Weiterhin ungezügelte Raserei auf der Schachtstraße und Stadt schaut weg

,,Die Stellungnahme der Verwaltung ist eine Ohrfeige für alle Anwohner der Schachtstraße und Besucher der beliebten Freizeitanlage“, so Dr. Cevdet Gürle. Der Fraktionsvorsitzender der Wählergruppe Pro Hamm weiter: ,,Ich lade den Verfasser der Stellungnahme ein, morgens auf die Schachtstraße zu kommen. Dann kann er gerne mit mir zusammen den Verpackungsmüll vor den Einfahrten der Anwohner wegräumen. Er kann sich auch gerne Proan einem Wochenende an die Straße hinstellen und zählen, wie oft in einer Stunde die Geschwindigkeit an der Schachtstraße durch Raser überschritten wird. Diese Stellungnahme ist nicht das Papier wert auf dem es geschrieben wurde.“

Die Wählergruppe Pro Hamm greift das Thema auf und wird es mit zwei Anträgen auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung setzen. So fordert die Wählergruppe Pro Hamm, dass die Bezirksvertretung die Stadtverwaltung auffordert verstärkt Geschwindigkeitskontrollen durchzuführen. Ein weiterer Antrag setzt sich mit der Möglichkeit auseinander, die Schachtstraße in eine Fahrradstraße, wo das Fahrrad vor anderen Verkehrsteilnehmern Vorrang hat, umzuwidmen.

Dr. Cevdet Gürle zu den Überlegungen: ,,Das könnte zwar nicht das Müllproblem beheben, aber der Raserei einen Riegel vorschieben. Eine ausgewiesene Fahrradstraße ist dem Radverkehr vorbehalten beziehungsweise Radfahrer dürfen auf diesen Straßen auch nebeneinander fahren und haben gegenüber anderem Verkehr Vorrang. Der Vorrang des Radverkehrs soll mehr Sicherheit für die Radfahrer bringen, denn in der Regel dürfen Kfz diese besondere Straßen nur befahren oder am Seitenstreifen parken, wenn dies durch zusätzliche Verkehrsschilder erlaubt ist. Da sich an der Schachtstraße Anwohner, aber auch das Haus der Jugend und Sportvereine bzw. die Glück-Auf-Halle befinden, sollte das Befahren durch den Anlieger- und dem Lieferverkehr gestattet sein und auch eine Zufahrt z.B. für die Sportvereine weiterhin erlaubt werden. Die Straßenverkehrsordnung erlaubt durch das Anbringen zusätzlicher Verkehrszeichen, dass andere Verkehrsteilnehmer zweckbestimmt die Straße nutzen oder am Seitenstreifen parken können. Die Zielsetzung der Fahrradstraße bleibt aber, dass das Fahrrad die vorherrschende Verkehrsart ist und die Kraftfahrer sich dem Radverkehr unterordnen müssen. Eine Behinderung oder gar eine Gefährdung kann so verhindert werden.

Eigentlich sollte es im Sinne der Stadtverwaltung und der Großen Koalition sein, um z.B. die festgesetzten Klimaziele erreichen zu können, den emissionsfreien Radverkehr stärker als bisher zu fördern. Dieser spielt in der städtischen Infrastruktur leider immer noch eine untergeordnete Rolle. Die Umwidmung der Schachtstraße zur einer Fahrradstraße wäre dementsprechend eine mögliche Lösung für die Raserei vor Ort und würde zugleich den Stellenwert und die Wertschätzung gegenüber den immer beliebteren Radverkehr gerecht werden.“ Die Bezirksfraktion der Wählergruppe Pro Hamm beantragt daher, dass die Bezirksvertretung die Verwaltung auffordert zu prüfen, ob und in welcher Form die Schachtstraße zu einer Fahrradstraße umgewidmet werden kann. Die Bezirksvertretung wird zeitnah über die Ergebnisse in Form einer Mitteilungsvorlage informiert.

Dr. Cevdet Gürle
Fraktionsvorsitzender
Bezirksfraktion Herringen
Wählergruppe Pro Hamm