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Kontraproduktive Unterbringung von Flüchtlingen

Die Wählergruppe Pro Hamm plant die verwaltungsorganisatorische Regelung der dezentralen Unterbringung von politischen Flüchtlingen in der Stadt auf die Tagesordnung der anstehenden Ratssitzung zu bringen. Sprecher der Pro Hamm Ratsgruppe Dr. Cevdet Gürle ist mit den vorgelegten Zahlen, die als Antwort auf eine Anfrage der Wählergruppe genannt wurden nicht zufrieden. ,,Es steht die Zusage der damals schwarz-gelben Stadtregierung aus dem Oktober 2013 im Raum, dass politische Flüchtlinge dezentral auf die Bezirke gleichmäßig verteilt werden sollten. Diese Vorgehensweise, die bereits erfolgreich in anderen NRW-Kommunen wie Leverkusen seit Längerem umgesetzt wird, wird von uns ausdrücklich begrüßt. Die dezentrale Unterbringung von Asylbewebern ist aus humanitären Günden zu begrüßen, da die Flüchtlinge nicht eingepfercht werden in menschenverachtende Container und eher die Möglichkeit haben sich in das soziale Umfeld zu integrieren. Außerdem hat die Stadtregierung die Möglichkeit über eine dezentrale Unterbringung die Zahl der Bedarfsgemeinschaften für Flüchtlinge in den einzelnen Wohnquartieren zu steuern“, so Dr. Cevdet Gürle. Die Wählergruppe Pro Hamm kritisiert, dass eine konzentrierte Unterbringung von politischen Flüchtlingen insbesondere in vorbelasteten Sozialquartieren, wie den Hammer Westen und den Hammer Norden stattfindet. Dr. Cevdet Gürle: ,,Es ist kontraproduktiv, wenn mehr als 50 Prozent der angemieteten Prrivatwohnungen sich in Hamm-Mitte, den Hammer Norden und den Hammer Westen befinden. Hingegen liegen nur acht Bedarfsgemeinschaften für Flüchtlinge in den Stadtbezirken Rhynern und Uentrop. Hier fragen wir uns, wo bitte ist hier eine gleichmäßige dezentrale Unterbringung in der Kommune?“. Die Ratsgruppe Wählergruppe Pro Hamm plant mit einem Antrag das Thema in die Ratssitzung einzubringen. Im Antrag wird der Rat der Stadt Hamm aufgefordert einen Beschluss zu fassen, in der die Stadtverwaltung eindringlich erinnert wird, dass eine gleichmäßige dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen umgesetzt werden soll und dabei explizit Wohnquartiere im Hammer Westen und den Hammer Norden ausgeklammert werden.

Dr. Cevdet Gürle
Ratsgruppe

Wählergruppe Pro Hamm

Asyl Antrag

 

WaldenburgerStraße13

Kein Asylbewerberheim an der Waldenburger Straße

Die Wählergruppe Pro Hamm verurteilt auf Schärfste das anonyme Schreiben mit Unterschriftenliste, das von einem angeblichen Rechtsanwalt bei einem Herringer Geschäftsmann abgegeben wurde. ,,Hier wird rassistische Stimmungsmache gegen ein angebliches Asylbewerberheim an der Waldenburger Straße gemacht“, so der Vorsitzende von Pro Hamm Dr. Cevdet Gürle. Gürle weiter: ,,Die Stadt Hamm hat unmissverständlich deutlich gemacht, dass an der Waldenburger Straße kein Asylbewerberheim errichtet und ein Konzept vorgestellt wird, dass eine dezentrale Unterbringung der aufzunehmenden syrischen Flüchtlinge vorsieht. Wir als Pro Hamm begrüßen es, dass die Asylbewerber auf alle Stadtbezirke verteilt werden und man dabei belastete Wohnquartiere wie den Hammer-Westen und den Hammer-Norden gezielt außen vorlässt. Die Wählergruppe verurteilt die bewusste Desinformation, die mit dem anonymen Schreiben gestreut wird und scheinbar Ängste bei der Herringer Bevölkerung auslösen soll. Wir müssen nicht nur helfen, weil wir ein wohlhabendes Land sind, sondern allein aus Prinzipien der Humanität und der Nächstenliebe“, so Gürle. Der Herringer Bezirksvertreter stellt klar: ,,In der Diskussion darf nicht untergehen, dass Flüchtlinge ihre Heimat nicht verlassen weil sie es wollen, sondern weil sie es müssen. Sie fliehen vor Verfolgung, politischer Unterdrückung, Krieg, Gefahr für Leib und Leben. Knapp die Hälfte aller Flüchtlinge sind Kinder!”
Es ist für Pro Hamm erschreckend, wenn nach einer Studie der gemeinnützigen Organisation Pro Asyl rund zweidrittel der Bevölkerung die Ansicht vertreten, dass das Gros der Flüchtlinge in Deutschland zu Unrecht Asyl erhalte. Eine Mehrheit der Bevölkerung würde der populistischen Metapher ,,Das Boot ist voll“ zustimmen.
Die Ergebnisse bringen das Problem auf den Punkt: Beim Thema Asyl werden Realitäten ausgeblendet und man zieht es vor an liebgewonnenen Vorurteilen festzuhalten. Dem möchte Pro Hamm einige Fakten entgegensetzen. Das UN-Flüchtlingswerk UNHCR schätzt die Zahl der gewaltsam vertriebenen Personen weltweit auf rund 45 Millionen (Stand 2012). In ihrem Jahresbericht bilanziert die UNHCR, dass vier von fünf Flüchtlingen in Entwicklungsländern leben. So sind von den über zwei Millionen Syrern, die vor dem Bürgerkrieg geflohen sind, knapp die Hälfte Kinder. Rund eine Million der syrischen Flüchtlinge wurden von der Türkei und Jordanien aufgenommen. Deutschland hingegen hat etwa 10.000 syrische Flüchtlinge aufgenommen. ,,Das sind Fakten, die die Person oder die Gruppierung, die das anonyme Schreiben verfasst haben, kennen müssten, aber bewusst ausblenden”, so Gürle. Der Zustand an den Häusern 1 und 5 an der Waldenburger Straße ist für die Wählergruppe Pro Hamm unbefriedigend. Deswegen ist es richtig und wichtig, dass man sich mit der Problematik auseinandersetzt, aber das auf einer sachlichen Ebene. So stellt Pro Hamm als eine Option zur Diskussion, dass ein Rückbau stattfindet, welches einhergeht mit der Schaffung von qualitativ anspruchsvollem Wohnraum. Dr. Gürle betont, dass die Wohnortlage an der Einfahrt zur Waldenburger Straße prinzipiell für Investoren hochattraktiv ist. Der Marktplatz und das Lippe-Carré sind nur wenige Hundert Meter entfernt, eine Anbindung an den ÖPNV ist gegeben, die Lessingschule befindet sich in direkter Nachbarschaft und mit dem Waldgebiet Sundern hat man ein Erholungsgebiet, das man fußläufig erreichen kann. Das sind alles Faktoren, die für den Standort sprechen. Das Potenzial für mehr ist da, so Gürle.

 

Dr. Cevdet Gürle

Vorsitzender
Pro Hamm