Pressemitteilung der Wählergruppe bezüglich der hohen Zahl an Schulabbrechern

Die Wählergruppe Pro Hamm sieht angesichts einer hohen Schulabbrecherquote einen dringenden Handlungsbedarf. Der Sprecher der Pro Hamm-Ratsgruppe Dr. Cevdet Gürle nimmt wie folgt Stellung: ,,Die aktuellen Zahlen, die mehr als 150 Schulabgänger ohne Schulabschluss auflisten, unterstreichen die negative Entwicklung der letzten zehn Jahre. Die Schulabbrecherquote hat sich seit 2010 verdoppelt und stagniert, trotz eines leichten Rückgangs 2016 auf einem hohen Niveau. Jeder Schulabgänger ohne Schulabschluss ist einer zu viel! Die Große Koalition hat die Verantwortung ein bildungspolitisches Handlungskonzept aufzuwerfen, um der Schulabbrecherquote entgegenzuwirken. Hier müssen insbesondere die Altersklasse der 18- bis 24-Jährigen und jugendlichen Einwanderer aus dem osteuropäischen Raum und Flüchtlinge stärker in den Mittelpunkt gerückt werden. So sollte es uns zu bedenken geben, dass rund 22 Prozent der 18- bis 24-Jährigen, die beim Job-Center im Leistungsbezug stehen keinen Schulabschluss haben. Diese jungen Leute brauchen eine Perspektive und die können sie nur bekommen, wenn die Stadtregierung Maßnahmen durchführt, die die Bildungsteilhabe stärken und existierende Bildungsungleichheiten abbauen. Wenn wir das Entstehen von Parallelgesellschaften verhindern wollen, dann müssen wir zum Beispiel bulgarischstämmige Jugendliche besser in das hiesige Schul- und Bildungssystem integrieren. So müssen insbesondere die Schulen, die einen hohen Anteil an Kindern und Jugendlichen aus dem osteuropäischen Raum unterrichten, personell und finanziell besser gestellt werden. Nur wenn man den Schulen mehr Ressourcen zur Verfügung stellt, können sie als Institution ihren Erziehungs- und Bildungsauftrag gerecht werden. Allen politischen Akteuren sollte bewusst sein, dass Bildung allein der Schlüssel zum sozialen Aufstieg ist und da wo die Bildung scheitert, scheitert auch die soziale Integration.“

Dr. Cevdet Gürle
Ratsgruppe Pro Hamm
Wählergruppe Pro Hamm