Arbeit am Limit darf für die Hammer Polizei kein Dauerzustand werden

Die Wählergruppe Pro Hamm reagiert mit Sorge auf Stellungnahmen der Hammer Polizei im Rahmen der Mitgliederversammlung der Gewerkschaft der Polizei (GdP), da es drohe, dass in den Folgejahren Planstellen unbesetzt bleiben werden. Dr. Cevdet Gürle, Sprecher der Ratsgruppe Pro Hamm, macht deutlich: ,,Die Polizei wurde in den letzten Jahren analog zur Lehrerschaft oft als Buh-Männer beziehungsweise Buh-Frauen von der Politik diskreditiert. Diese geringe Wertschätzung der Männer und Frauen, die täglich ihr Leben in Gefahr bringen, um unsere Sicherheit zu gewährleisten, hat auch nicht vor der Hammer Politik Halt gemacht. So kann ich mich noch gut an die Worte des Oberbürgermeisters erinnern, der die Arbeitsmoral der Polizei scharf kritisierte und es dennoch gerne pflegte, als „Law and Order-Politiker“ in Szene zu setzen. Die massiven Stellenvakanzen bei der Polizei, die in den Folgejahren noch stetig zunehmen werden, unterstreichen, dass die schwarzgelbe Landesregierung, wie auch die rotgrüne Vorgängerregierung massive Einsparungen in den letzten 20 Jahren bei der Polizei durchgeführt haben. Diese Sparorgie rächt sich nun. Die Politik hat auf Kosten der Sicherheit gespart und stellt sie sich nun hin und ,,ärgert“ sich darüber, dass die Polizei nicht die erwünschte Präsenz auf der Straße zeige. Hier hat die Bürgerschaft einen Anspruch, dass die Rathausspitze und die Hammer Landtagsabgeordneten keine Sonntagsreden halten, sondern ihren Einfluss auf Düsseldorf geltend machen, so dass die Polizei im Land deutlich mehr Ressourcen zugewiesen bekommt. Denn trotz der stetig gewachsenen Arbeitsbelastung im Polizeidienst, wurden die Mitteln der Polizei nicht dementsprechend aufgestockt. Falls wir ein Mehr an Polizeipräsenz auf der Straße und damit Sicherheit wünschen, dann kann es keine Lösung sein, wenn die Arbeit am Limit für die Polizei zum Dauerzustand wird. Das Ergebnis einer solchen Politik sehen wir u.a. in der horrenden Zahl der Überstunden und dem hohen Krankenstand bei Polizeibeamten. Wenn wir den Handel mit Drogen im öffentlichen Raum, wie am Bahnhofsplatz unterbinden wollen, dann müssen wir erstens stärker in die präventive Arbeit investieren und an die Ursachen der Drogensucht ran und zweitens der Polizei mehr Ressourcen und das bedeutet in erster Linie mehr Personal zur Verfügung stellen, so dass sie ihre Arbeit zufriedenstellend erledigen kann.“

Dr. Cevdet Gürle
Sprecher Ratsgruppe Pro Hamm
Wählergruppe Pro Hamm