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Richtfest für den Neubau an der Arnold-Freymuth-Schule

Am gestrigen Montag feierte die Arnold-Freymuth-Schule das Richtfest für den Neubau, in dem ab 2024 die Sekundarstufe I der Schule untergebracht werden soll. Neben Klassenräumen und Lehrerzimmer wird es in dem Gebäude auch einen großen naturwissenschaftlichen Trakt geben. Für die Sekundarstufe II wird ebenfalls einen Neubau geben. Gleiches gilt für die Sporthalle.

Das gesamte Bauprojekt kostete 30 Millionen Euro. Ein Teil davon wird durch Mittel des Landes finanziert.

Die Pro Hammer Günay Yildirim und Nihat Altun ließen es sich nehmen, voller Stolz der Eröffnung des 1. Bauabschnitts der Herringer Gesamtschule beizuwohnen. Die Wählergruppe Pro Hamm hatte sich über viele Jahre vehement für die Realisierung der Gesamtschule eingesetzt und war, gerade in den ersten Jahren, auf viele Widerstände seitens der Politik und der Stadt gestoßen. Viel Überzeugungsarbeit war nötig und viele Unterschriften wurden gesammelt, bis auch andere Fraktionen die Idee unterstützten und der Wunsch nach einer Gesamtschule in Herringen endlich realisiert werden konnte.

Errichtung eines vollwertigen und eigenständigen Weiberbildungskollegs

Die Entscheidung die Volkshochschule und die Außenstelle des Hanse-Weiterbildungskollegs aus dem Hammer Norden nach Rhynern an den Standort der Lohschule zu verlegen, war eines der größten schulpolitischen Fehlleistungen des letzten Jahrzehnts. Die Entwicklung der Schülerzahlen unterstreicht, dass der Standort an der ehemaligen Lohschule keine Ideallösung ist. Ein Großteil der Studierenden, die am Kolleg beziehungsweise der VHS über den zweiten Bildungsweg einen Abschluss anstrebt, kommt aus dem Hammer Westen und Norden. Die Politik sollte diesen Menschen, von denen nicht wenige zum Beispiel neben Familie und/oder Arbeit den Mut aufbringen sich weiterzubilden keine Hürden aufstellen, sondern sie in ihren Bemühungen unterstützen. Deswegen müssen sich Weiterbildungseinrichtungen räumlich dort befinden, wo ihre Schülerschaft ist beziehungsweise zu mindestens in einer zentralen Lage. Die Verlagerung der Außenstelle des Hanse-Weiterbildungskollegs nach Rhynern bedeutete für das Gros der Studierenden eine massive Verschlechterung. Die Ampel-Regierung sollte eine längst überfällige Kurskorrektur vornehmen.

Des Weiteren ist es ein Unding, dass die Stadt Hamm als einzige Großstadt in NRW nicht über ein eigenes vollwertiges Weiterbildungskolleg verfügt und sich mit einer Außenstelle begnügen muss. So muss bildungspolitisch konsequenterweise das Ziel sein ein mittelfristig ein eigenes vollwertiges städtisches Weiterbildungskolleg zu haben.

Deswegen beantragt die Wählergruppe Pro Hamm, dass der Rat der Stadt der Stadtverwaltung auffordert, 1. eine Standortsuche für die Weiterbildungseinrichtungen in innenstädtischem Raum vorzunehmen und 2. einen organisatorischen Fahrplan vorzulegen mit der Zielsetzung ein vollwertiges und eigenständiges Weiterbildungskolleg zu errichten.

Anmeldezahlen an den Hammer Schulen sprechen eine eindeutige Sprache

Die Wählergruppe Pro Hamm nimmt die Anmeldezahlen zu den weiterführenden Schulen zum kommenden Schuljahr als Anlass die Schul- und Bildungspolitik der Stadt kritisch zu hinterfragen und sich die Frage zu stellen, welche Weichenstellungen die Stadtspitze stellen sollte. Hatice Chaaouani, die schulpolitische Sprecherin der Wählergruppe Pro Hamm hält fest:

,,Wir brauchen mehr Ehrlichkeit in der Schul- und Bildungspolitik und sollten diese den neuen Rahmenbedingungen anpassen, um alle Kinder in allen Sozialräumen zielgenau fördern zu können. Die Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr unterstreichen die Entwicklung der letzten 20 Jahre. So beobachten wir, erstens – trotz einer verstärkten Zuwanderung in den letzten Schuljahren, einen insgesamten Rückgang der Gesamtschülerzahl und zweitens, dass dieser Rückgang die weiterführenden Schulformen unterschiedlich stark trifft. Während im Schuljahr 2008/09 noch 3752 Schüler in Hamm eine Realschule besuchten, so liegt die Zahl derzeit nur noch bei knapp 3500.

