Wütende Eltern aus Heessen beklagen Absagen an den Gesamtschulen

,,Die Eltern sind wütend und das zurecht“, so kommentiert Daniel Waleczek, schulpolitischer Sprecher der Ratsgruppe Pro Hamm das Unverständnis von Eltern aus Heessen, die einen Ablehnungsbescheid für ihre Kinder von den Hammer Gesamtschulen erhielten. Hierbei scheinen Kinder aus Heessen, die einen Wunschplatz an der Sophie-Scholl-Gesamtschule anstrebten und eine Absage erhielten im stärkeren Maße betroffen zu sein als Kinder aus den anderen Stadtbezirken.

Daniel Waleczek weiter: ,,Trotz der dritten Gesamtschule im Hammer Stadtgebiet und allgemein sinkenden Schülerzahlen ist die Gesamtschule die einzige Schulform, die Schüler in nennenswerter Zahl, da die Anmeldezahlen deutlich über der Aufnahmekapazität liegen, ablehnen muss. Die Zahl der Ablehnungen an den Gesamtschulen ist unverändert hoch und wird im Schuljahr 2019/20 erneut bei über 40 liegen. Hierbei ist die bedenkliche Entwicklung zu beobachten, dass im Besonderen die Sophie-Scholl-Gesamtschule in Bockum-Hövel vermehrt Schüler ablehnen muss. Die Bockum-Höveler Schule musste bereits im Vorjahr die meisten Ablehnungen verzeichnen und der negative Trend hat sich zum Schuljahr 2019/20 deutlich verstärkt.

Ein Dutzend Eltern, die ein Ablehnungsbescheid für ihr Kind von den Gesamtschulen erhielten, traten an uns mit der Bitte um Beratung und Betreuung heran, ihnen ihre möglichen Optionen zu erklären. Hierbei war auffällig, dass das Gros der Eltern, die eine Ablehnung erhielten im Stadtbezirk Heessen wohnt. Falls diese subjektive Wahrnehmung durch Datenmaterial bestätigt würde, wäre es eine klare Diskriminierung der Elternschaft im Stadtbezirk Heessen, die im Vergleich zu Eltern z.B. in Herringen, Bockum-Hövel oder Mitte schlechtere Rahmenbedingungen hätten einen Platz an einer Gesamtschule zu erhalten.“

Die Wählergruppe Pro Hamm setzt das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Schulausschusses und fordert die Stadtverwaltung auf eine Stellungnahme zu folgenden Fragen abzugeben:

  1. Nach welchen Kriterien werden die Schüler an den Gesamtschulen ausgesucht? Hier bitten wir um eine differenzierte Auflistung, in der alle Kategorien (Geschlecht, Notenbild, Wohnortnähe, Geschwisterregelung, Losverfahren etc.) genannt werden?
  2. Haben die Gesamtschulen Datenmaterial aus der hervorgeht, aus welchen Sozialräumen ihre Schülerschaft kommt? Wenn ja, dann bitten wir um eine Auflistung der Schülerzahlen in den einzelnen Gesamtschulen nach Postleitzahl beziehungsweise nach Sozialräumen/Stadtbezirken.
  3. Um Frage 2 zu spezifizieren, sollen die Schulverwaltungen auflisten, wo die abgelehnten Schüler zum Jahrgang 2019/20 der Gesamtschulen wohnhaft sind. Hier genügt die Nennung der Postleitzahl beziehungsweise des Sozialraums/Stadtbezirks.

Die Wählergruppe Pro Hamm macht keinen Hehl daraus, dass der Stadtbezirk Heessen eine Gesamtschule benötigt. Daniel Waleczek ergänzt: ,,Das was Heessen braucht, ist ein Masterplan Bildung mit einer klaren Zielsetzung: Bildungsungleichheiten müssen nachhaltig abgebaut werden. Im Gespräch mit den Eltern wird rasch deutlich, dass viele die fehlende Möglichkeit einer gymnasialen Oberstufe im Stadtbezirk kritisieren und hier einen Nachholbedarf sehen. Wenn wir den Elternwillen ernst nehmen und die Bildungsteilhabe im Stadtbezirk verbessern wollen, dann kommen wir nicht drumherum eine Gesamtschule in Heessen zu errichten.

Die Errichtung einer Gesamtschule wäre ein wichtiger Baustein der Schul- und Bildungspolitik und ein zentrales Instrument die Bildungsteilhabe sozial benachteiligter Kinder in den Sozialräumen Norden und Heessen abzubauen.“

Daniel Waleczek
Schulpolitischer Sprecher
Ratsgruppe Pro Hamm