Prüfung einer Städtepartnerschaft mit (West-)Afrika

Die Stadt Hamm unterhält elf Städtepartnerschaften, angefangen mit Afyonkarisar in der Türkei über Toul in Frankreich bis Santa Monica in den USA.

Eine Städtepartnerschaft ist eine Partnerschaft zwischen zwei Städten oder Gemeinden mit dem Ziel, sich kulturell und wirtschaftlich auszutauschen. Wir begrüßen als Wählergruppe Pro Hamm den Sinn und Zweck von Städtepartnerschaften in den Menschen über Grenzen hinweg zusammenkommen. Städtepartnerschaften stehen für den gelebten Willen zur Völkerverständigung und haben einen unschätzbaren Mehrwert für die Zivilgesellschaft. Das gegenseitige Kennenlernen, der Abbau von wechselseitigen Vorurteilen sowie das Verständnis für andere Kulturen waren und bleiben primäre Zielsetzungen von Städtepartnerschaften. Der internationale Austausch auf der kommunalen Ebene kann einen wertvollen Beitrag leisten, Frieden zu schaffen, ihn dauerhaft zu wahren und den Wohlstand für die Bürger*innen zu mehren. Zudem bietet eine Städtepartnerschaft die Möglichkeit, direkten Einfluss auf die Partnerstadt zu nehmen. Eine interkulturelle, kommunale Entwicklungspolitik kann so beispielsweise fairen Handel fördern, Fluchtursachen vor Ort bekämpfen und die wirtschaftliche Entwicklung des Partners derart vorantreiben, dass auf diese Weise indirekt auch die Bekämpfung des Klimawandels angegangen werden kann.

Die Städtepartnerschaften in Hamm, aber auch in den anderen Kommunen in Deutschland konzentrieren sich bis heute auf die „westliche“ Welt und interkommunale Partnerschaften mit asiatischen oder noch seltener mit afrikanischen Städten bilden eine große Ausnahme. Wenn man jedoch bedenkt, dass allein in Hamm mehr als 3000 Menschen aus Afrika stammen und ihren Lebensmittelpunkt nun bei uns gefunden haben, müsste unser Nachbarkontinent eine, auch auf der kommunalen Ebene, stärkere Aufmerksamkeit genießen.

Die Bundesregierung unterstützt die städtische Zusammenarbeit mit Schwellen- und Entwicklungsländern, beispielsweise durch das Programm Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) bei Engagement Global und den Fachaustausch durch die Internationale Städte-Plattform für Nachhaltige Entwicklung. Ihre Leitlinien fasst die Bundesregierung in ihrem Handlungskonzept „Partner in einer Welt der Städte“ zusammen, in der die globale Urbanisierung als klare Chance in einer multikulturellen (Welt-)Gesellschaft betrachtet wird.

Solidarische Partnerschaften mit Kommunen in Schwellen- und Entwicklungsländern sind zugleich Gegenstand der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit. Die Erfahrungen aus einer Vielzahl von Projekten zeigt: Städtepartnerschaften können in der Tat dazu beitragen, mentale Landkarten neu zu vermessen und zu verbinden, wo neue Mauern und die Tendenz zur Abschottung wachsen.

Dementsprechend beantragt die Ratsgruppe Pro Hamm, dass der Rat die Stadtverwaltung auffordert, Grundlagen für den Kontakt mit Städten in Afrika, vorzugweise in „Westafrika“ z.B. in Ländern wie Nigeria oder der Republik Guinea (zu beiden Ländern pflegt die Hammer Diaspora gute Kontakte) mit dem Ziel zu erarbeiten, eine Städtepartnerschaft zu begründen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Cevdet Gürle
Gruppensprecher / Ratsherr

Erol Gürle
Ratsherr

Wählergruppe Pro Hamm