Volle Schulbusse als Corona-Infektionsherde

wir greifen die Kritik von vielen Eltern und aus der Schülerschaft auf, dass die regulären Busse, sowie auch die Schulbusse zu den Schulanfangszeiten und zum Schulende überfüllt sind. Hier entstehen Infektionsherde, die vermeidbar oder zu mindestens reduzierbar wären. Trotz der rasant steigenden Zahlen in den letzten vier Wochen und des Schulstarts scheint die Stadtregierung und die Stadtverwaltung die Problematik des öffentlichen Nahverkehrs als potentiellen Pandemietreiber zu unterschätzen. Wir haben detaillierte Hygiene- und Schutzkonzepte in Klassenräumen und Schulen, aber dichtes Gedränge in den Schulbussen auf den Weg dorthin, nehmen wir schulterzuckend hin. Mindestabstände in den Bussen und das gilt natürlich im Besonderen rund um den Schulbeginn und dem Schulende sind ein Fremdwort.

 

Die Problematik, dass die Nachfrage und die Auslastung des öffentlichen Nahverkehrs rund um den Schulbeginn und dem Schulende am stärksten sind, war schon in der Vor-Corona-Zeit eine Tatsache. Nun rächt sich aber, dass der öffentliche Nahverkehr in den letzten 20 Jahren in der Verkehrs- und Infrastrukturpolitik häufig nur eine nachrangige Priorität hatte. Die temporäre Anpassung der Schulanfangszeiten an den Gesamtschulen ist eine Maßnahme, die wir begrüßen, aber nur ein Tropfen auf dem heißen. Wir benötigen, im Besonderen in den nächsten Winterwochen, wo wir davon ausgehen müssen, dass die Inzidenzfälle auf hohem Niveau verbleiben werden und sogar noch steigern zusätzliche Kapazitäten im öffentlichen Nahverkehr mit einer höheren Taktung und eine weitere Entzerrung der Anfangszeiten an den Hammer Schulen.

 

Wir bitten in diesem Zusammenhang, um die Beantwortung folgender Fragen:

 

  1. Wie viele Schulbusse (neben den regulären Buslinien) sind zu den Schulanfangszeiten und zu den Schulendzeiten im Stadtgebiet im Einsatz?
  2. Welche Schulen werden mit Schulbussen bedient? Hier bitten wir um eine Auflistung aller Schulen und der Anzahl der eingesetzten Schulbusse und des jeweiligen Betreibers (z.B. Stadtwerke, Breitenbach, Dargel usw.)
  3. Wie viele Schulbusse sind (Stand 01.01.2022) im Einsatz? Wie viele Schulbusse waren in der Vor-Corona-Zeit, d.h. 2019 im Einsatz?
  4. Wird eine Messung der Auslastung der Schulbusse vorgenommen? Wenn ja, nach welchem Indikator wird gemessen und wie hoch ist die Auslastung?
  5. Sieht die Stadtverwaltung in vollen Schulbussen ein Gefahrenpotenzial für Ansteckungen mit dem Corona-Virus? Wenn ja,
  6. welche Maßnahmen hat die Stadtverwaltung bisher umgesetzt, um die Gefahr eines Ansteckungsherdes zu reduzieren?
  7. sind konkret, der Einsatz zusätzlicher Busse im Winter geplant, um die Kapazitätsspitzen im Schülerverkehr abzufedern?

wie bewertet die Stadtverwaltung, die Forderung von Lehrer-, Elter- und Schülerverbänden die Schulanfangszeiten weiter zu entzerren? Sind hier weitergehende, zeitnahe Maßnahmen in Absprache und der Einbindung der betroffenen Akteure geplant?