Anmeldezahlen an den Hammer Schulen sprechen eine eindeutige Sprache

Die Wählergruppe Pro Hamm nimmt die Anmeldezahlen zu den weiterführenden Schulen zum kommenden Schuljahr als Anlass die Schul- und Bildungspolitik der Stadt kritisch zu hinterfragen und sich die Frage zu stellen, welche Weichenstellungen die Stadtspitze stellen sollte. Hatice Chaaouani, die schulpolitische Sprecherin der Wählergruppe Pro Hamm hält fest:

,,Wir brauchen mehr Ehrlichkeit in der Schul- und Bildungspolitik und sollten diese den neuen Rahmenbedingungen anpassen, um alle Kinder in allen Sozialräumen zielgenau fördern zu können. Die Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr unterstreichen die Entwicklung der letzten 20 Jahre. So beobachten wir, erstens – trotz einer verstärkten Zuwanderung in den letzten Schuljahren, einen insgesamten Rückgang der Gesamtschülerzahl und zweitens, dass dieser Rückgang die weiterführenden Schulformen unterschiedlich stark trifft. Während im Schuljahr 2008/09 noch 3752 Schüler in Hamm eine Realschule besuchten, so liegt die Zahl derzeit nur noch bei knapp 3500.

Die Gymnasien müssen einen noch deutlicheren Aderlass hinnehmen und kommen im Vergleich zum Schuljahr 2012/13 (Schülerzahl: 5294) auf jetzt noch etwas weniger als 4000 Schüler. Hingegen, und das ist wenig überraschend, ist die Zahl der Schüler, die eine integrative Schule besuchen in den letzten 15 Jahren in Hamm stetig gestiegen. So weisen die Hammer Gesamtschulen auf eine Gesamtzahl von gut 2900 Schülern, die eine integrative Schule besuchen. Im Schuljahr 2008/09 waren es „nur“ 2305. Das ergibt ein Plus von mehr als 600 in absoluten Zahlen und eine prozentuelle Steigerung um knapp ein Fünftel.

Wenn man zusätzlich noch bedenkt, dass jedes Jahr, trotz der dritten Gesamtschule in Herringen die Gesamtschule die einzige Schulform ist, die Schüler ablehnen muss, dann kann man von einem „Run“ auf das integrative Schulsystem sprechen und dass die integrative Schule unangefochten die Wunschschule 1 in der Hammer Elternschaft ist.“

Dr. Cevdet Gürle, Sprecher der Ratsgruppe ergänzt: ,,Die Schülerschaft ist an den integrativen Schulen in den letzten sechs Jahren stetig gestiegen. Wir haben in keiner Schulform einen größeren Zuwachs als bei den integrativen Schulen. Die Errichtung einer dritten Gesamtschule am Standort der Arnold-Freymuth-Schule war goldrichtig. Die Anmeldezahlen, die über dem Soll liegen, unterstreichen, dass trotz aller Unkenrufe und des langjährigen politischen Widerstands eine integrative Schule mit einer Oberstufe in Herringen überfällig gewesen ist. Die Arnold-Freymuth-Gesamtschule und das unterstreichen die Anmeldezahlen für das Schuljahr 2022/23 erneut ist die mit Abstand beliebteste weiterführende Schule in den Räumen Herringen, Pelkum und dem Westen. Der Erfolg der Arnold-Freymuth-Gesamtschule auf der einen Seite, aber auch der stetig versiegende Zustrom an den Hauptschulen muss zu einem Umdenken in der Schulpolitik führen. Die Politik darf die Entwicklung nicht ignorieren, sondern muss aktiv handeln und dementsprechend schlagen wir vor, dass eine weitere Stärkung des integrativen Schulsystems vorangetrieben wird, z.B. mit der Errichtung einer Schule des gemeinsamen, längeren Lernens im Hammer Norden/Heessen.

Wenn wir den Elternwillen ernst nehmen und die Bildungsteilhabe im Stadtbezirk Heessen verbessern wollen, dann kommen wir nicht drumherum eine Gesamtschule in Norden/Heessen zu errichten. Die Errichtung einer Gesamtschule wäre ein wichtiger Baustein der Schul- und Bildungspolitik, um die Bildungsteilhabe sozial benachteiligter Kinder in den Sozialräumen Norden und Heessen zu verbessern und es wäre ein wegweisendes bildungspolitische und soziales Zukunftsprojekt für den Norden.“

Die Wählergruppe Pro Hamm wird dementsprechend das Thema ,,Errichtung einer weiteren Gesamtschule“ auf die Tagesordnung des Rats setzen. Der Rat wird in dem Antrag aufgefordert der Stadtverwaltung einen Auftrag zu erteilen, um die mögliche Standortfestlegung für eine weitere Gesamtschule im Hammer Stadtgebiet mit dem klaren Schwerpunkt auf den Hammer Norden/Heessen zu prüfen und einen Fahrplan zu erstellen.