Die Wählergruppe Pro Hamm reagiert „erfreut“ über die scheinbare Neujustierung der Hammer SPD in der Frage „Zukunft des St. Josef-Krankenhauses“

Dr. Cevdet Gürle, Sprecher der Ratsgruppe Pro Hamm, hält fest: ,,Es freut uns, dass die Hammer SPD scheinbar in der Frage „Zukunft des St. Josef-Krankenhauses“ einen neuen Kurs einschlagen und das Krankenhaus erhalten möchte. Das St. Josef-Krankenhaus ist für die gesundheitliche, klinische Versorgung in Hamm unabdingbar. Hier können auch Neubauten an der Barbara-Klinik den Wegfall der Bettenzahl und die ärztliche Versorgung nicht kompensieren. Wenn man mitbedenkt, dass rund ein Drittel der Hausärzte in Bockum-Hövel in den letzten zehn Jahren ohne einen Nachfolger ihre Praxen geschlossen haben, zeigt sich der dramatische Negativtrend der Gesundheitsversorgung, der sich im Stadtbezirk zeigt. Dementsprechend darf die Schließung des St. Josef nicht als alternativlos hingestellt werden.

Leider hat die Hammer SPD-Führung in der Frage „Zukunft des St. Josef-Krankenhauses“ jegliches Vertrauen in den letzten sechs Jahren verspielt und es fällt schwer die Aussagen von Marc Herter mehr abzugewinnen als bloße Phrasen, die den aufziehenden, kommunalen Wahlkampf verschuldet sind. Der Einzige, der beim Thema Schließung oder Weiterbetrieb des St. Josef-Krankenhauses innerhalb der Sozialdemokraten stets klar Position bezogen und dafür starke parteiinterne Anfeindungen hinnehmen musste, war der SPD-Ratsherr Hartmut Weber. Der SPD-Chef Marc Herter hat in dieser Frage laviert und sich nicht als Kämpfer für den Erhalt des Krankenhauses hervorgetan.

Die Pseudohandlung, die nun vollzogen wird, dient allein dem Zweck die Glaubwürdigkeit der Hammer SPD nicht in Gänze zusammenbrechen zu lassen. Das Problem ist, dass die Hammer SPD diese Glaubwürdigkeit in den Augen vieler Bürgerinnen und Bürger, im Besonderen auch der Menschen in Bockum-Hövel und Herringen, die von einer Schließung am stärksten betroffen wären, längst verloren hat. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Große Koalition nach den Kommunalwahlen ihre Regierungszusammenarbeit am liebsten gerne fortsetzen würde. Und die Hammer SPD wird bei einer Neuauflage der Großen Koalition als erstes ihre Forderung nach einem Erhalt des St. Josef-Krankenhauses unter den Tisch fallen lassen und sich hier dem Diktat der CDU unterordnen.“

Dr. Cevdet Gürle
Sprecher / Ratsherr
Wählergruppe Pro Hamm