Haushaltsplan für Pelkum steht auf sehr wackligen Füßen?

,,Der bezirksbezogene Haushalt für den Stadtbezirk Pelkum steht auf sehr wackligen Füßen“, so Farid Bhihi. Der Bezirksvertreter der Wählergruppe Pro Hamm reflektiert die Chancen und die Problemlagen der Haushaltsplanung für den Stadtbezirk:

,,Die Planvorgaben der Stadtverwaltung, die u.a. eine Sanierung der Sporthalle der Selmigerheideschule oder die Dorfentwicklung von Wiescherhöfen und Pelkum vorsehen, sind zu begrüßen und hätten einen großen Mehrwert für den Stadtbezirk, wenn eine Realisierung der Großprojekte stattfinden sollte. Leider beruhen viele Maßnahmen, die im Haushalt festgeschrieben wurden auf sogenannten Verpflichtungserklärungen und eine Umsetzung ist nur dann möglich, wenn Fördermittel akquiriert werden können.

Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Pelkum-Wiescherhöfen (ISEK) ist ein gutes Beispiel deren Umsetzung zwar über Parteigrenzen hinweg begrüßt wird, aber aufgrund eines fehlenden Förderbescheids bisher nicht begonnen werden konnte. Hier müsste die Stadt und die Ampel-Regierung notfalls in Eigenregie erste Maßnahmen durchführen und dafür Steuergelder, die in die Stadtentwicklungsgesellschaft fließen, verwenden. Ein weiteres Aufschieben des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts hieße eine langfristige Stagnation der Entwicklung in den betroffenen Ortsteilen hinzunehmen.

Ein Themenfeld, dass im Haushalt leider keine Erwähnung findet, ist der Titania-Jugendpark. Die Anlage befindet sich in einem Dornröschenschlaf. Das Gelände hat viel Potenzial, das aber bei Weitem nicht abgerufen wird. Wenn man mit jungen Leuten, die den Jugendpark noch aufsuchen ins Gespräch kommt, so zeigt sich, dass die Anlage immer weniger angenommen wird. Man weicht zunehmend auf andere Plätze, wie z.B. den Lippepark aus. Der Titania-Park, obwohl er sich in direkter Nachbarschaft zum Schulzentrum West befindet und praktisch ein Teil der Friedrich-Ebert-Parkanlage ist, droht mehr und mehr zu verweisen. Wir sehen den Bedarf für eine solche Anlage, die an den Hammer Westen angrenzt und damit ein Einzugsgebiet mit sehr junger Wohnbevölkerung besitzt. Der Titania-Park bietet mit seiner großen Fläche viel Potenzial. Hier sollte man mit den Jugendlichen zusammen überlegen, ob und wie weitere Sportmöglichkeiten errichtet werden können. Außerdem ist es zwingend notwendig weitere Bäume als Sonnenschutz um die Sportanlage zu pflanzen und die Beleuchtung im Sportbereich zu verbessern. Denn insbesondere im Winter, wenn es früh dunkel wird, ist am frühen Abend kein Sporttreiben mehr möglich. Der Haushaltplan 2021 sieht mit dem Posten „Nord-Süd Grünverbindung (Friedrich-Ebert-Park-Dortmunder Straße)“ zwar begrüßenswerte Investitionen im Sozialraum Westen mit einer Einbindung des Friedrich-Ebert-Parks vor, welches aber das Areal des Titania-Parks als Einzugsgebiet nicht mit einbezieht. Deswegen beantragen wir, dass investive Mittel für eine Überplanung und Aufwertung des Titania-Jugendparks in den Haushalt 2021 eingestellt werden.

Im gesamtstädtischen Haushalt befindet sich auch der Einzelposten Radwege-Erneuerungsprogramm mit einem Haushaltsansatz von 250 000 Euro für 2021, das aber ab 2022 unverständlicherweise auf 150 000 Euro zurückgeschraubt wird. Wenn man eine ernsthafte Neuausrichtung in der städtischen Verkehrspolitik schaffen will, in der umweltfreundliche Verkehrsmittel eine höhere Priorität genießen, dann müsste die Summe nach 2021 mindestens gleichbleiben, wenn nicht gar noch höher angesetzt werden. Außerdem müsste man konsequenterweise, wenn umweltschonende Fortbewegungsmittel zukünftig eine höhere Relevanz in der städtischen Verkehrspolitik spielen sollen, einen Schritt weitergehen gehen und für jeden einzelnen Stadtbezirk ein Fuß- und Radwege-Erneuerungsprogramm auflegen.“

Farid Bhihi
Bezirksvertreter Pelkum
Wählergruppe Pro Hamm