Die Belegschaft ist einem massiven Druck ausgesetzt

,Die Krieger Handel SE als Neueigentümer der Finke-Möbelhäuser wird seiner sozialen Verantwortung als Arbeitgeber nicht gerecht“, so Dr. Cevdet Gürle. Der Ratsherr und Sprecher der Ratsgruppe Pro Hamm kritisiert scharf den Umgang der Handelskette mit ihrer Belegschaft.

Dr. Cevdet Gürle: ,,Mitarbeiter, die am Finke-Standort in Hamm tätig waren oder es noch sind, haben sich an die Wählergruppe gewandt und berichten von einer Unternehmensmentalität, die dem Motto „friss oder stirb“ folgt. Die neue Betriebsführung praktiziert ein radikal-ökonomisches Weltbild, in der der Mensch allein auf seine Leistungsfähigkeit reduziert wird. Die Belegschaft ist einem massiven Druck ausgesetzt und hat wie eine Maschine reibungslos zu funktionieren. So ist es bezeichnend, dass der Neueigentümer den Mitarbeitern neue Arbeitsverträge aufzwingen will, die deutliche Einbußen im Grundgehalt bedeuten und die trotz scheinbarer Bonuszahlungen bei „leistungsgerechter“ Arbeit unterm Strich für das Gros der Belegschaft ein deutliches Minus im Monatsgehalt bedeutet. Es sollte in dem Zusammenhang niemanden verwundern, dass bis zum Jahresende knapp 20 Prozent der Belegschaft, das Unternehmen verlassen haben. Das betrifft im Besonderen diejenigen, die in der Lage sind, flexibel zu sein und z.B. durch einen Wohnortwechsel einen neuen beruflichen Start zu machen. Nicht alle können und werden diesen Schritt machen können, da viele Mitarbeiter durch die Familie vor Ort gebunden sind. Diese Menschen erwarten, dass die städtische Politik und die Verwaltung eine klare Position einnehmen und der Krieger Handel SE deutlich machen, dass ein Unternehmer in Hamm, der seine Belegschaft wie Arbeitsvieh behandelt in Hamm keine Sympathien genießt.

Der Zick-Zack-Kurs der Krieger Handel SE in der Frage, ob der Finke-Standort in Rhynern um den Discounter „Preisrebell“ erweitert werden soll oder nicht, unterstreicht, dass die Wirtschaft der Politik ungeniert ihre Vorstellungen aufdruckt und die Rathausspitze dies klaglos über sich ergehen lässt. Der Rat der Stadt muss, wenn die Option überhaupt noch im Raum stehen sollte, eine Erweiterung des Finke-Standorts ablehnen. Eine Erweiterung würde zu einer weiteren Konzentration auf der grünen Wiese führen, welches allein aus Gründen des Umwelt- und Naturschutzes abzulehnen ist. Es hätte aber auch negative Folgewirkungen bei dem Bestreben einer Reaktivierung der Innenstadt und wäre kein Mehrwert für den Stadtbezirk Rhynern. Im Gegenteil, so müsste mit einem deutlich höheren Verkehrsaufkommen und einhergehend mit einem Mehr an Emissionen und Lärmwerten gerechnet werden. Das direkte Ergebnis einer solchen Ansiedlungspolitik wäre die Minderung der Lebensqualität in den angrenzenden Wohnquartieren. Hier erwarte ich, dass die CDU/SPD-Stadtregierung sich nicht zum Erfüllungshilfen einer neoliberalen Wirtschaftspolitik degradieren lässt, der den kapitalistischen Interessen eines Unternehmens höheres Gewicht beiwohnt als dem Wohl der Belegschaft und der Anwohner“.

Dr. Cevdet Gürle
Sprecher / Ratsherr
Wählergruppe Pro Hamm