Welche Zukunft wünschen wir uns für die Geithe

In der Lokalpresse wurde über die geplanten Industrieflächen an der Geithe berichtet. Im Zuge der Baumaßnahmen und durch die beabsichtigte Versiegelung von ca. 48 Hektar Freiraumfläche sei der bestehende Lebensraum etlicher Tierarten bedroht.

Um diesen Umstand besser beurteilen zu können, bitten wir um die Beantwortung folgender Fragen:

1. Wie bewertet die Stadtverwaltung den Vorwurf, dass der geplante zehn Meter breite Schutzstreifen an den Ufern der Geithe nicht ausreiche, um tatsächlich den angestrebten Schutz zu gewährleisten? Aus aktueller Sicht wäre dafür mindestens ein Schutzstreifen von 30 Meter Breite erforderlich und frühere Verfahrensweisen und Ansichten diesbezüglich gelten in Fachkreisen als überholt. Besteht die Möglichkeit oder das Interesse diesbezüglich eine Zweitmeinung von unabhängigen Experten einzuholen und die Ergebnisse in den weiteren Planungen zu berücksichtigen?
2. Stimmt es, dass sich Gewässerschleifen und Kolke im Plangebiet realisieren ließen?
3. In den bisherigen Plänen war von einer Renaturierung der Geithe die Rede. In der Stellungnahme 1669/19 heißt es:
„Für die Geitheaue ist ein Korridor mit wechselnden Breiten von ca. 30 – 80 m Breiten vorgesehen. Innerhalb dieses Korridors wird die Geithe mäandrierend umgestaltet und Feuchtflächen geschaffen. Dabei werden auch Steilufer geschaffen.“
Hält man an diesen Plänen fest? Wie lang werden die einzelnen Teilgebiete in den verschiedenen Breiten werden? Beispielsweise in der Breite von 30 m. Welche Breite wird der Schutzstreifen mitsamt Geithe im Durchschnitt haben?
4. Wie wertet die Stadtverwaltung den Vorschlag, „die Fläche südlich der Geithe bis zum Kanal vollständig von der Bebauung durch Industrie“ freizuhalten, um den Lebensraum für viele ansässige Arten dauerhaft zu schützen, da die Artenvielfalt in dem Areal überdurchschnittlich hoch sei?
5. Gibt es bereits Feststellungen, welche Tier- und Pflanzenarten in dem gesamten Areal leben und ob einige dieser Tierarten evtl. als bereits bedroht eingestuft werden? Falls es Feststellungen dazu gibt, wäre es sehr hilfreich, wenn diese angehangen werden könnten.
6. Schon allein die Beleuchtung auf dem späteren Industriegelände würde für viele Tiere eine ständige Dauerbelastung bedeuten. Gibt es irgendwelche Ideen seitens der Stadtverwaltung, wie dies verhindert oder zumindest gemindert werden könnte? Falls nicht, wird man dies nachholen und im Umweltausschuss vorstellen?
7. Wird man neue Industrien in dem Gebiet dazu verpflichten, im Sinne des Klimaaktionsplanes Dach- und Fassadenbegrünungen zeitnah zu realisieren? Falls nicht, welche Gründe sprechen dagegen?
8. Die zukünftigen Gewerbe sollen lt. Aussage der Stadtverwaltung in eigener Verantwortung ihre Abwässer prüfen, bevor sie in die Geithe eingeleitet werden. Ist dieses Vorgehen wirklich im Sinne der Bürger? Wäre es nicht zielführender, wenn man zumindest in unregelmäßigen Abständen die Abwässer sowohl auf dem Gelände in den Auffangbecken als auch an den betreffenden Stellen der Geithe von unabhängiger Stelle prüfen lässt, um getreu dem Motto „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ die Gewissheit zu haben, dass nicht doch in naher oder ferner Zukunft die Gesundheit von Mensch und Tier durch Fahrlässigkeit oder Absicht in Mitleidenschaft gezogen wird?