Zu wenig Spielplätze für Kinder und Jugendliche in Herringen

Der Rat der Stadt Hamm hat Ende 2017 die Erarbeitung einer aktuellen konzeptionellen Grundlage zur Entwicklung der Freiflächen in der Stadt Hamm beschlossen. Als Ergebnis der Erarbeitung wurde 2021 der Masterplan Freiraum vorgestellt, der damit das Freiraumentwicklungskonzept aus dem Jahre 1995 ablöst. Der Masterplan Freiraum ist eine konzeptionelle Grundlage zur Entwicklung des innerstädtischen Freiraumsystems. Das Freiraumkonzept stellt eine differenzierte Analyse des Ist-Zustands dar und entwickelt Leitlinien für eine „Stadt der Zukunft“.

Ein Inhaltsfeld des Masterplans Freiraum ist die Analyse und die Bewertung der Freiraumsituation in den Quartieren. Hier wird u.a. die Versorgung mit Spielraum untersucht. Die Versorgung mit Spielraum liegt im gesamtstädtischen Wert bei 2,7 m²/E. Empfohlen wurde im Runderlass des Innenministers NRW von 1974 ein Wert von 4 m² Spielfläche pro Einwohner. Bei differenzierter Datenanalyse wird deutlich, dass besonders Spielflächen für Kinder zwischen 0-5 Jahren in allen Stadtteilen fehlen. Auch Spielflächen für Kinder von 14-17 Jahren sind in fast allen Stadtteilen nicht ausreichend. Der Masterplan Freiraum betont, dass im Besonderen die Stadtbezirke Mitte und Herringen bei der Versorgung mit Spielplätzen stark unterversorgt sind. Während im Stadtbezirk Mitte aufgrund der starken Wohnbauverdichtung eine bedarfsgerechte Flächenversorgung für Kinder und Jugendliche kaum möglich ist, wirft das deutliche Defizit für den Stadtbezirk Herringen Fragen auf und sollte ein Verwaltungshandeln zu Folge haben.

Die Wählergruppe Pro Hamm bittet in dem Zusammenhang die Stadtverwaltung, um die Beantwortung folgender Fragen:
1. Wie viele Spielplätze (inklusive Bolzplätze) hat der Stadtbezirk Herringen derzeit?
a) Wie viele sind davon für Kleinkinder (0-5 Jahre) konzipiert?
b) Wie viele sind für Kinder und Jugendliche (ab 6 Jahren) angedacht?
2. Wie viele Spielplätze (inklusive Bolzplätze) wurden im Zeitraum 2010 bis 2020 im Stadtbezirk neu geschaffen und an welchen Standorten befinden sich diese?
3. Sind in dem Zeitraum 2010 bis 2020 Spielplätze (inklusive Bolzplätze) im Stadtbezirk abgebaut worden? Wenn ja, wie viele und an welchen Standorten?
4. Wie hoch war das Gesamtbudget für investive Mittel an Spielplätzen (inklusive Bolzplätze) im Stadtbezirk für den Zeitraum 2010 bis 2020?
5. Der Masterplan Freiraum zeigt auf, dass es ein starkes Defizit an Spielplatzflächen im Stadtbezirk gibt.
a) Ist die Problematik der Stadtverwaltung bekannt?
b) Wenn ja, welche Maßnahmen wurden seit 2010 bis heute durchgeführt, um das Defizit abzubauen?
c) Welche konkreten Maßnahmen stehen eventuell auf der „to-do-Liste“ der Stadtverwaltung, um kurz- und mittelfristig (1 bis 4 Jahre) eine bedarfsgerechte Flächenversorgung für Kinder und Jugendliche im Stadtbezirk zu ermöglichen?

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Cevdet Gürle
Fraktionsvorsitzender

Habib Kartal
Bezirksvertreter

Wählergruppe Pro Hamm