugendlichen aus dem Hammer Norden und Heessen sind nicht dümmer, aber sie haben nicht dieselben Chancen.

Die Gesamtschule, als integrative Schule hat bewiesen, dass sie im Besonderen Kindern und Jugendlichen aus bildungsbenachteiligten Familien einen Lernort anbietet, der optimal ist, um ihre Potenziale zu entfalten. Wenn wir allein in den letzten Wochen die Namen der Abiturjahrgänge von den Gymnasien und Gesamtschulen in der Zeitung lesen durften, sollte jeder, selbst wenn er ideologische Scheuklappen trägt, erkennen, dass an den Gesamtschulen die Abiturjahrgänge im Besonderen die multikulturelle Stadtgesellschaft wiederspiegeln. Jede einzelne Gesamtschule in Hamm ist ein Gewinn für unsere Bildungslandschaft.

Dass die Linke in Hamm und SPD Nein zu unserem Antrag gesagt haben, unterstreicht ihren Zick-Zack-Kurs ohne das eine klare Linie auch nur in Ansätzen erkennbar ist. Die Art der Begründung für das Nein war an Lächerlichkeit kaum noch zu überbieten.

Wir als Pro Hamm haben eine eindeutige Position. Hamm braucht eine weitere, eine vierte Gesamtschule und diese muss im Hammer Norden/Heessen als Standort an den Start gehen. Das wäre ein großer Mehrwert nicht nur für den Stadtbezirk Heessen, sondern insgesamt für die Stadt Hamm.

Ein Weiter so wird es mit uns nach den Kommunalwahlen nicht geben. Wir brauchen endlich neue Impulse in der Schul- und Bildungspolitik.

Dr. Cevdet Gürle
Obürgermeisterkandidat
Wählergruppe Pro Hamm

Hamm eine Universitätsstadt – eine Vision für 2030

Die Wählergruppe Pro Hamm bringt die Idee einer Erweiterung des Hochschulstandorts Hamm um eine Universität ins Spiel. Dr. Cevdet Gürle, Oberbürgermeisterkandidat und Sprecher der Wählergruppe, erläutert: ,,Eine Universität wäre ein Quantensprung in der Entwicklung der Stadt, der das Gesicht von Hamm für das 21. Jahrhundert nachhaltig positiv sehr verbessern würde. Die Gründung der FH Hamm-Lippstadt 2009, mit ihren derzeit rund 6200 eingeschriebenen Studierenden, war ein Meilenstein für den Bildungsstandort Hamm. Keine Entscheidung der letzten zwanzig Jahre war wichtiger und richtiger als die Ansiedlung der Hochschule im Hammer Osten. Mittlerweile ist die Zeit aber reif, um für das neue Jahrzehnt eine weitere Vision in die Diskussion einzubringen. So halten wir es für zu kurz gedacht, wenn wir uns auf den Vorschlag der CDU beschränken und für das ehemalige Thyssen-Gelände und dem Rangierbahnhof ein sogenanntes Science-Center anvisieren.

Wir müssen den Hochschulstandort substanziell weiterentwickeln und deswegen fordern wir, dass nach der erfolgreichen Gründung der Fachhochschule die Zeit gekommen ist, dass Hamm eine Universitätsstadt wird. Eine Universität für Hamm ist eine Leitvision für 2030, die die Entwicklung der Stadt stärker und positiver beeinflussen würde als alle Entscheidungen, die in den letzten fünfzig Jahren getroffen wurden oder auch alle Entscheidungen, die in den Folgejahren getroffen werden würden. Die Gründung und der Aufbau einer Universität ist, und das ist uns bewusst, ein über Jahre laufender und langwieriger Prozess, aber die Anstrengung lohnt sich definitiv. Wenn wir die Studierendenzahlen in NRW und Deutschland betrachten, ist ein klarer Bedarf feststellbar. So waren im Wintersemester 2019/20 an den Hochschulen in Deutschland rund 2,9 Millionen Studierende eingeschriebenen. Zehn Jahre vorher waren es nur rund 2,1 Millionen Studierende. Das macht einen Anstieg von knapp 37 Prozent. Wir haben in den letzten zwei Dekaden einen starken Akademisierungsgrad erlebt, der und das machen alle Prognosen deutlich, sich auch in Zukunft fortsetzen wird. War im 20. Jahrhundert noch die Industrie, wie der Bergbau die Basis unseres Wohlstandes, so leben wir im 21. Jahrhundert in einer Wissensgesellschaft und Bildung ist zunehmend das Humankapital auf das unsere Gesellschaft aufbaut.

