Ritterpassage benötigt starken Frequenzbringer

„Wenn die Große Koalition glaubt, dass mit einer Änderung des Namens von der Ritterpassage zur B-tween die Weststraße reaktiviert werden kann, ist sie auf dem Holzweg. Die neue Konzeption für die Ritterpassage setzt unbefriedigende Impulse, die kaum oder gar nicht zu einer Steigerung der Attraktivität der Weststraße oder einer erhöhten Besucherfrequenz in der Fußgängerzone führen werden. Wenn der Standort an der Ritterpassage als Scharnier zwischen dem Allee-Center und der Weststraße dienen soll, dann muss dieser Bereich massiv aufgewertet werden. Das wird nur gelingen, wenn wir an dem Standort einen starken Frequenzbringer bekommen und anstatt den Schwerpunkt auf das Dienstleistungsgewerbe setzen. Daher ist es grob fahrlässig, dass die Ansiedlung eines Lebensmittelmarkts, die tatsächlich als Kundenmagnet hätte fungieren und funktionieren können, im Vorfeld ausgeschlossen wird“, konstatiert Dr. Cevdet Gürle, Ratsherr und Sprecher der Ratsgruppe Pro Hamm.

Dr. Cevdet Gürle weiter: ,,Die Ursachen für die Abwärtsspirale an der Weststraße, die seit 20 Jahren zu beobachten ist, wird man bloß mit einem neuen Namenslabel nicht lösen können. Hier trägt die Stadt Hamm und die Große Koalition mit einer verfehlten Wirtschaftspolitik eine Mitverantwortung an der prekären Lage in der Innenstadt. Bis heute liegt kein nachhaltiges Konzept zur Reaktivierung der Innenstadt auf dem Tisch. Ein unbestrittenes Problem ist die starke Konzentration der Kaufkauft auf das Allee-Center.

Die hohe Fokussierung auf den einen Standort hat massive negative Folgewirkungen auf die Geschäfte an der Weststraße und der Oststraße. Deswegen bleiben wir bei unserer Forderung, dass man eine oberirdische Anbindung zwischen dem Allee-Center und der Ritterpassage ermöglichen muss. Der Brückenschlag wäre sowohl eine deutliche Aufwertung der Ritterpassage und würde zugleich die Besucherströme aus dem Einkaufszentrum verstärkt in die Weststraße weiterleiten. Das wäre insbesondere der Fall, wenn es gelinge, einen starken Frequenzbringer in der Ritterpassage anzusiedeln. Wenn man darüber hinaus die Aufenthaltsqualität der Weststraße und der Oststraße zum Beispiel durch mehr grün und Sitzmöglichkeiten erhöht, könnte man die Kundschaft in diesem Bereich steigern.

Ein strukturelles Problem, dass alle Maßnahmen konterkariert, ist die relativ niedrige Kaufkraft in Hamm. Wenn man die Kaufkraft mittelfristig nicht steigern kann und das gehört auch zur Wahrheit, dann werden alle Maßnahmen nicht fruchten. Man kann den Euro schließlich nur einmal ausgeben. Deswegen benötigen wir, wenn wir eine Reaktivierung der Innenstadt erreichen wollen, eine Neuausrichtung der Wirtschaftsförderung, in der wir endlich eine Industriepolitik haben, wo für gut bezahlte Arbeitsplätze geschaffen werden und nicht einen weiteren Ausbau im Niedriglohnbereich.“

Dr. Cevdet Gürle
Sprecher Ratsgruppe Pro Hamm
Wählergruppe Pro Hamm