Multiresistente Keime in Hammer Gewässern?

Die Wählergruppe Pro Hamm teilt die Position des BUND NRW, dass nach dem Fund antibiotika-resistenter Keime in niedersächsischen Gewässern entsprechende Untersuchungen in Nordrhein-Westfalen fordert. Es liegt bereits seit längerem die Vermutung nahe, dass auch im Rhein und anderen Gewässern von Nordrhein-Westfalen antibiotika-resistente Keime existieren. In der ARD-Sendung Panorama vom 06.02.2018 wurde erstmals in einem größeren Medium auf die immense Gefahr multiresistenter Keime hingewiesen. Khalid Bhihi, umweltpolitischer Sprecher der Ratsgruppe Wählergruppe Pro Hamm, betont: ,,Natürlich ist seit Jahren bekannt, dass multiresistente Keime immer öfter vorkommen. Neu ist jedoch, dass sich diese auch in unserer Umwelt rasant vermehren. Die Gründe hierfür sind hausgemacht, zum Teil durch die Abwässer aus Krankenhäusern und zum anderen durch den ungehemmten Einsatz von Antibiotika in der Tiermast. Das NDR-Team führte einen Test durch und nahm dafür in ca. einem Duzend Gewässern in Niedersachsen, unter anderem auch Badegewässern, Wasserproben. Erschreckend ist hierbei, dass im Ergebnis in allen Proben multiresistente Keime nachgewiesen wurden. Da dieses Thema für alle Hammer Bürger, gerade zu Zeiten des Projekts „Hamm ans Wasser“ von größtem Eigeninteresse sein dürfte, muss die Problematik auf lokaler Ebene zur öffentlichen Diskussion gestellt werden.“

Die Ratsgruppe Wählergruppe Pro Hamm bittet die Stadtverwaltung in dem Zusammenhang um die Beantwortung folgender Fragen:

  1. Wurden schon einmal alle Gewässer in Hamm, sprich Datteln-Hamm-Kanal, die Flüsse, Bäche, Teiche und Baggerseen bezüglich ihrer Wasserqualität überprüft? Falls ja, wurden dabei auch Untersuchungen bezüglich multiresistenter Keime durchgeführt?
  2. Falls dies bereits durchgeführt wurde, hat man bei den Untersuchungen auch die Abwässer von Krankenhäusern, Tierbetrieben und Schlachtereien untersucht? Zu welchem Ergebnis sind die Untersuchungen gekommen?
  3. Welche Antibiotika kommen konkret in Hammer-Tierbetrieben zum Einsatz? Werden auch sogenannte Reserve-Antibiotika verabreicht?
  4. Falls eine derartige Untersuchung bislang nicht durchgeführt wurde, würden wir gern wissen, wer explizit für eine solche Untersuchung der Hammer Gewässer verantwortlich wäre?
  5. Plant die Stadtverwaltung vielleicht bereits in möglichst naher Zukunft eine derartige Untersuchung durchführen zu lassen?
  6. Wo werden die Hammer Abwässer geklärt? Gibt es dafür nur eine Kläranlage oder sind mehrere dafür verantwortlich? Verfügen diese Kläranlagen über eine sogenannte „Vierte Stufe“, die nach neuesten Erkenntnissen notwendig ist, um die multiresistenten Keime aus dem geklärten Wasser zu filtern?
  7. Falls es in Hamm noch keine Vierte Stufe bei den Kläranlagen gibt, möchten wir wissen, was dem im Wege steht? Was würde die Installation einer Vierten Stufe kosten und wie schnell ließe sie sich in Hamm realisieren?
  8. Woher stammt das Trinkwasser der Stadt Hamm? Wird unser Trinkwasser bezüglich einer Kontaminierung durch multiresistente Keime getestet? Falls ja, gibt es Bescheinigungen, die dies schwarz auf weiß belegen?
  9. Falls nicht, wer ist dafür zuständig, eine derartige Trinkwasser-Untersuchung durchzuführen? Warum wurde dies bislang versäumt?

    Mit freundlichen Grüßen

Khalid Bhihi
Mitglied im Umweltausschuss
Ratsgruppe Wählergruppe Pro Hamm