Nachrichten aus dem Stadtrat – Teil 1

Lärmaktionsplan und Verkehrsbericht waren zwei Punkte auf der langen Tagesordnung der Sitzung der jüngsten Sitzung des Stadtrats.

Die Maßnahmen und Zahlen, die der Lärmaktionsplan und der Verkehrsbericht nennen, sind ernüchternd. Wenn man sich die Frage stellt, welche Maßnahmen die Stadt zur Lärmreduzierung umgesetzt hat, werden im Besonderen Straßenbaumaßnahmen in den Vordergrund gestellt. Das Thema: Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs oder der Ausbau und die Instandsetzung der Fuß- und Radwege tauchen nur als Fußnote auf.

Die Logik im Rathaus: Durch den Bau von Straßen soll der Lärm reduziert werden. Nun, aus unserer Sichtweise, ist es eher der Gegenteil und man konzentriert dadurch verstärkt Verkehrsströme auf die Straße. Es ist ein vollkommen falscher Ansatz, um städtische Verkehre zu planen.

Die Zahlen unterstreichen die miserable Bilanz bezüglich „Attraktivität umweltfreundlicher Fortbewegungsmittel“. so nutzen Stand heute 5% den ÖPNV, aber 44% den PKW. In Relation zu 2010 hat der LKW-Verkehr um 14% zugenommen. Die Fußnutzung betrug 1984! 24% und ist 2016 bei 17% gelandet. Ziel ist aber für 2025 25% zu erreichen. Nicht nur wir, fragen uns: WIE?

Wir haben mehr Lärm in der Stadt und da die Werte nach unten korrigiert werden müssen, wird als ein Instrument sogenannter lärmmindernder Asphalt (Flüsterasphalt) verlegt. Das Problem: 20% der Kosten des Flüsterasphalts müssen die Anwohner entrichten. Die Stadt Hamm und die Große Koalition ist mit einer verkorksten Verkehrspolitik hauptverantwortlich für den Anstieg des Lärmpegels, aber es ist der Bürger, der dafür die Zeche zahlen soll. Deswegen gehören das Umlegen von Kosten wie Straßenausbaubeiträge auf Anwohner abgeschafft!

Dr. Cevdet Gürle
Sprecher Ratsgruppe Pro Hamm
Wählergruppe Pro Hamm