,,Man kann nur den Hut ziehen vor dem starken Engagement der Schule und des Fördervereins bei der weiteren Aufwertung des Schulhofes der Von-Vincke-Schule. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass die Schulgemeinde mit der Unterstützung von Sponsoren weiteres Spielgerät anschafft“, so Nihat Altun, Bezirksvertreter der Wählergruppe Pro Hamm in Bockum-Hövel. Kritik übt der Bezirksvertreter hingegen an der Stadt.
Nihat Altun: ,,Die Gestaltung von Schulhöfen mit kleinteiligen Spielgeräten sollte nicht in der alleinigen Verantwortung eines Fördervereins liegen, sondern muss als originäre Aufgabe der Stadtverwaltung verstanden und über diese finanziert werden. Das die Stadt scheinbar keine finanziellen Mittel zur Verfügung hat, ist ein Armutszeugnis und überträgt öffentliche Verantwortung in private Hände. Die Gestaltung einer Spiellandschaft auf einem Schulhof aus eigener Kraft und Mitteln mag an der Von-Vincke-Schule dank eines Fördervereins mit engagierten Eltern, einem Kollegium und einer Schulleitung, die viel Herzblut in das Vorhaben investiert haben, funktionieren, kann aber kaum auf andere Grundschulstandorte in Hamm übertragen werden.
Es stellt sich die grundsätzliche Frage, wo die Verantwortung der Stadt aufhört. Die Bereitstellung optimaler Lehr- und Lernbedingungen sind aus unserer Sicht ein öffentliches Gut und hier ist die öffentliche Hand verpflichtet, das an allen Standorten mit öffentlichen Mitteln zu gewährleisten. Wenn der Staat sich aus seiner Verpflichtung rauszieht, dann werden sich die bildungspolitischen Ungleichheiten unter den Stadtbezirken weiter vertiefen. Denn, da wo wir eine „starke“ Schule in einem „starken“ Umfeld haben, wird man eher fehlende öffentliche Gelder durch eigene Kraft ausgleichen können, aber an den Schulstandorten, wo die Rahmenbedingungen schlechter sind, wird man diese Herausforderung nicht stemmen können. Deswegen muss es eine Selbstverständlichkeit sein, dass die Gestaltung von Schulhöfen eine kommunale Pflichtaufgabe ist und Fördervereine nicht zur Finanzierung hinzugezogen werden sollten.“
Dr. Cevdet Gürle, Sprecher der Ratsgruppe Pro Hamm, ergänzt die Ausführungen seines Kollegen: ,,Die Neugestaltung von Schulhöfen spielt im Haushalt 2021 nur eine untergeordnete Rolle. Wenn man die großflächigen Planungen an der Lessingschule und der Bodelschwingschule rausnimmt, hat das Thema für die Ampel-Regierung kaum Relevanz und so gehen mehr als zwanzig Grundschulen komplett leer aus. Natürlich ist uns bewusst, dass man nicht an allen Schulstandorten zeitgleich eine umfassende Neugestaltung bzw. Instandsetzung eines Schulhofes durchführen kann. Dennoch sollte es für eine Kommune selbstverständlich sein, dass sie kleinteilige Spielgeräte auf Schulhöfen finanziert. Wir werden im Rahmen der Haushaltsberatungen das Thema aufgreifen und beantragen, dass im städtischen Haushalt eine Mindeststumme von 100 000 Euro für diesen Posten festgelegt wird. Schulen hätten dann die Möglichkeit aus dem Budget kleinteilige Spielgeräte für Schulhöfe zu beantragen. So würde man die Fördervereine entlasten und zugleich ein Mehr an Bildungsgerechtigkeit an allen Schulstandorten umsetzen können.“

Nihat Altun
Bezirksvertreter
Bockum-Hövel

Dr. Cevdet Gürle
Sprecher Ratsgruppe / Wählergruppe
Wählergruppe Hamm