Die Gymnasien müssen einen noch deutlicheren Aderlass hinnehmen und kommen im Vergleich zum Schuljahr 2012/13 (Schülerzahl: 5294) auf jetzt noch etwas weniger als 4000 Schüler. Hingegen, und das ist wenig überraschend, ist die Zahl der Schüler, die eine integrative Schule besuchen in den letzten 15 Jahren in Hamm stetig gestiegen. So weisen die Hammer Gesamtschulen auf eine Gesamtzahl von gut 2900 Schülern, die eine integrative Schule besuchen. Im Schuljahr 2008/09 waren es „nur“ 2305. Das ergibt ein Plus von mehr als 600 in absoluten Zahlen und eine prozentuelle Steigerung um knapp ein Fünftel.

Wenn man zusätzlich noch bedenkt, dass jedes Jahr, trotz der dritten Gesamtschule in Herringen die Gesamtschule die einzige Schulform ist, die Schüler ablehnen muss, dann kann man von einem „Run“ auf das integrative Schulsystem sprechen und dass die integrative Schule unangefochten die Wunschschule 1 in der Hammer Elternschaft ist.“

Dr. Cevdet Gürle, Sprecher der Ratsgruppe ergänzt: ,,Die Schülerschaft ist an den integrativen Schulen in den letzten sechs Jahren stetig gestiegen. Wir haben in keiner Schulform einen größeren Zuwachs als bei den integrativen Schulen. Die Errichtung einer dritten Gesamtschule am Standort der Arnold-Freymuth-Schule war goldrichtig. Die Anmeldezahlen, die über dem Soll liegen, unterstreichen, dass trotz aller Unkenrufe und des langjährigen politischen Widerstands eine integrative Schule mit einer Oberstufe in Herringen überfällig gewesen ist. Die Arnold-Freymuth-Gesamtschule und das unterstreichen die Anmeldezahlen für das Schuljahr 2022/23 erneut ist die mit Abstand beliebteste weiterführende Schule in den Räumen Herringen, Pelkum und dem Westen. Der Erfolg der Arnold-Freymuth-Gesamtschule auf der einen Seite, aber auch der stetig versiegende Zustrom an den Hauptschulen muss zu einem Umdenken in der Schulpolitik führen. Die Politik darf die Entwicklung nicht ignorieren, sondern muss aktiv handeln und dementsprechend schlagen wir vor, dass eine weitere Stärkung des integrativen Schulsystems vorangetrieben wird, z.B. mit der Errichtung einer Schule des gemeinsamen, längeren Lernens im Hammer Norden/Heessen.

Wenn wir den Elternwillen ernst nehmen und die Bildungsteilhabe im Stadtbezirk Heessen verbessern wollen, dann kommen wir nicht drumherum eine Gesamtschule in Norden/Heessen zu errichten. Die Errichtung einer Gesamtschule wäre ein wichtiger Baustein der Schul- und Bildungspolitik, um die Bildungsteilhabe sozial benachteiligter Kinder in den Sozialräumen Norden und Heessen zu verbessern und es wäre ein wegweisendes bildungspolitische und soziales Zukunftsprojekt für den Norden.“

Die Wählergruppe Pro Hamm wird dementsprechend das Thema ,,Errichtung einer weiteren Gesamtschule“ auf die Tagesordnung des Rats setzen. Der Rat wird in dem Antrag aufgefordert der Stadtverwaltung einen Auftrag zu erteilen, um die mögliche Standortfestlegung für eine weitere Gesamtschule im Hammer Stadtgebiet mit dem klaren Schwerpunkt auf den Hammer Norden/Heessen zu prüfen und einen Fahrplan zu erstellen.

Digitalisierung in Hamm – Quo vadis?

Im Zuge der Pandemie zeigte sich deutschlandweit, dass der Ausbau der Digitalisierung zumeist schlechter als angenommen war und es noch viele weiße Flecken ohne Internetempfang in Deutschland gab. Wenn man dann zusätzlich noch die Digitalisierung an Schulen in eine Bewertung mit einbezieht, so ist das Ergebnis fast schon katastrophal, da viele Schulen bezüglich ihrer Digitalisierung gefühlt noch im ersten Jahrzehnt der 2000er Jahre stecken und selbst diese Einschätzung erscheint an manchen Schulen fast schon optimistisch.

