Wohnungslosigkeit in Hamm

,,Die Lage ist ernst und die Ampel-Regierung hat bis heute keine substanziellen Maßnahmen ergriffen, um die Situation für Wohnungslose und Menschen, die von Obdachlosigkeit betroffen sind, zu verbessern“, so Erol Gürle, Ratsherr der Wählergruppe Pro Hamm.

Erol Gürle weiter: ,,Die Zahl der Wohnungslosen ist in Hamm in den letzten fünf Jahren stetig gestiegen und die Corona-Pandemie erschwert es Hilfe- und Unterstützungsleistungen an die betroffenen Menschen heranzutragen. Die zunehmende Knappheit an bezahlbaren Wohnungen hat in den letzten zehn Jahren wie ein Brandbeschleuniger die Negativspirale vorangetrieben.

Die Zahl geförderter Wohnungen hat sich von 17.614 (Jahr 2001) auf knapp 9.023 (Jahr 2017) massiv reduziert. Die Kommune hat es mit ihrem städtischen Tochterunternehmen, der Hammer gemeinnützigen Baugesellschaft (HGB) verschlafen, den sozial geförderten Wohnraum nachhaltig zu stärken. So rächt sich, dass man zwar das Luxus-Wohnen, u.a. mit den Projekten am Museumsquartier und der Marker Allee vorangetrieben hat, aber bezahlbarer Wohnraum für Bedarfsgemeinschaften, die auf ergänzende Sozialleistungen angewiesen sind, zur Mangelware werden.

Die Maßnahmen zur Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus, die die damalige Große Koalition 2018 auf den Weg gebracht hat, sind und das machen die aktuellen Zahlen zu den Wohnungslosen deutlich, nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Hier braucht es mehr Anstrengungen durch die Stadtverwaltung und die Rathauskoalition.

Dementsprechend schlagen wir vor, dass die Ratshausspitze die Option der Errichtung einer zentralen, innenstadtnahen Notfallunterkunft prüft und dafür mögliche Immobilien in Augenschein nimmt. Die Notfallunterkunft an der Dortmunder Straße wird von vielen Obdachlosen, die die Innenstadt als „Wohnort“ haben, nicht aufgesucht.

Die Stadtverwaltung und die Ampel-Regierung gibt über das Instrument der Stadtentwicklungsgesellschaft Millionen für den Aufkauf von teils überteuerten und maroden Immobilien aus, ist aber scheinbar nicht gewillt mehr Wohnraum in Innenstadtnähe für bedürftige Menschen zur Verfügung zu stellen. Dementsprechend planen wir zur nächsten Ratssitzung einen Antrag zu stellen, in dem wir die Verwaltung auffordern zu prüfen, inwiefern eine zentrale Notfallunterkunft errichtet werden kann.“

Erol Gürle
Ratsherr / Ratsgruppe Pro Hamm
Wählergruppe Pro Hamm