Suchtszene im Hammer Norden – Was kann getan werden?

„Die Stellungnahme der Stadtverwaltung auf die Anfrage der Wählergruppe Pro Hamm zur Thematik „Suchtszene im Hammer Norden“ ist eine Ohrfeige nicht nur für die Anwohner, sondern auch die betroffenen Personen“, so Thomas Ahlke, Sprecher der Wählergruppe Pro Hamm für den Stadtbezirk Heessen.
Thomas Ahlke weiter: ,,Die Stellungnahme der Verwaltung geht kaum auf die konkreten Fragestellungen ein. Man ist nur bestrebt, eine klare Botschaft zu vermitteln: Es gibt im Hammer Norden kein eklatantes Problem mit einer „Suchtszene“. Die Antwort der Verwaltung entspricht auch nicht der Wahrheit, wenn z. B. auf die Frage, ob eine Unterschriftensammlung von Anwohnern an Politik und die Verwaltung weitergeleitet wurde, verneint wird. Die Bezirksvorsteherinnen Heessens und Bockum-Hövels bekamen die Unterschriftenlisten bereits am 02.05.2019 bzw. am 03.05.2019 als E-Mail zugesandt. Die Verwaltung wurde dabei ebenfalls in Kopie gesetzt. Der Aussage, dass sich die Problemlage aus Sicht der Stadtteilarbeit, die scheinbar die Szene betreut, in den letzten Monaten deutlich verbessert habe, können wir nicht zustimmen. So berichten uns Anwohner des Hammer Nordens, dass das Ordnungsamt zwar sporadisch an den Standorten war, um größere Gruppenansammlungen aufzulösen, aber von einer kontinuierlichen und aufsuchenden Betreuung der Betroffenen durch das Stadtteilzentrum kann nicht die Rede sein kann. Leider wird uns immer wieder davon berichtet, dass einzelne Mitglieder der Suchtszene stundenlang verwirrt auf den Haupt- und Nebenstraßen umhergehen oder sich orientierungslos an diesen niederlassen. Diese Menschen brauchen unsere Hilfe, welche ihnen durch die Realitätsverweigerung der Stadt Hamm leider vorenthalten wird! Wir als Stadtgesellschaft sind in der Pflicht und Verantwortung, die Menschen, welche in einer sozial äußerst schwierigen Lebenslage sind, bestmöglich zu unterstützen, statt sie auszugrenzen.
Der derzeitige Zustand, in welchem die „Szene“ gezwungen ist, je nach Situation auf die Orte Penny-Markt, Karlsplatz, das Lidl-Gelände (Münsterstraße) und noch einige weitere auszuweichen, kann nach wie vor für niemanden eine befriedigende Dauerlösung sein. Wir benötigen eine langfristige Lösung, die aus unserer Sicht nur mit der Schaffung eines Rückzugsraumes und aufsuchender Sozialarbeit einhergehen kann. Die Verwaltung antwortet, leider ohne näher darauf einzugehen, dass der leerstehende Kiosk als möglicher Standort für eine Sozialstation an der Ecke Münsterstraße und Bockumer Weg von der Gruppe nicht gewollt und man dementsprechend mit dem aktuellen Zustand zufrieden sei. Diese Aussage unterstreicht deutlich, dass die Stadtverwaltung kein Interesse hat, sich der Thematik anzunehmen, und es vorzieht, die Suchtkranken und die Anwohner des Hammer Nordens im Stich zu lassen. Der Szenetreff an der Kamener Straße in Pelkum liefert das beste Beispiel, dass ein Treffpunkt mit und für die Suchtszene umsetzbar ist und auch von der Wohnbevölkerung positiv unterstützt wird. Doch was in Pelkum umsetzbar war, ist für den Norden anscheinend politisch nicht gewollt. Deswegen wiederholen wir unsere Forderung, zeitnah eine Sozialstation als zentralen und durch aufsuchende Sozialarbeit betreuten Treffpunkt im Hammer Norden zu errichten.“
Thomas Ahlke
Sprecher Heessen
Wählergruppe Pro Hamm