Um die Lage innerhalb der Stadt Hamm besser einschätzen zu können, bitten wir die Stadtverwaltung, um die Beantwortung folgender Fragen:
1. Wie weit ist der digitale Ausbau in Hamm vorangeschritten? Erfolgt der Ausbau noch immer planmäßig?
2. Gibt es noch immer weiße Flecken in Hamm, an denen der Internetempfang nur schlecht bis gar nicht möglich ist? Bis wann sollen diese Flecken beseitigt werden?
3. Welche durchschnittliche Internet-Geschwindigkeit möchte man aktuell flächendeckend erreichen? Ist diese Zielsetzung noch „zeitgemäß“ oder vielleicht schon wieder zu dem Zeitpunkt des Erreichens rückständig?
4. Im Haushaltsplan befindet sich die Maßnahme „Neuanschaffungen Digitalpakt“ (400_0300003080). Was genau wird genau neu angeschafft? Fällt da auch die Anschaffung von Tablets für Schulen darunter? Wie viele Tablets soll es pro Schule geben? Bekommen manche Schulen mehr als andere? Falls ja, welche und warum?
5. Sollen letzten Endes alle SchülerInnen mit Tablets ausgerüstet werden? Falls nicht, was spricht dagegen? Reichen die im Haushaltsplan eingeplanten Finanzmittel aus, um dieses Ziel zu erreichen? Müssen sich Eltern finanziell an den Anschaffungskosten der Geräte beteiligen?
6. Werden die besagten Tablets für die Schulen über Leasing-Verträge angeschafft? Falls nicht, aus welchen Gründen ist dies nicht möglich oder sind Kaufverträge in dem Fall etwa sinnvoller?

Neue Ausschussmitglieder im Ausschuss für Schule und Ausbildung

Hatice Chaaouani – sitzt für Sie und für Pro Hamm im Ausschuss für Schule und Ausbildung

 

Günay Yildirim – sitzt für Sie und für Pro Hamm als Stellvertreterin im Ausschuss für Schule und Ausbildung

Aus der Reihe: Pro Hamm wirkt …

Die Errichtung einer dritten Gesamtschule in Hamm am Standort der Arnold-Freymuth-Schule, die von einer Sekundarschule zu einer Gesamtschule weiterentwickelt wurde, ist eines der wichtigsten bildungspolitischen Entscheidungen der letzten zehn Jahre in Hamm und mit Abstand die Wichtigste für den Stadtbezirk Herringen.

Das Altgebäude wurde in den Herbstferien abgerissen und die Bauarbeiten für einen Teilneubau der Gesamtschule schreiten voran. Die Wählergruppe Pro Hamm hat sich immer stark gemacht für die Errichtung einer weiteren Gesamtschule und wir sagen allen, die hinter der dritten Gesamtschule standen und stehen Danke. Das gilt in erster Linie den Bürger*innen.

Pro Hamm = Pro Bildung.

Nachrichten aus der Politik …

Die Wählergruppe Pro Hamm hatte das Thema „Errichtung einer weiteren Gesamtschule“ in Hamm als Antrag auf die Tagesordnung der Ratssitzung vor der Sommerpause gesetzt.

Der Antrag wurde von den Ratsparteien der CDU, SPD, FDP, Grüne und Linke abgelehnt, d.h. also quer durch die Front.

Die Gründung einer weiteren Gesamtschule am Standort Hammer Norden/Heessen halten wir für zwingend notwendig, um ein Mehr an Bildungsgerechtigkeit zu erreichen.

Es ist ein Unding, dass allein zum neuen Schuljahr wieder mehr als 60 Kinder keinen Platz an einen der drei Gesamtschulen in Hamm bekommen haben. Das ist eine schreiende Ungerechtigkeit: Eltern und Kinder wollen einen Platz an einer integrativen Schule mit der Möglichkeit das Abitur dort zu machen und was sagen die Parteien im Rat? NEIN.

Der Stadtbezirk Heessen trägt bei der Schul- und Bildungspolitik die rote Laterne. Schüler*innen aus dem Bezirk erreichen deutlich weniger höhere Schulabschlüsse als Schüler*innen aus den anderen Bezirken. Die Kinder und Jugendlichen aus dem Hammer Norden und Heessen sind nicht dümmer, aber sie haben nicht dieselben Chancen.

