Möglicher Hörsaal der Fachhochschule Hamm-Lippstadt ein Besuchermagnet für das Kreativ-Quartier

Die Wählergruppe Pro Hamm begrüßt die positive Entwicklung der Fachhochschule Hamm-Lippstadt (HSHL), die sich unter anderem in den steigenden Studierendenzahlen verdeutlicht. Farid Bhihi, Bezirksvertreter der Wählergruppe in der Bezirksvertretung Pelkum, ist überzeugt, dass der Stadtbezirk Pelkum im Allgemeinen und das geplante Kreativ-Quartier auf dem Areal des Bergwerk Ost im Besonderen, einen direkten Nutzen von der positiven Entwicklung der Hochschule ziehen können. Farid Bhihi: ,,Die Studierendenzahlen steigen kontinuierlich. Das ist eine Entwicklung, die nicht spezifisch lokal, sondern ein bundesweiter Trend an allen Fachhochschulen und Universitäten ist. So liegt man allein in Hamm mit rund 3200 eingeschriebenen Studenten mit über 40 Prozent über den Soll-Zustand. Der Campus war ursprünglich für 2000 bis 2500 Studierende geplant. Die Folge dieser unerwarteten Entwicklung, die sich in den Folgenjahren durch weiter steigende Studierendenzahlen eher verschärfen statt entschärfen wird, ist, dass die Fachhochschule ein Dutzend Räume und Säle u.a. im sogenannten Science Quartier, im Kurhaus oder im Oberlandesgericht angemietet hat oder plant anzumieten, um den Hochschulbetrieb durchführen zu können. Das ist für alle Beteiligten, angefangen von den Studierenden und bis hin zu den Lehrenden ein unbefriedigender Zustand und sollte nicht zu einem Dauerzustand mutieren. Das Potenzial der Hochschule und die positiven Effekte für die Stadt Hamm sind bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. So könnte die Fachhochschule Hamm-Lippstadt als ein Katalysator dienen, nach der erfolgreichen Installierung einer Gesamtschule in Herringen, den Bildungsstandort in den westlichen Stadtbezirken weiter zu stärken. Die Entwicklung des Kreativ-Quartiers im ehemaligen Bergwerksgelände stagniert. Das liegt unter anderem an der Nichtbeantwortung der zentralen Frage, was kann hier als Besuchermagnet fungieren, um die Bürgerschaft in das Kreativ-Quartier zu locken. So ein ,,Leitstern“ ist noch nicht am Horizont zu erkennen. Eine Option wäre die Installierung von Nahversorgung im Kreativquartier. Dem steht aber gegenüber, dass wir bereits ausreichend Nahversorgungsstandorte mit dem Einkaufszentrum an der Wilhelmstraße im Hammer Westen, den Nahversorgern an der Kamener Straße und dem LippeCarree in Herringen in relativer Nähe haben. Eine weitere Ansiedlung von Nahversorgern im Kreativquartier wäre kontraproduktiv beziehungsweise würde zu einem Verdrängungswettbewerb führen. Deswegen halten wir als Wählergruppe das Beschreiten dieses Weges für suboptimal. Eine Alternative wäre aus der Not der Hochschule eine Tugend zu machen und als „Leitstern“ im Kreativ-Quartier einen zentralen Hörsaal für Studierende zu errichten. Ein solcher Audimax für 200 und mehr Studierende, in der täglich Vorlesungen und/oder Seminare durchgeführt werden, wäre ein solcher Magnet, der das Kreativ-Quartier nachhaltig mit Leben füllen kann. Ein solcher Hörsaal hätte direkte positive Impulse, so würden sich um so einen „Leitstern“ rasch Cafés und sonstige Einrichtungen für Studierende ansiedeln. Eine Zielgruppe wie Studierende, die in der Regel kauffreudig und weltoffen sind, könnte das nötige Schmiermittel sein, um das Kreativ-Quartier zum Laufen zu bringen. Da der öffentliche Nahverkehr über die Kamener Straße relativ gut ist, wäre der zentrale Campus an der Marker Allee in einer Viertelstunde erreichbar.“ Dr. Cevdet Gürle, der Bezirksvertreterkollege der Wählergruppe in Herringen verweist beim Thema darauf, dass das Kreativquartier mit bis zu zwei Millionen an Steuergeldern mit entwickelt wird und dass die öffentliche Hand und damit analog die Bürgerschaft selbstverständlich die Entwicklung des ehemaligen Bergwerkgeländes mitbestimmen sollte. Dr. Cevdet Gürle: ,,Eine Nachnutzung, die allein privatwirtschaftlich ausgerichtet und sich nach Gewinnmaximierung orientiert, wird nur einen geringen Mehrwert für die Stadt Hamm haben. Die Gefahr besteht, dass wir auf einem scheinbaren Kreativ-Quartier nur ein weiteres Industriegebiet light bekommen. Wenn dies eintritt, hätten wir eine einmalige Chance in der strukturellen Entwicklung der westlichen Stadtbezirke vertan.“

Farid Bhihi                                                                                   Dr. Cevdet Gürle
Bezirksvertreter Pelkum                                                           Bezirksvertreter Herringen
Wählergruppe Pro Hamm                                                        Wählergruppe Pro Hamm