Forderung nach einer sozialgerechteren Bodennutzung in Hamm

,,Zahlen lügen nicht“, so kommentiert Dr. Cevdet Gürle, Sprecher der Ratsgruppe Pro Hamm, die jüngste Stellungnahme der Stadtverwaltung auf eine Anfrage der Wählergruppe zur Entwicklung des öffentlich geförderten Wohnraums in Hamm. Die Zahl geförderter Wohnungen hat sich von 17 614 (Jahr 2001) auf knapp 9023 (Jahr 2017) massiv reduziert. Dr. Cevdet Gürle: ,,Der Oberbürgermeister trägt die Verantwortung für diese katastrophale Entwicklung. Die schwarzgelbe Vorgängerregierung hat hier kläglich versagt und die Große Koalition versucht nun halbherzig dem entgegenzusteuern. Alle Maßnahmen, die bisher getroffen wurden, sind nur der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein und kommen mindestens zehn Jahre zu spät. In vielen Wohnquartieren ist es schwieriger geworden bezahlbaren Wohnraum zu finden. Immer mehr Haushalte, vor allem mit kleineren, zunehmend aber auch mit mittleren Einkommen, haben insbesondere in ,,gut situierten“ Zentren Schwierigkeiten, sich mit Wohnraum zu versorgen, da das Angebot an öffentlich geförderten Wohnungen zu gering ist und über das Auslaufen der Wohnungsbedingungen im öffentlich geförderten Wohnraum noch ansteigt. So haben es im Besonderen kinderreiche Haushalte, Alleinerziehende und Menschen mit Behinderung häufig schwer, eine ihren Bedürfnissen angemessene Wohnung zu finden. Das Zeugnis, dass die Stadtverwaltung sich selber im sozialen Wohnungsbau ausstellt, ist vernichtend. Die Bestandsanalyse unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf. Wir benötigen eine kommunale Politik, die einen nachhaltigen und kontinuierlich öffentlich geförderten Wohnungsbau in Hamm, auf die Agenda setzt.“ Die Wählergruppe Pro Hamm plant in dem Zusammenhang eine politische Initiative in den Stadtrat einzubringen, in der die Stadt Hamm sich an dem Münsteraner Modell mit der „Einführung der sozialgerechten Bodennutzung“ orientiert. Dr. Cevdet Gürle: ,,Die Stadt Münster hat ein deutlich angespannteren Wohnungsmarkt als Hamm, aber man hat im dortigen Rathaus frühzeitig die Weichen gestellt, um der Entwicklung des Wohnungsmarkts durch klare Vorgaben eine sozialpolitische Komponente beizufügen. So heißt es in den Leitlinien für den Wohnungsbau: „Unter Berücksichtigung von Gleichbehandlung, Transparenz und Investitionssicherheit wird die Baulandentwicklung und das Wohnbaulandmanagement stärker auf die gemäß Handlungskonzept Wohnen wichtigen und angesichts der aktuellen Wohnungsmarktsituation notwendigen wohnungs- und sozialstrukturellen Ziele ausgerichtet.“. Wir benötigen ein „Hammer Modell“, dass nicht 1:1 identisch mit der von Münster sein muss, aber die Marschrichtung muss dieselbe sein.“

Dr. Cevdet Gürle
Sprecher Ratsgruppe Pro Hamm
Wählergruppe Pro Hamm