Die Gesamtschule, als integrative Schule hat bewiesen, dass sie im Besonderen Kindern und Jugendlichen aus bildungsbenachteiligten Familien einen Lernort anbietet, der optimal ist, um ihre Potenziale zu entfalten. Wenn wir allein in den letzten Wochen die Namen der Abiturjahrgänge von den Gymnasien und Gesamtschulen in der Zeitung lesen durften, sollte jeder, selbst wenn er ideologische Scheuklappen trägt, erkennen, dass an den Gesamtschulen die Abiturjahrgänge im Besonderen die multikulturelle Stadtgesellschaft wiederspiegeln. Jede einzelne Gesamtschule in Hamm ist ein Gewinn für unsere Bildungslandschaft.

Dass die Linke in Hamm und SPD Nein zu unserem Antrag gesagt haben, unterstreicht ihren Zick-Zack-Kurs ohne das eine klare Linie auch nur in Ansätzen erkennbar ist. Die Art der Begründung für das Nein war an Lächerlichkeit kaum noch zu überbieten.

Wir als Pro Hamm haben eine eindeutige Position. Hamm braucht eine weitere, eine vierte Gesamtschule und diese muss im Hammer Norden/Heessen als Standort an den Start gehen. Das wäre ein großer Mehrwert nicht nur für den Stadtbezirk Heessen, sondern insgesamt für die Stadt Hamm.

Ein Weiter so wird es mit uns nach den Kommunalwahlen nicht geben. Wir brauchen endlich neue Impulse in der Schul- und Bildungspolitik.

Dr. Cevdet Gürle
Obürgermeisterkandidat
Wählergruppe Pro Hamm

Hamm eine Universitätsstadt – eine Vision für 2030

Die Wählergruppe Pro Hamm bringt die Idee einer Erweiterung des Hochschulstandorts Hamm um eine Universität ins Spiel. Dr. Cevdet Gürle, Oberbürgermeisterkandidat und Sprecher der Wählergruppe, erläutert: ,,Eine Universität wäre ein Quantensprung in der Entwicklung der Stadt, der das Gesicht von Hamm für das 21. Jahrhundert nachhaltig positiv sehr verbessern würde. Die Gründung der FH Hamm-Lippstadt 2009, mit ihren derzeit rund 6200 eingeschriebenen Studierenden, war ein Meilenstein für den Bildungsstandort Hamm. Keine Entscheidung der letzten zwanzig Jahre war wichtiger und richtiger als die Ansiedlung der Hochschule im Hammer Osten. Mittlerweile ist die Zeit aber reif, um für das neue Jahrzehnt eine weitere Vision in die Diskussion einzubringen. So halten wir es für zu kurz gedacht, wenn wir uns auf den Vorschlag der CDU beschränken und für das ehemalige Thyssen-Gelände und dem Rangierbahnhof ein sogenanntes Science-Center anvisieren.

Wir müssen den Hochschulstandort substanziell weiterentwickeln und deswegen fordern wir, dass nach der erfolgreichen Gründung der Fachhochschule die Zeit gekommen ist, dass Hamm eine Universitätsstadt wird. Eine Universität für Hamm ist eine Leitvision für 2030, die die Entwicklung der Stadt stärker und positiver beeinflussen würde als alle Entscheidungen, die in den letzten fünfzig Jahren getroffen wurden oder auch alle Entscheidungen, die in den Folgejahren getroffen werden würden. Die Gründung und der Aufbau einer Universität ist, und das ist uns bewusst, ein über Jahre laufender und langwieriger Prozess, aber die Anstrengung lohnt sich definitiv. Wenn wir die Studierendenzahlen in NRW und Deutschland betrachten, ist ein klarer Bedarf feststellbar. So waren im Wintersemester 2019/20 an den Hochschulen in Deutschland rund 2,9 Millionen Studierende eingeschriebenen. Zehn Jahre vorher waren es nur rund 2,1 Millionen Studierende. Das macht einen Anstieg von knapp 37 Prozent. Wir haben in den letzten zwei Dekaden einen starken Akademisierungsgrad erlebt, der und das machen alle Prognosen deutlich, sich auch in Zukunft fortsetzen wird. War im 20. Jahrhundert noch die Industrie, wie der Bergbau die Basis unseres Wohlstandes, so leben wir im 21. Jahrhundert in einer Wissensgesellschaft und Bildung ist zunehmend das Humankapital auf das unsere Gesellschaft aufbaut.

