Hammer Schulen jahrelang chronisch unterfinanziert

Die Wählergruppe Pro Hamm begrüßt grundsätzlich, dass Gelder in die Hand genommen werden, um durch Baumaßnahmen den Bildungsstandort Herringen zu stärken. Dr. Cevdet Gürle, Fraktionsvorsitzender in der Bezirksvertretung, hält fest: ,,Die Große Koalition mag sich mit dem Maßnahmenpaket für Schulen lobend auf die eigenen Schultern klopfen, aber es gehört zur Wahrheit, dass die Stadt Hamm nur aktiv werden kann, weil der Bund mit dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz ein Förderprogramm auf die Beine gestellt hat, dass finanzschwache Kommunen in die Lage versetzt, Investitionen im Schulbereich zu tätigen. Der städtische Eigenanteil beträgt bei allen Maßnahmen knapp 10 Prozent. Dass die Stadt endlich einen Handlungsbedarf an der Hermann-Gmeiner-Schule erkennt und hier Investitionen im Offenen Ganztag durchführt, war längst überfällig. Dennoch ist das Maßnahmenpaket der CDU/SPD-Stadtregierung letztendlich nur der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein und unterstreicht, dass die Verwaltungsspitze die Schulen jahrelang chronisch unterfinanziert hat. Wenn man die Beschlussvorlagen der Verwaltung kritisch reflektiert, so erkennt man, dass einige Mängelzustände mit keinem Wort erwähnt werden. So schafft es exemplarisch die Anne-Frank-Schule, obwohl sie zu den größten noch verbliebenen Hauptschulen im Stadtgebiet zählt, nicht auf den politischen Radar der Großen Koalition. Der Schulentwicklungsplan listet hier gravierende Problemlagen auf, angefangen von einer Aula, die im schlechten Zustand ist, über nicht ausreichend vorhandene Fachräume bis zu einem räumlichen Defizit im gebundenen Ganztag. Des Weiteren werden Funktionsräume für Besprechungen und ein Sanitätsraum als fehlend genannt und die Raumgestaltung des Lehrerzimmers bemängelt. Wenn man den Schulstandort an der Anne-Frank-Schule langfristig halten will beziehungsweise stärken möchte, dann wären zeitnahe Investitionen folgerichtig gewesen. Selbst an der Hermann-Gemeiner-Schule, die mit einem Geldreigen überschüttet wird, ist nicht alles Gold, was glänzt. So gibt es Beschwerden von Schülerinnen und Schülern sowie Eltern, dass der Spielplatz aufgrund eines defekten Spielgeräts seit einem halben Jahr gesperrt ist oder, dass die Ausstattung in einigen Räumen mit Tischen und Stühlen zu wünschen übrig lässt. Außerdem hat die Stadt den Wunsch ein Hinweisschild mit dem Verweis auf die Schule und ein weiteres Hinweisschild auf einen Rettungsweg bisher negiert. Das die Verwaltungsräume an der Jahnschule nicht ausreichend sind und hier ein Erweiterungsbedarf besteht, wird von der Rathausspitze ebenfalls bis heute ignoriert.“

Dr. Cevdet Gürle
Fraktionsvorsitzender
Bezirksfraktion Herringen
Wählergruppe Pro Hamm