Eine Universität in Hamm mit Zwanzigtausend und mehr Studierenden, wo man in den Fakultäten, u.a. Lehramt, Jura oder Medizin studieren kann, wäre für die strukturelle Entwicklung der Stadt revolutionär. Die Existenz einer Universität hätte positive Auswirkungen auf alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Ob dies nun der Arbeitsmarkt, die Kultur oder die Innovationskraft ist. Wenn eine Stadt wie Paderborn, die weniger Einwohner als Hamm besitzt, eine Universität mit rund 20 000 Studierenden hat, so sollte es das politische Ziel aller Parteien in Hamm sein, eine derartige Vision auch in Hamm wahr werden zu lassen. Natürlich muss das Land NRW mit ins Boot geholt und das Projekt aus Düsseldorf politisch flankiert werden. Aber warum haben wir einen Oberbürgermeister, der seit vielen Jahren im Vorstand des NRW-Städtetags ist oder einen SPD-Landtagsabgeordneten, der in Partei und Fraktion im Präsidium sitzt? Hier sollte überparteilich und im Interesse der Stadt Einfluss auf die politischen Entscheidungsträger in Düsseldorf genommen werden.

Wir sehen es auch nicht als Nachteil, sondern als Vorteil an, dass Hamm mit Dortmund, Münster, Bielefeld und Paderborn regelrecht von Städten mit einer Universität umrahmt ist. So kann regionale Zusammenarbeit leichter erfolgen und Netzwerke entstehen, die einen wichtigen Baustein bilden, der die Gründung einer Universität erleichtert. Ein weiterer Vorteil ist, dass der beschlossene Kohleausstieg durch einen Strukturausgleichsfond für betroffene Regionen und Kommunen unterstützt wird, der gerade für eine Stadt wie Hamm viele Millionen Euro in Aussicht stellt. Diese Geldsumme wäre ein mögliches Startkapital für die Gründung einer Universität. Auf den Punkt gebracht: Es spricht alles dafür sich für Hamm als zukünftige Unistadt stark zu machen, aber nichts dagegen.“

Dr. Cevdet Gürle
Oberbürgermeisterkandidat
Wählergruppe Pro Hamm

Die Corona-Pandemie hat deutlich gemacht, dass die Digitalisierung an den Schulen noch in den Kinderschuhen steckt

Die Wählergruppe Pro Hamm greift die Kritik aus Teilen der Schülerschaft und der Erziehungsberechtigten, die an sie herangetragen wurde auf und fordert, das die Stadtverwaltung im Schulausschuss einen mündlichen Sachstandsbericht zur „Digitalisierung an Schulen als Teil der Inklusion im Kontext der Corona-Pandemie“ abgibt.

Guido Schäfer, Sprecher der Wählergruppe Pro Hamm für Inklusion und Teilhabe, macht deutlich: ,,In den letzten drei Monaten waren die Schulgebäude durch die Covid-19 Pandemie als Lernorte für die Schülerschaft geschlossen und erst schrittweise nach den Osterferien können die Schüler in einem noch deutlich eingeschränkten Schulbetrieb zurückkehren. Die Schließung der Schulen hat Bildungsungleichheiten verfestigt, da im Besonderen Kinder aus sogenannten sozial schwachen Familien nicht ausreichend Ressourcen zur Verfügung hatten und haben, um den digitalen Unterricht zu folgen. Die abrupte Schließung der Schulen hat deutlich gemacht, dass wir in Sachen Digitalisierung noch ein Entwicklungsland sind. So ist neben der Bereitstellung von Hardware, die Ausstattung mit gleichwerter Software für alle Schüler von wesentlicher Bedeutung. Hier ist es wichtig, dass die Schüler auf einheitliche und kompatible Programme für z.B. Tabellenkalkulation und Textverarbeitung zurückgreifen können und diese durch regelmäßige Updates immer wieder aktualisiert werden können. Eine Möglichkeit wäre, dass die Schulen den Schülern einen kostenfreien Zugang zu Office 365 zur Verfügung stellen.

