Verlagerung der Notfallpraxis dauerhaft nach Heessen nicht hinnehmbar

,,Solidarität sieht anders aus“, so Erol Gürle, der gesundheitspolitischer Sprecher und Ratsherr der Wählergruppe Pro Hamm kritisiert die Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe die Notfallpraxis an der St. Barbara-Klinik in Heessen dauerhaft anzusiedeln und fordert diese auf an ihren alten Standort am St. Marienhospital zurückzukehren. Man übt aber auch zugleich Kritik an der Ampel-Regierung:

,,Die Bürgerinnen und Bürgerinnen erwarten ein geschlossenes und gemeinsames Auftreten der Politik gegenüber der KVWL und das Ausscheren der Heessener Bezirksbürgermeisterin Frau Brennecke, die die Verlagerung der Notfallpraxis von der Innenstadt an die St. Barbara-Klinik ausdrücklich begrüßt, verdeutlicht eine egoistische Grundhaltung, die für das Gemeinwohl schädlich ist. Bei einem Thema, wie der allgemeinen, gesundheitlichen Grundversorgung der Bevölkerung sollte nicht das Interesse Weniger, sondern das Wohl Vieler im Mittelpunkt stehen. Ich rate der SPD in Heessen nicht allein an den Eigennutz zu denken, sondern zu erkennen, welche negativen Folgewirkungen die dauerhafte Verlagerung der Notfallpraxis von der Innenstadt in eine Randzone hätte.

Hier erwarten zu Recht viele Bürgerinnen und Bürger zugleich eine klare Positionierung des Oberbürgermeisters. Was wir aber derzeit aus dem Rathaus vernehmen, ist nur betretenes Schweigen.“ Die Wählergruppe Pro Hamm wird das Thema „Erhalt der Notfallpraxis am Standort des St. Marienhospitals“ auf die Tagesordnung des Rats setzen und den Stadtrat auffordern in einer gemeinsamen Resolution klar Position zu beziehen.

Die Resolutionsvorlage lautet wie folgt: Der Rat der Stadt verurteilt auf Schärfste und lehnt die Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) die Notfallpraxis dauerhaft an der St. Barbara Klinik anzusiedeln, ab. Die Verlagerung der Notfallpraxis aus der Stadtmitte nach Heessen wurde von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) stets als ein begrenzter Zeitraum kommuniziert und im Kontext der Corona-Pandemie und dem Infektionsschutz legitimiert. Es war nie die Rede davon, dass es sich hierbei um einen Dauerzustand handeln wird und die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) dauerhaft die Notfallpraxis nach Heessen auszulagern plant. Die nun getroffene Entscheidung kommt einen Wortbruch gleich und erschüttert das Vertrauern der Öffentlichkeit in die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL).

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat eine öffentliche Verantwortung, eine möglichst optimale ärztliche Grundversorgung sicherzustellen. Wenn die Notfallpraxis in Heessen verbleiben sollte, ist das nicht mehr sichergestellt. Der Standort an der St. Barbara-Klinik liegt für die meisten Menschen in Hamm in einer Randzone und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer zu erreichen. Die Verlagerung aus der Innenstadt in die Peripherie bedeutet, dass im Besonderen Menschen, die mobil eingeschränkt sind, d.h. zum Beispiel ältere Bürger*innen oder sozial schwache Gruppen in ihrer Gesundheitsversorgung massiv benachteiligt werden.

Eine Notfallpraxis muss für alle Menschen gleichermaßen gut erreichbar sein und das ist am neuen Standort an der St. Barbara-Klinik nicht der Fall. Des Weiteren ist zu befürchten, dass mit der Verlagerung der Notfallpraxis die Notfallambulanzen der Krankenhäuser, die sich in der Innenstadt befinden, stark belastet werden. Dass die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) eine Entscheidung mit solcher Tragweite scheinbar im Alleingang und ohne Abstimmung mit der Politik getroffen hat, kritisieren wir in aller Deutlichkeit. Dementsprechend fordern wir die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) auf von ihrer Entscheidung Abstand zu nehmen und mit der Notfallpraxis an ihren alten Standort, dem St. Marienhospital zurückzukehren.