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Arm trotz Arbeit

,,Tausende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Hamm profitieren nicht von der scheinbar guten Wirtschaftslage. So steigt seit Jahren die Zahl der Arbeitskräfte, die neben einer Vollzeitstelle einen Zweitjob aufnehmen müssen, um über die Runden zu kommen. Das betrifft im Besonderen das Gaststätten- und Hotelgewerbe, wo Altersarmut vorprogrammiert ist. Die Politik versagt in der Frage, wie ein Mehr an Lohngerechtigkeit erreicht werden kann“, so Carsten Silker, Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Arbeit für die Wählergruppe Pro Hamm.

Die Wählergruppe Pro Hamm übt massive Kritik an der Arbeitsmarktpolitik der Großen Koalition im Rathaus. Carsten Silker weiter: ,,Wenn einmal im Quartal die Zahlen zur Entwicklung des Arbeitsmarkts bekannt gegeben werden, erleben wir stets dieselbe Prozedur: Die Mehrheitsfraktionen loben den heimischen Arbeitsmarkt mit uneingeschränkten Lobeshymnen und verkennen, dass trotz eines Sinken der Arbeitslosenzahlen und dem Anstieg der Erwerbstätigen, das nur wenig über die Qualität eines Arbeitsplatzes aussagt. So beobachten wir deutschlandweit und auch in abgeschwächter Form in Hamm ein Sinken der Arbeitslosenzahlen in den letzten drei Jahren und dennoch kann man der Stellungnahme zur Anfrage der Wählergruppe, die wir zu den Beschäftigungsverhältnissen in Hamm gestellt haben, entnehmen, dass die Zahl der abhängig Erwerbstätigen, die neben ihrem regulären Einkommen auf ALG-II Leistungen angewiesen sind, seit 2010 bis heute gestiegen ist. So hat die Zahl sogenannter prekärer Arbeitsverhältnisse zugenommen und das amerikanische Phänomen „Arm trotz Arbeit“ hat auch längst Einzug in die Hammer Haushalte gehalten.

Um es auf den Punkt zu bringen: Wir brauchen nicht einfach mehr Jobs, sondern ein Plus an mehr gut bezahlten Jobs und keine Jobs, die einen knapp übers Wasser halten oder man trotz einer Vollzeitstelle auf ergänzende Sozialleistungen angewiesen ist. Die Wirtschaftsförderung Hamm vernachlässigt innovative und zukunftsfähige Industrien bis heute sträflich. Die Zahlen der steigenden Armutsentwicklung, die man auf die lokale Ebene herunterbrechen kann, unterstreichen diese negative Entwicklung. Wir haben einen Prozess, bei dem sich die Gesellschaft zunehmend in Gewinner und Verlierer einteilt.“

Carsten Silker
Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Arbeit (AWAIS)
Wählergruppe Pro Hamm

Erwerbstätigkeit trotz Renteneintrittsalter

Erwerbstätigkeit trotz Renteneintrittsalter

Sehr geehrter Herr Burkert,

Untersuchungen zeigen, dass die Zahl der Personen, die trotz Renteneintrittsalter erwerbstätig sind, in den letzten zehn Jahren stark angestiegen ist. So ist in Hamm die Zahl der Menschen, die älter als 65 sind und weiterhin einer Erwerbstätigkeit nachgehen, laut der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit, allein in den letzten zwei Jahren um 40,4 Prozent angewachsen. Leider geben diese Zahlen kaum Aufschluss über die Lebensumstände dieser Menschen. Handelt es sich bei der Zielgruppe um Menschen, die „freiwillig“ länger arbeiten wollen oder sind sie gezwungen aufgrund einer niedrigen Rente diese mit einem Zusatzeinkommen aufzustocken?

Die Wählergruppe bittet die Stadtverwaltung in den Zusammenhang um die Beantwortung folgender Fragen:

  1. Sind der Stadtverwaltung Anhaltspunkte bekannt, worauf der enorme Anstieg von 40,9 Prozent in den letzten zwei Jahren zurückzuführen ist? Hat es derartig drastische Anstiege auch in früheren Jahren gegeben?
  2. Lässt sich der Anstieg rational durch kausale Zusammenhänge mit anderen Begebenheiten wie Schleichende Inflation, Kalte Progression, mögliche Mietpreisspirale, Dumpinglöhne, allgemeine Steuererhöhungen erklären?
  3. Liegt der Stadtverwaltung eine Datenerhebung vor, aus der die Lebenszufriedenheit aller Hammer Bürger über 65 Jahre abgeleitet werden kann? Ein Fragenkatalog, der auch eventuell auf die Hintergründe zur Erwerbstätigkeit bei älteren Menschen eingeht.
  4. Falls ein solche Datenerhebung nicht vorhanden ist, sieht die Stadtverwaltung einen Bedarf diese anzufertigen, um die kommunale Politik für ältere Menschen vor Ort zu optimieren?

Mit freundlichen Grüßen,

Volker Sartor
Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration
Wählergruppe Pro Hamm