Rückkehr zum 9-jährigen Abitur

,Der Spuk hat bald ein Ende und das ist auch gut so!“ Mit diesen Worten kommentiert Daniel Waleczek, schulpolitischer Sprecher der Wählergruppe Pro Hamm, die Rückkehr der Hammer Gymnasien zum neunjährigen Abitur. Daniel Waleczek: ,,Die Einführung des verkürzten Gymnasiums zum Schuljahr 2005/06 unter der schwarzgelben Landesregierung war ein historischer Fehler. Das Festhalten an diesem Irrweg kostete der Sozialdemokratin Frau Kraft das Amt der Ministerpräsidentin und es mag wie eine Ironie der Geschichte klingen, dass die Regierung Laschet die Wahl, u.a. mit dem Versprechen auf G9 zurückzukehren, gewonnen hat. Das verkürzte Gymnasium stellt eine starke Belastung für alle Betroffenen dar. So ist es nicht verwunderlich, dass rund 80 Prozent der Eltern in Nordrheinwestfalen sich für eine Rückkehr zur 9jährigen gymnasialen Zeit aussprechen. Die Schüler sind in einem solchen System des verkürzten Gymnasiums einer 45 Stundenwoche ausgesetzt und sollen mit der Zuverlässigkeit einer Maschine Leistung abrufen. Die Abkehr von Turbo-Abitur ermöglicht Jugendlichen ein Mehr an Freiheit in ihrer Lebensgestaltung. Damit der Übergang von G8 auf G9 reibungslos und ohne Störfeuer verlaufen kann, müssen die richtigen Stellschrauben gedreht werden. Das G9-Gymnasium 2015 ist nicht gleichzusetzen mit den Rahmenbedingungen der täglichen pädagogischen Arbeit der Gymnasien 2018. So hat der Ganztag auch bei den Gymnasien Fuß gefasst und das Gymnasium muss sich intensiv mit dem Thema Inklusion auseinandersetzen. Die Folge ist, dass nicht wenige der Gymnasien, die mit der Einführung des G8 die ,,frei“ gewordenen Räume, durch den Wegfall eines kompletten Jahrgangs durch Angebote des Ganztags und der Inklusion besetzt haben. So fehlen diese Fach- und Klassenräume, die notwendig sind, damit ein G9-Betrieb an den Gymnasien funktionieren kann. Wir benötigen dementsprechend Investitionen an den Gymnasien, um zum Beispiel notwendige Erweiterungen des Schulraumes zu ermöglichen. Diese Herausforderung können die Kommunen in Eigenregie nicht stemmen. Hier ist die Landesregierung gefragt, die die Gemeinden mit einer finanziellen Unterstützung in die Lage versetzen muss vor Ort ausreichend Spielraum zu haben. Eine Antwort, woher die zusätzlichen Lehrer kommen sollen und das bei einem jetzt schon vorhandenen Lehrermangel von mehr als 1800 Lehrern, bleibt die Landesregierung bis heute der Öffentlichkeit schuldig. Die Uhr zeigt nicht fünf vor zwölf, sondern bereits fünf nach zwölf und wenn die Rückkehr zu G9 nicht zu einem Spießrutenlauf für Schüler, Lehrer und Eltern werden soll, ist endlich mehr politische Tatkraft aus Düsseldorf vonnöten.“

Daniel Waleczek
Schulpolitischer Sprecher
Wählergruppe Pro Hamm