Die Möglichkeit der kostenfreien Nutzung dieser Standard-Programme werden scheinbar immer noch viel zu selten von den Schulen an die Schüler weitergegeben. Oftmals wird bei der Zertifizierung dieser Programme ein datenschutzrechtliches Problem seitens der Stadt gesehen. Hier müsste man mit der Stadt klären, welche datenschutzrechtlichen Bedenken es im Rahmen der Nutzung der oben aufgeführten Software gibt. Sofern es zur Nutzung dieses Programms Bedenken seitens des Datenschutzbeauftragten geben sollte, wäre es empfehlenswert eine alternative Softwarelösung für alle Schüler zu finden. Es müsste eine Lösung sein, die allen Kindern einen kostenfreien Zugang und Nutzung ermöglicht. Denn nur so kann sichergestellt werden, dass alle Schüler unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten und wenn diese überhaupt ein digitales Endgerät haben sollten, eine Software haben die auch E-Learning ermöglicht. Es ist uns in dem Zusammenhang bekannt, dass die Stadt derzeit an einer Umsetzung der Datenbank iserv arbeitet. Wann aber der Start für diese endlich losgehen wird, ist nicht bekannt. Denn eins muss allen Beteiligten bewusst sein: Digitalisierung bedeutet niemanden zurückzulassen.

Guido Schäfer
Sprecher Inklusion und Teilhabe
Wählergruppe Pro Hamm

Gesamtschule im Hammer Norden der nächste logische Schritt

Die Wählergruppe Pro Hamm nimmt die Schulstatistik 2019/20 als Anlass die Schul- und Bildungspolitik der Stadt kritisch zu hinterfragen und sich die Frage zu stellen, welche Weichenstellungen die Stadtspitze stellen sollte. Dr. Cevdet Gürle, Sprecher der Ratsgruppe Pro Hamm hält fest: ,,Die Schul- und Bildungspolitik muss sich den neuen Rahmenbedingungen anpassen, um alle Kinder in allen Sozialräumen zielgenau fördern zu können. Das Zahlenwerk unterstreicht die Entwicklung der letzten 20 Jahre. So beobachten wir, erstens – trotz einer verstärkten Zuwanderung in den letzten Schuljahren, einen insgesamte Rückgang der Gesamtschülerzahl und das obwohl wir zum neuen Schuljahr in den Eingangsklassen der weiterführenden Schulen einen nennenswerten Anstieg haben werden und zweitens, dass dieser Rückgang die weiterführenden Schulformen unterschiedlich stark trifft. Während eine Schulform, wie die Hauptschule zum Auslaufmodell wird, nehmen die Anmeldezahlen an den Gesamtschulen kontinuierlich zu.

So weisen die Hammer Gesamtschulen zum Schuljahr 2019/20 gut 2900 Schüler auf. Wenn man die gut 300 Schüler, der auslaufenden Sekundarschule hinzurechnet, sind wir bei mehr als 3200 Schülern, die eine integrative Schule besuchen. Im Schuljahr 2008/09 waren es „nur“ 2305. Das ergibt ein Plus von mehr als 900 in absoluten Zahlen und eine prozentuelle Steigerung von fast 40 Prozent. Wenn man noch bedenkt, dass in den letzten 20 Jahren aufgrund nicht vorhandener räumlicher Kapazitäten mehr als 1100 Schüler an den Gesamtschulen abgelehnt wurden, dann kann man von einem „Run“ auf das integrative Schulsystem sprechen und dass die integrative Schule unangefochten die Wunschschule Nummer 1 in der Hammer Elternschaft darstellt. Wir haben in keiner Schulform einen größeren Zuwachs als bei den integrativen Schulen. Die Errichtung einer dritten Gesamtschule am Standort der Arnold-Freymuth-Schule war goldrichtig. Die Anmeldezahlen, die über dem Soll liegen, unterstreichen, dass trotz aller Unkenrufe und des langjährigen politischen Widerstands eine integrative Schule mit einer Oberstufe in Herringen überfällig gewesen ist. Das war ein wichtiger Schritt, darf nicht aber der letzte sein. Daher sollte man sich mittelfristig mit einer weiteren Stärkung des integrativen Schulsystems, z.B. mit der Errichtung einer Schule des gemeinsamen, längeren Lernens im Hammer Norden/Heessen auseinandersetzen.

