Gewalterfahrungen von Mitarbeitern der Rettungsdienste

,,Die Hürde Gewalt gegen Einsatzkräfte anzuwenden, hat bedauerlicherweise in den letzten Jahren zusehends abgenommen. So werden Mitarbeiter der Polizei und der Rettungskräfte verstärkt mit aggressiven und pöbelnden Verhalten konfrontiert“, so Habib Kartal, Mitglied im Personal- und Feuerwehrausschuss für die Wählergruppe Pro Hamm.

Habib Kartal verweist auf aktuelle Studien, in denen die Gewaltbereitschaft gegenüber Menschen, die rettend und helfend einwirken, zugenommen hat. Habib Kartal: ,,Die Stadt Hamm als Arbeitgeber, u.a. der Berufsfeuerwehr Hamm muss sich intensiver mit der Thematik auseinandersetzen. Es kann einfach nicht sein, dass sich Kräfte im Rettungsdienst und im Brandschutz zunehmend an eine Wählergruppe wenden, um ihrer Frustration Gehör zu verschaffen. Die Kommune muss und sollte sich verpflichtet fühlen, die Themen Gewaltprävention und Aktionsmöglichkeiten nach einer Gewalterfahrung stärker in ihr Aktionsfeld zu nehmen.“

Die Wählergruppe Pro Hamm setzt das Thema  „Gewalt gegen Einsatzkräfte der Feuerwehren und Rettungsdienste“ mit einer Anfrage auf die Tagesordnung des Personal- und Feuerwehrausschusses und fordert, dass die Stadtverwaltung Stellung zu folgenden Fragen nimmt:

  1. Wie sehen die Aktionspläne zum Thema Gewalterfahrung bei der Feuerwehr und den Rettungsdiensten in Hamm im Detail aus?
  2. Werden die Ergebnisse der besagten Studie in den Aktionsplänen für Mitarbeiter nach einer Gewalterfahrung bereits berücksichtigt?
  3. Wie können Mitarbeiter von Feuerwehr und Rettungsdienst Fälle von Gewalt melden? Telefonisch, per E-Mail, QR-Code mit Eingabemaske? Können die Meldungen anonymisiert erfolgen?
  4. Werden die Daten des jeweiligen Vorfalls als Freitext oder nach vorher festgelegten Antwortmöglichkeiten (Multiple-Choice-Verfahren) erfasst? Wie erfolgt eine statistische Auswertung der Daten? Passiert dies automatisiert oder manuell durch Mitarbeiter?
  5. Handelt es sich bei dem Fragenkatalog zur Meldung einer Gewalttat um einen regional erarbeiteten oder überregionalen Fragenkatalog? Bei einem überregionalen Fragenkatalog ließen sich die Auswertungen der Gewaltmeldungen besser mit denen anderer Städte vergleichen.
  6. Fließen die Auswertungen mit in die Gewaltprävention ein, wenn ja in welcher Form?
  7. Wie sehen die nächsten Schritte nach einer Gewaltmeldung aus?
  8. Können Mitarbeiter kostenlose psychologische Hilfe in Anspruch nehmen, wenn sie Probleme haben, das Erlebte zu verarbeiten?

Habib Kartal
Mitglied des PuFA
Wählergruppe Pro Hamm