Eine Universität in Hamm mit Zwanzigtausend und mehr Studierenden, wo man in den Fakultäten, u.a. Lehramt, Jura oder Medizin studieren kann, wäre für die strukturelle Entwicklung der Stadt revolutionär. Die Existenz einer Universität hätte positive Auswirkungen auf alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Ob dies nun der Arbeitsmarkt, die Kultur oder die Innovationskraft ist. Wenn eine Stadt wie Paderborn, die weniger Einwohner als Hamm besitzt, eine Universität mit rund 20 000 Studierenden hat, so sollte es das politische Ziel aller Parteien in Hamm sein, eine derartige Vision auch in Hamm wahr werden zu lassen. Natürlich muss das Land NRW mit ins Boot geholt und das Projekt aus Düsseldorf politisch flankiert werden. Aber warum haben wir einen Oberbürgermeister, der seit vielen Jahren im Vorstand des NRW-Städtetags ist oder einen SPD-Landtagsabgeordneten, der in Partei und Fraktion im Präsidium sitzt? Hier sollte überparteilich und im Interesse der Stadt Einfluss auf die politischen Entscheidungsträger in Düsseldorf genommen werden.

Wir sehen es auch nicht als Nachteil, sondern als Vorteil an, dass Hamm mit Dortmund, Münster, Bielefeld und Paderborn regelrecht von Städten mit einer Universität umrahmt ist. So kann regionale Zusammenarbeit leichter erfolgen und Netzwerke entstehen, die einen wichtigen Baustein bilden, der die Gründung einer Universität erleichtert. Ein weiterer Vorteil ist, dass der beschlossene Kohleausstieg durch einen Strukturausgleichsfond für betroffene Regionen und Kommunen unterstützt wird, der gerade für eine Stadt wie Hamm viele Millionen Euro in Aussicht stellt. Diese Geldsumme wäre ein mögliches Startkapital für die Gründung einer Universität. Auf den Punkt gebracht: Es spricht alles dafür sich für Hamm als zukünftige Unistadt stark zu machen, aber nichts dagegen.“

Dr. Cevdet Gürle
Oberbürgermeisterkandidat
Wählergruppe Pro Hamm

Die Corona-Pandemie hat deutlich gemacht, dass die Digitalisierung an den Schulen noch in den Kinderschuhen steckt

Die Wählergruppe Pro Hamm greift die Kritik aus Teilen der Schülerschaft und der Erziehungsberechtigten, die an sie herangetragen wurde auf und fordert, das die Stadtverwaltung im Schulausschuss einen mündlichen Sachstandsbericht zur „Digitalisierung an Schulen als Teil der Inklusion im Kontext der Corona-Pandemie“ abgibt.

Guido Schäfer, Sprecher der Wählergruppe Pro Hamm für Inklusion und Teilhabe, macht deutlich: ,,In den letzten drei Monaten waren die Schulgebäude durch die Covid-19 Pandemie als Lernorte für die Schülerschaft geschlossen und erst schrittweise nach den Osterferien können die Schüler in einem noch deutlich eingeschränkten Schulbetrieb zurückkehren. Die Schließung der Schulen hat Bildungsungleichheiten verfestigt, da im Besonderen Kinder aus sogenannten sozial schwachen Familien nicht ausreichend Ressourcen zur Verfügung hatten und haben, um den digitalen Unterricht zu folgen. Die abrupte Schließung der Schulen hat deutlich gemacht, dass wir in Sachen Digitalisierung noch ein Entwicklungsland sind. So ist neben der Bereitstellung von Hardware, die Ausstattung mit gleichwerter Software für alle Schüler von wesentlicher Bedeutung. Hier ist es wichtig, dass die Schüler auf einheitliche und kompatible Programme für z.B. Tabellenkalkulation und Textverarbeitung zurückgreifen können und diese durch regelmäßige Updates immer wieder aktualisiert werden können. Eine Möglichkeit wäre, dass die Schulen den Schülern einen kostenfreien Zugang zu Office 365 zur Verfügung stellen.