Wir müssen insgesamt und das unterstreichen die Zahlen, Schulen, die die Möglichkeit des Abiturerwerbs bieten, verstärkt unterstützen. Das würde auch zugleich das Bildungsgefälle unter den Stadtbezirken abbauen. So verwundert es nicht, dass der Stadtbezirk Heessen mit Abstand die rote Laterne beim Übergang von Kindern zu Gymnasien/Gesamtschulen trägt, aber die meisten Kinder unter allen Bezirken zu einer Hauptschule schickt. Die Botschaft der Schulstatistik ist eindeutig: Der Stadtbezirk Heessen braucht eine Gesamtschule!“

Dr. Cevdet Gürle
Sprecher Ratsgruppe Pro Hamm
Wählergruppe Pro Hamm

Der Lehrermangel verschärft bestehende Bildungsungleichheiten

,,Der Lehrermangel verschärft bestehende Bildungsungleichheiten und zementiert das Bildungsgefälle in den Gemeinden und Städten. Das können wir exemplarisch an unserer Kommune erkennen“, so Daniel Waleczek, schulpolitischer Sprecher der Wählergruppe Pro Hamm und für diese Mitglied im Schulausschuss.

Die Wählergruppe Pro Hamm schließt sich der Kritik der Bildungsgewerkschaft GEW an der Schulpolitik der schwarzgelben Landesregierung an. Daniel Waleczek: ,,Wir haben eine dauerhafte personelle Unterversorgung an den Schulen und das betrifft im Besonderen die Schulstandorte, die für angehende Lehrer als weniger „attraktiv“ gelten. Während bei offenen Stellen an den Gymnasien noch mehrere Bewerber mit einem regulären Lehramtsstudium auf eine Stelle kommen, ist das an den Grundschulen, den Real- und im Besonderen den Hauptschulen die Ausnahme gewonnen. Hier müssen die Schulleitungen verstärkt auf sogenannte Seiteneinsteiger zurückgreifen.

Ein Seiteneinsteiger muss nicht bedingt ein schlechterer Lehrer sein, dennoch halten wir es für unabdinglich für eine erfolgreiche Integration der Seiteneinsteiger in das Lehrerkollegium, dass die Anzahl der Quereinsteiger an einer Schule eine Handvoll nicht übersteigen sollte. So sehen wir in Hamm, dass auf Lehrerstellen an den Haupt- und Realschulen und im Primarbereich sich kaum Bewerber finden und Leiter von Schulen, die sich in sozial benachteiligten Wohnräumen befinden, sind letztendlich überhaupt froh, wenn man Bewerber hat, die die Mindestanforderungen erfüllen.

So haben wir in Hamm zwar eine Talentschule, der auf dem Papier mehr Personalstellen zustehen, die diese über Monate aber aufgrund fehlender Lehrer auf dem Markt gar nicht besetzen konnte. Die schwarzgelbe Landesregierung doktert, wie die rotgrüne Landesregierung an den Symptomen, ohne grundlegende Reformen durchzuführen.

Es sollte ein Muss sein, dass jeder Lehrer, egal auf welcher Schulform er unterrichtet, dieselbe Vergütung bekommt und dieselbe Stundenzahl zu unterrichten hat. Die Ungleichbehandlung und die Privilegierung der Gymnasien gehen auf Kosten der anderen Schulformen. Deswegen benötigen wir eine Aufwertung des Lehrerberufs gerade im Primar- und Sekundarstufenbereich und hier ist natürlich ein relevantes Instrument die Anhebung der Besoldung auf A13 für alle Lehrkräfte und eine Begrenzung der wöchentlichen Unterrichtszeit von 25,5 Stunden in allen Schulformen. Das würde dem Burn-Out von Lehrern vorbeugen und ihnen die gesellschaftliche Wertschätzung entgegenbringen, die sie verdienen.“

Daniel Waleczek
Schulpolitischer Sprecher
Wählergruppe Pro Hamm

Inklusion an Gymnasien

Bildung muss auf der politischen Agenda der Großen Koalition einen Spitzenplatz einnehmen

,,Die Stadt muss noch ihre Hausaufgaben haben“, so Daniel Waleczek, der schulpolitische Sprecher der Wählergruppe Pro Hamm zu den Betreuungsangeboten an den Grund- und weiterführenden Schulen in Hamm. Die Wählergruppe Pro Hamm kritisiert, dass die Investitionssumme im Doppelhaushalt 2019/20 den Sanierungsstau, der sich über viele Jahre angehäuft hat, nur in Ansätzen löst.

