Zukünftige Gesundheitsversorgung in Bockum-Hövel wirklich sicher?

,,Die Zahlen sprechen für sich“, so Nihat Altun. Bezirksvertreter der Wählergruppe Pro Hamm in der Bezirksvertretung Bockum-Hövel zur medizinischen Versorgung im Stadtbezirk.

Nihat Altun weiter: ,,Wenn man bedenkt, dass rund ein Drittel der Hausärzte in Bockum-Hövel in den letzten zehn Jahren ohne einen Nachfolger ihre Praxen geschlossen haben, zeigt sich der dramatische Negativtrend der Gesundheitsversorgung vor Ort. Die Versorgungsquote der Haus- und Fachärzte in Hamm und im Besonderen in Bockum-Hövel ist unzureichend. Wir haben jetzt schon einen Ärztemangel, der sich bis zum Ende des Jahrzehnts deutlich zu verschärfen droht. Etliche der Haus- und Fachärzte im Stadtbezirk sind deutlich über 60 Jahre alt und hier stellt sich die Frage, ob hier Nachfolger gefunden werden können. Die Problematik wird sich, wenn das St. Josef-Krankenhaus mit seiner gut-frequentierten Notfall-Ambulanz schließt, massiv für Bockum-Hövel verschärfen. Es müsste die kommunale Politik und die Stadtverwaltung auf die Barrikaden bringen, dass die St. Franziskus-Stiftung bis heute keine klare Aussage gegeben hat, ob und wie ein Medizinisches Notfallzentrum für den Bereich der Chirurgie vor Ort sichergestellt werden kann. Wir brauchen hier eine zeitnahe Klarstellung, um eine weitere Erosion der ärztlichen Nahversorgung zu verhindern.“

Erol Gürle, gesundheitspolitischer Sprecher der Wählergruppe und praktizierender Hausarzt im Nachbarbezirk Herringen ergänzt: ,,Wir haben jetzt schon relativ viele Patienten aus Bockum-Hövel, die wir in Herringen mitversorgen. Wenn weitere Praxen ohne Nachfolge schließen sollten, wird die fehlende Versorgung in den Nachbarbezirken nicht ohne Weiteres aufgefangen werden können. Viele Hausarztpraxen haben aktuell bereits einen Patientenstopp und nehmen keine Neupatienten mehr auf. Die Corona-Pandemie hat diesbezüglich nochmal deutlich gemacht, dass der Markt für Ärzte weitgehend leergefegt ist. Viele Kommunen, auch die Stadt Hamm, suchen für ihre Gesundheitsämter vergeblich nach medizinischem Personal.“

Nihat Altun resümiert: ,,Die zukünftige Sicherstellung der Ärzteversorgung in den Bezirken und das gilt im Besonderen für Bockum-Hövel, ist unbestreitbar eine Herkulesaufgabe. Da die Ampel-Regierung im Rathaus die Schließung des St. Josef-Krankenhauses politisch akzeptiert hat, ist sie hier nun in der Pflicht zu liefern.“

Nihat Altun
Bezirksvertreter
Bockum-Hövel

Erol Gürle
Gesundheitspolitischer Sprecher

Wählergruppe Pro Hamm