Immer mehr Übergewichtige in Hamm, höchste Zeit die Reißleine zu ziehen.

,,In Deutschland leben mittlerweile mehr übergewichtige als normalgewichtige Menschen. Die Stadt Hamm nimmt dabei einen traurigen negativen Spitzenplatz im Städtevergleich ein“, so Erol Gürle, Mitglied im Sportausschuss. Der Bürgervertreter und Allgemeinmediziner verweist u.a. auf aktuelle Zahlen des Landesbetriebs IT.NRW und fordert einen energischen kommunalpolitischen Ansatz, um sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Erol Gürle: ,,Die Entwicklung zu einer zunehmend adipösen Gesellschaft hat dramatische Folgen. Wer adipös ist, hat ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen und eine deutlich verminderte Lebenserwartung. Übergewichtigkeit betrifft alle Altersgrenzen. Sowohl Männer wie Frauen sind davon betroffen, wobei Männer deutlich früher an Gewicht ansetzen als Frauen. Wir haben einen dringenden Handlungsbedarf und müssen konsequent Präventionsmaßnahmen stärken. Das muss im vorschulischen Alter starten und sich bis ins Seniorenalter durchziehen. So ist es zwar begrüßenswert, dass knapp ein Dutzend Kindertageseinrichtungen in der Stadt zertifizierte „Anerkannte Bewegungskindergärten des Landessportbunds“ sind und somit das „Recht auf Bewegung“ von Kindern unterstützen oder Sport-Kitas geschaffen wurden. Diese Maßnahmen sind aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wenn wir eine Kehrtwende erreichen wollen, müssen wir eine deutlich größere Zielgruppe erreichen. Es sollte nicht die Ausnahme, sondern die Regel sein, dass alle Kindertagesstätten in Hamm am Programm des Landessportbunds teilnehmen und ein tägliches Sportangebot anbieten. Das ist organisatorisch aber nur umsetzbar, wenn es von der kommunalen Politik flankiert wird, indem geeignete Bewegungs- und Mehrzweckräume und ein großes Außengelände den Kindergärten zur Verfügung gestellt werden. Die hohe Beliebtheit der Sportkitas des HSC Hamm und des Tus59 Hamm unterstreichen, dass Eltern ein solches Angebot zu schätzen wissen. Hier müsste man den nächsten Schritt machen und mindestens in jedem Stadtbezirk eine Kindertagesstätte in enger Partnerschaft mit einem Sportverein auf die Beine stellen, um so ein flächendeckendes Angebot zu ermöglichen. Es gilt aber auch zu beachten, dass Bewegung und Spielen immer weniger im organisierten Sport stattfindet, umso wichtiger ist der Aspekt, dass man den Sport im öffentlichen Raum stärkt. So wäre es erforderlich, dass die CDU/SPD-Stadtregierung die Parkanlagen als Chance sieht und diese verstärkt mit Fitnessparkour-Geräten ausstattet.“

Erol Gürle
Mitglied im Sportausschuss
Wählergruppe Pro Hamm