Daniel Waleczek: ,,Hier muss deutlich mehr geschehen. Bildung muss auf der politischen Agenda der Großen Koalition einen Spitzenplatz einnehmen. Die Zahlen der Schülerstatistik zeigen eine deutliche Linie: Wir werden weniger, wir werden älter und wir werden bunter. Die Schul- und Bildungspolitik muss sich den neuen Rahmenbedingungen anpassen, um alle Kinder in allen Sozialräumen zielgenau fördern zu können. Die Zahlen zur Schulstatistik 2018/19 überraschen niemanden, der sich mit Bildungspolitik und Schulentwicklung auseinandersetzt. Das Zahlenwerk unterstreicht die Entwicklung der letzten 20 Jahre.

So beobachten wir, erstens – trotz einer verstärkten Zuwanderung in den letzten zwei Schuljahren, einen allgemeinen Rückgang der Gesamtschülerzahl und zweitens, dass dieser Rückgang die weiterführenden Schulformen unterschiedlich stark trifft. Während im Schuljahr 2008/09 noch 3752 Schüler in Hamm eine Realschule besuchten, so liegt die Zahl derzeit nur noch bei knapp 3600. Das ist ein Rückgang um rund 5 Prozent. Die Gymnasien müssen einen noch deutlicheren Aderlass hinnehmen und kommen im Vergleich zum Schuljahr 2012/13 (Schülerzahl: 5294) auf jetzt noch etwas mehr als 4100 Schüler. Das bedeutet einen Rückgang um knapp 20 Prozent. Hingegen, und das ist wenig überraschend, ist die Zahl der Schüler, die eine integrative Schule besuchen in den letzten 15 Jahren in Hamm stetig gestiegen. So weisen die Hammer Gesamtschulen zum Schuljahr 2017/18 insgesamt 2452 Schüler auf. Wenn man die mehr als 500 Schüler der Sekundarschule/Gesamtschule in Herringen miteinrechnet, so kommen wir auf eine Gesamtzahl von fast 3000 Schülern, die eine integrative Schule besuchen. Im Schuljahr 2008/09 waren es „nur“ 2305. Das ergibt ein Plus von mehr als 600 in absoluten Zahlen und eine prozentuelle Steigerung um knapp 22 Prozent. Wenn man noch bedenkt, dass in den letzten 15 Jahren aufgrund nicht vorhandener räumlicher Kapazitäten mehr als 1000 Schüler an den Gesamtschulen abgelehnt wurden, dann kann man von einem „Run“ auf das integrative Schulsystem sprechen und dass die integrative Schule die Wunschschule 1 in der Hammer Elternschaft ist.“

Dr. Cevdet Gürle, Sprecher der Ratsgruppe ergänzt: ,,Die Schülerschaft ist an den integrativen Schulen in den letzten fünf Jahren stetig gestiegen. Wir haben in keiner Schulform einen größeren Zuwachs als bei den integrativen Schulen. Die Errichtung einer dritten Gesamtschule am Standort der Arnold-Freymuth-Schule war goldrichtig. Die Anmeldezahlen, die über dem Soll liegen, unterstreichen, dass trotz aller Unkenrufe und des langjährigen politischen Widerstands eine integrative Schule mit einer Oberstufe in Herringen überfällig gewesen ist. Das war ein wichtiger Schritt darf nicht aber der letzte sein, so sollte man sich mittelfristig mit einer weiteren Stärkung des integrativen Schulsystems, z.B. mit Errichtung einer Schule des gemeinsamen, längeren Lernens im Hammer Norden/Heessen auseinandersetzen.“

Daniel Waleczek                                                                   Dr. Cevdet Gürle
Schulpolitischer Sprecher                                                     Sprecher Ratsgruppe Pro Hamm

Wählergruppe Pro Hamm

Ablehnungen an den Gesamtschulen

Sehr geehrter Herr Lindemann,

trotz der dritten Gesamtschule im Hammer Stadtgebiet und den allgemein sinkenden Schülerzahlen ist die Gesamtschule die einzige Schulform, die Schüler in nennenswerter Zahl, da die Anmeldezahlen deutlich über der Aufnahmekapazität liegen, ablehnen muss. Die Zahl der Ablehnungen an den Gesamtschulen ist unverändert hoch und wird im Schuljahr 2019/20 erneut bei über 40 liegen. Hierbei ist die bedenkliche Entwicklung zu beobachten, dass im Besonderen die Sophie-Scholl-Gesamtschule in Bockum-Hövel vermehrt Schüler ablehnen muss.