Die Möglichkeit der kostenfreien Nutzung dieser Standard-Programme werden scheinbar immer noch viel zu selten von den Schulen an die Schüler weitergegeben. Oftmals wird bei der Zertifizierung dieser Programme ein datenschutzrechtliches Problem seitens der Stadt gesehen. Hier müsste man mit der Stadt klären, welche datenschutzrechtlichen Bedenken es im Rahmen der Nutzung der oben aufgeführten Software gibt. Sofern es zur Nutzung dieses Programms Bedenken seitens des Datenschutzbeauftragten geben sollte, wäre es empfehlenswert eine alternative Softwarelösung für alle Schüler zu finden. Es müsste eine Lösung sein, die allen Kindern einen kostenfreien Zugang und Nutzung ermöglicht. Denn nur so kann sichergestellt werden, dass alle Schüler unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten und wenn diese überhaupt ein digitales Endgerät haben sollten, eine Software haben die auch E-Learning ermöglicht. Es ist uns in dem Zusammenhang bekannt, dass die Stadt derzeit an einer Umsetzung der Datenbank iserv arbeitet. Wann aber der Start für diese endlich losgehen wird, ist nicht bekannt. Denn eins muss allen Beteiligten bewusst sein: Digitalisierung bedeutet niemanden zurückzulassen.

Guido Schäfer
Sprecher Inklusion und Teilhabe
Wählergruppe Pro Hamm

Gesamtschule im Hammer Norden der nächste logische Schritt

Die Wählergruppe Pro Hamm nimmt die Schulstatistik 2019/20 als Anlass die Schul- und Bildungspolitik der Stadt kritisch zu hinterfragen und sich die Frage zu stellen, welche Weichenstellungen die Stadtspitze stellen sollte. Dr. Cevdet Gürle, Sprecher der Ratsgruppe Pro Hamm hält fest: ,,Die Schul- und Bildungspolitik muss sich den neuen Rahmenbedingungen anpassen, um alle Kinder in allen Sozialräumen zielgenau fördern zu können. Das Zahlenwerk unterstreicht die Entwicklung der letzten 20 Jahre. So beobachten wir, erstens – trotz einer verstärkten Zuwanderung in den letzten Schuljahren, einen insgesamte Rückgang der Gesamtschülerzahl und das obwohl wir zum neuen Schuljahr in den Eingangsklassen der weiterführenden Schulen einen nennenswerten Anstieg haben werden und zweitens, dass dieser Rückgang die weiterführenden Schulformen unterschiedlich stark trifft. Während eine Schulform, wie die Hauptschule zum Auslaufmodell wird, nehmen die Anmeldezahlen an den Gesamtschulen kontinuierlich zu.

So weisen die Hammer Gesamtschulen zum Schuljahr 2019/20 gut 2900 Schüler auf. Wenn man die gut 300 Schüler, der auslaufenden Sekundarschule hinzurechnet, sind wir bei mehr als 3200 Schülern, die eine integrative Schule besuchen. Im Schuljahr 2008/09 waren es „nur“ 2305. Das ergibt ein Plus von mehr als 900 in absoluten Zahlen und eine prozentuelle Steigerung von fast 40 Prozent. Wenn man noch bedenkt, dass in den letzten 20 Jahren aufgrund nicht vorhandener räumlicher Kapazitäten mehr als 1100 Schüler an den Gesamtschulen abgelehnt wurden, dann kann man von einem „Run“ auf das integrative Schulsystem sprechen und dass die integrative Schule unangefochten die Wunschschule Nummer 1 in der Hammer Elternschaft darstellt. Wir haben in keiner Schulform einen größeren Zuwachs als bei den integrativen Schulen. Die Errichtung einer dritten Gesamtschule am Standort der Arnold-Freymuth-Schule war goldrichtig. Die Anmeldezahlen, die über dem Soll liegen, unterstreichen, dass trotz aller Unkenrufe und des langjährigen politischen Widerstands eine integrative Schule mit einer Oberstufe in Herringen überfällig gewesen ist. Das war ein wichtiger Schritt, darf nicht aber der letzte sein. Daher sollte man sich mittelfristig mit einer weiteren Stärkung des integrativen Schulsystems, z.B. mit der Errichtung einer Schule des gemeinsamen, längeren Lernens im Hammer Norden/Heessen auseinandersetzen.

Wir müssen insgesamt und das unterstreichen die Zahlen, Schulen, die die Möglichkeit des Abiturerwerbs bieten, verstärkt unterstützen. Das würde auch zugleich das Bildungsgefälle unter den Stadtbezirken abbauen. So verwundert es nicht, dass der Stadtbezirk Heessen mit Abstand die rote Laterne beim Übergang von Kindern zu Gymnasien/Gesamtschulen trägt, aber die meisten Kinder unter allen Bezirken zu einer Hauptschule schickt. Die Botschaft der Schulstatistik ist eindeutig: Der Stadtbezirk Heessen braucht eine Gesamtschule!“

Dr. Cevdet Gürle
Sprecher Ratsgruppe Pro Hamm
Wählergruppe Pro Hamm