Ärtzemangel in Hamm wird immer spürbarer. Politik muss endlich die Weichen stellen, um diese Entwicklung zu stoppen

„Der Ärztemangel, der weniger in der Stadtmitte, aber dafür umso stärker in den einzelnen Stadtbezirken sich negativ auswirken wird, wird in den Folgejahren weiter deutlich zunehmen“, so der gesundheitspolitische Sprecher der Wählergruppe Pro Hamm und selbst praktizierender Allgemeinmediziner Erol Gürle.

Erol Gürle bestätigt die Aussagen von Dr. Matthias Bohle, dem Sprecher des Hammer Ärztevereins. Erol Gürle weiter: ,,Die Politik hat in der Frage, wie man eine ausreichende Ärzteversorgung in der Fläche schafft, kläglich versagt. Die Zahl der Studienplätze in Nordrheinwestfalen für Medizin decken den Nachfragebedarf bei Weitem nicht ab. Hier hätten die regierenden Parteien in Düsseldorf, aber auch der Bund die Medizinischen Fakultäten an den Universitäten in den letzten zwanzig Jahren stärker ausbauen müssen.

Des Weiteren kommt die nicht hinnehmbare Situation, dass selbst Abiturienten mit einem Notenschnitt von 1,5 aufgrund eines Numerus Clausus von Minimum 1,1 so gut wie keine Chance haben ein Medizinstudium zu starten. Die Folge ist, dass eher Abiturientinnen diese Leistung erbringen, als ihre männlichen Mitschüler. Das Ergebnis ist eine zunehmende Verweiblichung der Ärzteschaft. Das allein wäre natürlich kein Problem, aber die hohe Anzahl an Frauen unter angehenden Hausärzten trifft auf eine Gesellschaft, die bis heute es nicht schafft Frauen zu ermöglichen Beruf und Familie unter einem Hut zu bringen.

Eine weitere Ursache für den zunehmenden Ärztemangel, neben allen strukturellen Problemen, ist, dass jeder Hausarzt oder Facharzt zugleich ein Selbständiger ist vergleichbar mit einem kleinen Betrieb und hier scheuen sich im Besonderen junge Menschen diese Verantwortung und langfristige Bindung auf sich zu nehmen. Sie entscheiden sich dementsprechend, z.B. für eine Festanstellung in einem Krankenhaus, wo sie in der Regel problemlos in Elternzeit gehen oder ihre Arbeitsstunden reduzieren können ohne ihre berufliche Existenz zu gefährden.

Die Politik im Allgemeinen und im Besonderen die Kommunalpolitik ist in der Verantwortung den Ärzten mit optimalen Rahmenbedingungen den Standort Hamm attraktiver zu machen, in dem man, z.B. den Haus- und Fachärzten angemessene Praxisräume zur Verfügung stellt oder einen verbindlichen Kita-Platz.“

Erol Gürle
Gesundheitspolitischer Sprecher
Wählergruppe Pro Hamm