Pressemitteilung bezüglich der Meldezahlen aus der Schulstatistik 2016/17 am Beispiel des Stadtbezirks Heessen

Die Wählergruppe Pro Hamm hat sich in einer Arbeitssitzung mit den aktuellen Meldezahlen an den Grundschulen und den weiterführenden Schulen sowie den Ergebnissen der Schulstatistik 2016/17 auseinandergesetzt. Die Ergebnisse wurden heruntergebrochen auf den Stadtbezirk Heessen und verdeutlichen, dass der Stadtbezirk bei Bildung- und Bildungschancen Schlusslicht in der Stadt ist. Adrian Brosterhues-Niedziolka, Sprecher der Wählergruppe Pro Hamm für den Stadtbezirk Heessen kommentiert die Zahlen wie folgt: ,,Wir haben ein massives Bildungsgefälle in unserer Stadt und das ist das Produkt einer verfehlten Schul- und Bildungspolitik der CDU, der SPD und der FDP, die in den letzten 20 Jahren Regierungsverantwortung in der Kommune hatten. Der Stadtbezirk Heessen trägt unter allen Stadtbezirken die rote Laterne, was Bildungs- und Chancengerechtigkeit angeht. Es sollte uns Sorge bereiten, dass in Rhynern knapp die Hälfte aller Kinder nach der Grundschule das Gymnasium besuchen, aber in Heessen nur jedes fünfte Kind. Während der Anteil der Übergänge zu den Hauptschulen in Heessen bei 16,1 Prozent liegt, ist er im städtischen Durchschnitt bei nur 8,6 Prozent. Die Kinder und Jugendlichen in Heessen sind nicht dümmer, sie haben aber nicht dieselben Chancen. Deswegen muss die Devise lauten: Wir brauchen in Hamm nicht nur mehr Bildung, sondern in erster Linie Bildung für alle! Wenn wir Bildungsungleichheiten abbauen wollen, dann muss die CDU/SPD-Stadtregierung endlich weg vom Gießkannenprinzip und eine bedarfsgerechte Ressourcenverteilung vornehmen. So müssen den Grundschulen, die in einem sozial schwierigen Umfeld arbeiten deutlich mehr Ressourcen zugewiesen werden. Das bedeutet zum Beispiel, dass solche Schulen feste Sozialarbeiter erhalten, dass diese Schulen eine bessere Raumausstattung bekommen, um einen zieldifferenten Unterricht zu ermöglichen und dass die Klassenstärke sich nicht nur an einer maximalen Schüleranzahl orientiert sondern vor allem am sozioökonomischen Status eines jeden Kindes bzw. der Familie, wobei ein Migrationshintergrund nur ein Parameter darstellt, und den sich damit verbundenen Herausforderungen in der Klassenstärke bzw. sonstigen schulischen Ressourcen berücksichtigt werden. Die Erreichung der selbstgesteckten Ziele wird mit kleineren Klassenverbänden, bis zu maximal 20 Schülern, deutlich besser gelingen. So ist es aus Sicht vieler Bürgers nicht nachvollziehbar und ein Unding, dass die Gutenbergschule, die einen Anteil von 93,3 Prozent von Kindern mit Migrationshintergrund aufweist, und wo immerhin 72 Schüler im offenen Ganztag sind, nur über zwei Gruppen beziehungsweise Räume für den offenen Ganztag verfügt. Die Beispiele Karlschule und Kappenbuschschule verdeutlichten, wo erst durch die Einschaltung der Öffentlichkeit die Politik reagierte und zum Beispiel eine Instandsetzung der WC-Anlage durchgeführt, beziehungsweise grundsätzliche Sanierungsarbeiten angestoßen wurden, dass die Heessener CDU und SPD nur mangelhaft die Interessen der Schulen im Stadtbezirk im Rathaus zu Gehör bringt. Ich möchte, um auch das deutlich zu machen, herausstellen, dass nicht jedes Kind Abitur machen muss, aber es muss dieselben Chancen auf dem Weg zum Abitur haben. Es darf nicht sein, dass die sozioökonomische Herkunft maßgeblich über den Schulerfolg eines Kindes entscheidet. Das Potenzial der Kinder voll auszuschöpfen, stellt angesichts der offensichtlichen herkunftsbedingten Benachteiligungen im Hamm-internen Bezirks-Vergleich das Bildungswesen und somit die Verantwortlichen in der Politik als auch die gesamte Gesellschaft vor eine Herausforderung. Dieser Herausforderung müssen wir uns als Stadt schnell und vereint stellen.“

Adrian Brosterhues-Niedziolka
Sprecher Stadtbezirk Heessen
Wählergruppe Pro Hamm