Bürger wollen Erweiterung des Industriegebiets in Uentrop stoppen

Die Wählergruppe Pro Hamm bezieht klar Position und stellt sich gegen die geplante Erweiterung des Industriegebiets in der Norddinker-Heide und der Ausweisung des Areals im Regionalplan Ruhr. Denni May, umweltpolitischer Sprecher der Ratsgruppe Pro Hamm, teilt die Bedenken der Anwohner und der Bürgerschaft, dass eine Industriegebietserweiterung erhebliche negative Folgewirkungen für Mensch und Natur hätten. Hierbei finden im Besonderen drei Argumente der Anwohner-Initiative positiven Widerklang bei der Wählergruppe Pro Hamm: Die Bedeutung der Fläche für den Naturschutz und als Naherholungsgebiet, die Problematik des Hochwasserschutzes und die Minderung der Aufenthalts- und Lebensqualität. Denni May fasst die Punkte wie folgt zusammen:

,,Wir benötigen keinen Inlogparc 2.0, der mit einer massiven Zerstörung der Kulturlandschaft und einer deutlichen Zunahme der Verkehre und des Lärmpegels einhergeht. Daraus resultiert die zwangsläufige Schlussfolgerung, dass wir eine Minderung der Lebens- und Aufenthaltsqualität für die Menschen in der Norddinker-Heide bekommen und offenbar hinnehmen sollen. Derzeit wird ein großer Teil der geplanten Fläche als Weidefläche genutzt und wir finden zahlreiche Kleinbiotope, die mit einer Umwandlung zur Industriefläche zerstört würden. Die Entwicklung eines Industriegebiets hätte auch direkte Folgen für den Geithewald, der somit ungewollt zum direkten Grenznachbarn eines erweiterten Industriegebiets werden würde.

Die Geithe wird von den Bürgerinnen und Bürgern in Uentrop zudem häufig auch als Naherholungsgebiet verstanden und genutzt. Dieser Charakter könnte durch vermehrte Geruchs- und Lärmbelästigung gemindert werden oder gar gänzlich verloren gehen.

Ein Problem, das die Große Koalition und die Stadtverwaltung nicht auf dem Radar zu haben scheint, ist die drohende Verschärfung des Hochwasserschutzes, die mit der Industriegebietserweiterung nahezu zwangsläufig Hand in Hand einhergehen würde. Wenn eine massive Bodenversieglung erfolgen sollte, würden Wiesen und Waldflächen als Aufnahmespeicher für Regenfälle entfallen und der Hochwasserschutz nur noch eingeschränkt gewährleistet werden können. Wir dürfen wirtschaftliche Interessen, so wie es die Hammer CDU und SPD tun und über Jahrzehnte hinweg getan haben, nicht gegen den Wert eines Erhalts der natürlichen Umwelt ausspielen. Hier ist die Politik in der Pflicht im konstruktiven Gespräch auf Augenhöhe mit der Bürgerschaft alternative Lösungsszenarien zu finden und eben nicht zu versuchen, den Menschen eine Industriepolitik aus dem 20. Jahrhundert aufzustülpen.“

Denni May
Umweltpolitscher Sprecher
Mitglied im Umweltausschuss
Wählergruppe Pro Hamm