Schulstatistik 2017/18 beweist enorme Nachfrage nach integrativem Schulsystem

Die Wählergruppe Pro Hamm hat sich in einer Arbeitssitzung mit den aktuellen Anmeldezahlen an den Grundschulen und den weiterführenden Schulen auseinandergesetzt. Daniel Waleczek, schulpolitische Sprecher der Wählergruppe, fasst die Ergebnisse der Schulstatistik 2017/18 wie folgt zusammen: ,,Die Zahlen zur Schulstatistik 2017/18 überraschen niemanden, der sich mit Bildungspolitik und Schulentwicklung auseinandersetzt. Das Zahlenwerk unterstreicht die Entwicklung der letzten 15 Jahre. So beobachten wir, erstens – trotz verstärkter Zuwanderung in den letzten zwei Schuljahren, einen allgemeinen Rückgang der Gesamtschülerzahl und zweitens, dass dieser Rückgang die weiterführenden Schulformen unterschiedlich stark trifft. Während im Schuljahr 2008/09 noch 3752 Schüler in Hamm eine Realschule besuchten, so liegt die Zahl zum Schuljahr 2017/18 bei nur noch 3557. Das ist ein Rückgang um 5,2 Prozent. Die Gymnasien müssen einen noch deutlicheren Aderlass hinnehmen und kommen im Vergleich zum Schuljahr 2012/13 (Schülerzahl: 5294) auf jetzt noch 4170 Schüler. Das bedeutet einen Rückgang um knapp 21 Prozent. Hingegen, und das ist wenig überraschend, ist die Zahl der Schüler, die eine integrative Schule besuchen in den letzten 15 Jahren in Hamm stetig gestiegen. So weisen die Hammer Gesamtschulen zum Schuljahr 2017/18 insgesamt 2452 Schüler auf. Wenn man die 491 Schüler der Sekundarschule in Herringen miteinrechnet, so kommen wir auf eine Gesamtzahl von 2943 Schülern, die eine integrative Schule besuchen. Im Schuljahr 2008/09 waren es „nur“ 2305. Das ergibt ein Plus von 638 in absoluten Zahlen und eine prozentuelle Steigerung um knapp 22 Prozent. Wenn man noch bedenkt, dass in den letzten 15 Jahren aufgrund nicht vorhandener räumlicher Kapazitäten mehr als 1000 Schüler an den Gesamtschulen abgelehnt wurden, dann kann man von einem „Run“ auf das integrative Schulsystem sprechen.“ Dr. Cevdet Gürle, Spreche der Ratsgruppe ergänzt: ,,Die Schülerschaft ist an den integrativen Schulen, den zwei Gesamtschulen und der Sekundarschule in den letzten fünf Jahren stetig gestiegen. Wir haben in keiner Schulform einen größeren Zuwachs, als bei den integrativen Schulen.  Die Gesamtschule wäre, wenn sie in der Vergangenheit keine Schüler hätte abweisen müssen, neben den Gymnasien die anmeldestärkste Schulform in Hamm. Die Weiterentwicklung der Sekundarschule in Herringen zum nächsten Schuljahr zur Gesamtschule war dementsprechend folgerichtig und bedient die anhaltende Nachfrage der Eltern nach einem Platz auf einer Gesamtschule für ihre Kinder. Das war ein wichtiger Schritt darf nicht aber der letzte sein, so sollte man sich mittelfristig mit einer weiteren Stärkung des integrativen Schulsystems, z.B. mit Errichtung einer Schule des gemeinsamen, längeren Lernens im Hammer Norden/Heessen auseinandersetzen.“

Daniel Waleczek                                                                   Dr. Cevdet Gürle
Schulpolitischer Sprecher                                                  Sprecher Ratsgruppe Pro Hamm