Die Bockum-Höveler Schule musste bereits im Vorjahr die meisten Ablehnungen verzeichnen und der negative Trend hat sich zum Schuljahr 2019/20 deutlich verstärkt. Ein Dutzend Eltern, die ein Ablehnungsbescheid für ihr Kind von den Gesamtschulen erhielten, traten an uns mit der Bitte um Beratung und Betreuung heran, um zu erfahren, welche Optionen man habe. Hierbei war auffällig, dass der Gros der Eltern, die eine Ablehnung erhielten, im Stadtbezirk Heessen wohnen. Falls diese subjektive Wahrnehmung durch Datenmaterial bestätigt würde, wäre es eine klare Diskriminierung der Elternschaft im Stadtbezirk Heessen, die im Vergleich zu Eltern z.B. in Herringen, Bockum-Hövel oder Mitte schlechtere Rahmenbedingungen hätten, einen Platz an einer Gesamtschule zu erhalten.

Wir bitten daher, dass die Stadtverwaltung in dem Zusammenhang folgende Fragen beantwortet:

  1. Nach welchen Kriterien werden die Schüler an den Gesamtschulen ausgesucht? Hier bitten wir um eine differenzierte Auflistung, in der alle Kategorien (Geschlecht, Leistungsstärke, Wohnortnähe, Geschwisterregelung, Losverfahren etc.) genannt werden?
  2. Haben die Gesamtschulen Datenmaterial aus der hervorgeht, aus welchen Sozialräumen ihre Schülerschaft kommt? Wenn ja, dann bitten wir um eine Auflistung der Schülerzahlen in den einzelnen Gesamtschulen nach Postleitzahl beziehungsweise nach Sozialräumen/Stadtbezirken.
  3. Um Frage 2 zu spezifizieren, sollen die Schulverwaltungen auflisten, wo die abgelehnten Schüler zum Jahrgang 2019/20 der Gesamtschulen wohnhaft sind. Hier genügt die Nennung der Postleitzahl beziehungsweise des Sozialraums/Stadtbezirks.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Waleczek
Schulpolitischer Sprecher
Ratsgruppe Pro Hamm

Nachrichten aus dem Stadtrat – Thema: Schulentwicklungsplan

Es ist grundsätzlich von Vorteil, wenn die Politik und die Verwaltung einen Leitfaden in die Hand erhalten, um eine „optimale“ Arbeit zu machen.

Leider verdeutlicht der sogenannte qualitative Schulentwicklungsplan der CDU/SPD-Stadtregierung, den sie als Beschlussvorlage auf die Tagesordnung im Rat setzen, dass die Große Koalition die Wichtigkeit des Themas Bildung und Bildungschancen nicht annähernd verstanden haben.

In der Debatte im Rat hat de facto nur der Ratsvertreter von Pro Hamm, Dr. Cevdet Gürle, das Gutachten und die Handlungsempfehlungen der Stadtregierung kritisch auseinandergenommen. Das Ergebnis: Mangelhaft. Das kann an drei Punkten deutlich gemacht werden.

Punkt 1: Es wurde eine Lenkungsgruppe installiert, die aus 16 Personen der Politik und der Verwaltung besteht. Es findet sich unter den 16 Personen nicht ein Vertreter der Opposition. Hier erwarten wir mehr Fingerspitzengefühl der Großen Koalition und zu mindestens den Versuch über Parteigrenzen hinweg alle mitzunehmen.

Punkt 2: Die Gewichtung der Themen entspricht nicht den Bedürfnissen und den Bedarf der Schulen. So listet der Gutachter 12 Themen auf und diese werden den Schulen zur Priorisierung verschickt. Die Schwerpunkte der Schulen ist eindeutig. Unter den ersten vier Themen befinden sich Inklusion, Integration, Soziales Lernen in der Schule und Bildung ermöglichen – Abbau von Bildungsungleichheiten. Wie geht die Lenkungsgruppe mit der Schwerpunktsetzung um? Sie setzt unabhängig davon eigene „Wünsche“ als Maßstab und fasst drei der vier genannten Schwerpunkte der Schulen unter einem Punkt „Umgang mit Vielfalt“ zusammen. Das mag ja noch Okay sein, aber ein No-Go ist, dass das Thema (die Themen) auf nur noch 4 von insgesamt 126 Seiten des Gutachtens auftauchen. Das Thema Inklusion, dass als Wichtigstes von den Schulen genannt wird, taucht so gut wie gar nicht mehr auf und das, obwohl die schwarzgelbe Landesregierung die Belastungen für die Schulen in diesem Bereich weiter erhöht hat.

