PIRATES auf der Südstraße (Meile)

Sehr geehrter Herr Vorsitzender Wobedo,

der Wählergruppe Hamm wurde zugetragen, dass die Hammer Gaststätte Pirates Post von der Ordnungs- und Gewerbeabteilung des Ordnungs- und Wahlamtes erhalten hat. Im Schreiben wird der Gewerbetreibende darüber in Kenntnis gesetzt, dass es offenbar Beschwerden aus der Nachbarschaft gab, da es insbesondere mittwochs zu einer regelrechten Belästigung aufgrund der Lautstärke komme, wodurch man sogar die Nachtruhe der Anwohner gefährdet sehe. Dieser Umstand sei daher unverzüglich einzustellen, ansonsten drohe dem Gewerbetreibenden ein Bußgeld.

Da sich die besagte Gaststätte aber statt in einem einfachen Wohngebiet in einer Amüsiermeile befindet, erscheint die Bußgeldandrohung seitens des Ordnungs- und Wahlamtes nicht völlig nachvollziehbar, möglicherweise gar überzogen und alles andere als fair zu sein. Aus diesem Grund bitten wir um die Beantwortung folgender Fragen:

  1. Da Gaststätten immer auch ein Ort ausgelassener Feststimmung sind, ist eine erhöhte Lautstärke nahezu vorprogrammiert. Was könnten die Hammer Gastronomen aus Sicht der Stadtverwaltung machen, um potentielle Lärmbelästigung zu vermeiden? Reicht aus Sicht der Stadt der Lösungsansatz des Gastronomen (Pirates) hinsichtlich der Verlegung der Eingangsregelung aus? Diese umfasste die Schließung des Eingangs zur Meile und die alleinige Nutzung des Seiteneingangs hin zum Santa-Monika-Platz. Siehe hierzu auch die Berichterstattung der Lippe-Welle vom 01. Juni.
  2. Ist es im Sinn der Stadtverwaltung, dass Gaststättenbetreiber sich unter Umständen genötigt sehen, Veranstaltungen wie die Mittwochs-Partys nur noch an Wochenenden stattfinden zu lassen?
  3. Gibt es Sonderregelungen für Gaststätten bezüglich der Lautstärke, wenn sich diese auf der Hammer Meile befinden? Wenn ja, wie sehen diese konkret aus?
  4. Zur Zielgruppe der Gaststätte „Pirates“ zählen vermehrt junge Erwachsene und Studenten. Ist ein „Studentenleben“ in Hamm erwünscht oder würde die Stadtverwaltung es vorziehen, wenn die Studenten ihre Freizeit anderenorts verbringen?
  5. Wenn studentische Lebenskultur in Hamm erwünscht ist, welche Konzepte hat die Stadt, um diese besser in die Innenstadt zu etablieren und vor allem welche derartigen Konzepte sind für die Zukunft geplant?
  6. Es ist die Rede davon, dass im Falle der Gaststätte Pirates gerade die beliebten Mittwochs-Partys der Grund für die Beschwerden wegen Lärmbelästigung seien. Nach Angaben des Gaststättenbetreibers stammen diese Beschwerden jedoch nicht von unmittelbaren Nachbarn, sondern würden immerzu anonym eingereicht. Der Betreiber wittert daher das Bestreben der Konkurrenz, ihm absichtlich das Leben schwer zu machen. Gibt es in diesem Zusammenhang etwaige Hinweise, die jene Vermutungen des Betreibers bestätigen?
  7. Wie oft kam es im Jahr 2016 zu gemeldeten Lärmbelästigungen durch die Gaststätte Pirates und in welcher Form werden diese Meldungen eingereicht? Kann nachvollzogen werden, ob die Meldungen von zumeist unterschiedlichen Quellen stammen oder handelt es sich in den meisten Fällen um ein und dieselbe Person/Personengruppe, von der die Beschwerden ausgehen?
  8. Wie wertet die Stadt diese gemeldeten Lärmbelästigungen? Präferiert die Stadtverwaltung eine lebendige Innenstadtkultur oder eher eine Innenstadt, die ab Punkt 22 Uhr wie eine ausgestorbene Geisterstadt erscheint?
  9. Wie sollen die Gaststättenbetreiber überhaupt genügend Einnahmen erwirtschaften, wenn Ihnen von Seiten der Stadt sprichwörtlich Knüppel zwischen die Beine geworfen werden? Wenn es nämlich in der Konsequenz bedeutet, dass die Gaststättenbetreiber nur am Wochenende ihr Gewerbe zu einhundert Prozent ausüben können, wird es sich möglicherweise für den einen oder anderen letztlich nicht mehr lohnen?
  10. Hat die Stadt vielleicht einen alternativen Lösungsansatz oder die eine oder andere Idee in petto, um einen Ausgleich für die Gaststättenbetreiber zu schaffen?

Der Betreiber Gaststätte Pirates plant seit geraumer Zeit, das bisherige Festzelt durch einen Neubau auf der Meile zu ersetzen. Wie steht die Stadt zu diesem Plan? Gibt es dazu bereits eine konkrete Haltung bzw. etwaige Bedenken seitens der Stadtverwaltung, die im Realisierungsprozess problematisch werden könnten?

Mit freundlichen Grüßen,

Adrian Brosterhues-Niedziolka
Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft, Arbeit, Innovation und Stadtmarketing
Wählergruppe Pro Hamm