Punkt 3: Eingangsklassen. Es wird als Handlungsempfehlung empfohlen, das in Grundschulen mit besonderen Förderbedarf die maximale Größe einer Klasse 24 Kinder betragen darf – Ausnahmen sind aber möglich. Das hört ich erstmal nach einem Fortschritt an, ist aber nur eine leere Phrase, da de facto jetzt schon an den genannten Schulstandorten die Eingangsklassen fast alle durchgehend maximal 24 Kinder haben. Eine echte Verbesserung läge erst dann vor, wenn die Zahl auf höchstens 22 oder noch besser auf 20 begrenzt würde .

Wenn man sich konkret mit dem Gutachten auseinandersetzt, wird schnell deutlich, wie fehlerhaft dieser ist. Es ist (leider) kein großer qualitativer Wurf für die Bildungspolitik.

Hamm verdient eine bessere Schul- und Bildungspolitik!

Eure Wählergruppe Pro Hamm

Keine Inklusion an Hammer Gymnasien?

In den lokalen und überregionalen Medien wurde der Zick-Zack-Kurs der schwarz-gelben Landesregierung in der Schul- und Bildungspolitik mehrfach aufgegriffen. Der „neue“ Vorstoß, dass nun Kinder und Jugendliche mit einem sogenannten Inklusionsbedarf, konzentriert an bestimmten Schulformen unterrichtet werden sollen, halten wir für den falschen Weg.

Die Landesregierung strebt mit ihrer Schul- und Bildungspolitik mittelfristig an, dass das Gymnasium als Schulform von der Thematik Beschulung von Inklusionskindern herausgenommen wird. Wir halten es für eine destruktive Entwicklung, wenn die Herausforderungen, die mit der Beschulung von Inklusionskindern an Regelschulen, die wir für richtig und wichtig halten, einhergehen, auf wenige Schultern verlagert werden.

Die klare Botschaft der Landesregierung muss lauten, dass die Herausforderungen der Inklusion alle zusammen stemmen müssen und hier darf die schwarzgelbe Landesregierung eine Schulform, wie das Gymnasium nicht privilegieren.

Diese Entwicklung ist bereits in Hamm zu beobachten, wo nur noch das Hammonense als einziges Gymnasium Inklusionsunterricht anbietet. So sind die restlichen Schulen und Schulformen gezwungen, das weitgehende Ausscheiden der Gymnasien zu kompensieren. Damit ist niemanden ein Gefallen getan.

Wir bitten die Stadtverwaltung in dem Zusammenhang um die Beantwortung folgender Fragen:

1. Wie steht die Stadtverwaltung dazu, dass sich immer mehr Gymnasien aus der Beschulung von Inklusionskindern ausklinken?
2. Hat die Stadtverwaltung diesbezüglich Gespräche mit den Schulleitungen der Gymnasien geführt oder plant zu führen, um die Herausforderung der Inklusion nicht einzelnen Schulformen anzulasten?
3. Laut NRW-Schulministerium dürfe nicht allein die Schule darüber bestimmen, ob sie das Konzept der Inklusion fallen lasse oder nicht. Darüber hätte die Schulaufsicht zu bestimmen. Trägt also allein die Schulaufsicht die Verantwortung darüber, dass es in Hamm nur noch ein einziges Gymnasium gibt, in dem Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet werden?
4. Welche jeweiligen Gründe gibt es bei den anderen Hammer Gymnasien, die ein zukünftiges Inklusionskonzept unmöglich machen?
5. Ist es geplant, dass Kinder mit einer Behinderung in Hamm ausschließlich sogenannte Schwerpunktschulen besuchen? Falls ja, welche wären das zukünftig?
6. In der unmittelbaren Umgebung verhält es sich in den Städten und Gemeinden so, dass zumindest mehr als ein Gymnasium an der Inklusion festhält. Wieso wird der Inklusionsunterricht nur an einem einzigen Hammer Gymnasium aufrechterhalten?
7. Ist davon auszugehen, dass auch das Hammonense Gymnasium zukünftig auf den Inklusionsunterricht verzichten wird? Falls ja, ab welchem Zeitpunkt?

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Waleczek
Mitglied im Schulausschuss
Wählergruppe Pro Hamm