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Wie entwickeln sich die Grundschulen in unserer Stadt?

Die Wählergruppe Pro Hamm sieht die Anmeldeentwicklung an den Grundschulen mit Sorge. Farid Bhihi, Mitglied für Pro Hamm im Schulausschuss hält fest: ,,Wenn man die Anmeldungen der Erstklässler an den Grundschulen der letzten Jahre beobachtet, ist eine zunehmende soziale Spaltung zu erkennen. Während die Anmeldungen in den östlichen Stadtbezirken Uentrop und Rhynern teilweise deutlich zugelegt haben, ist die Zahl der Erstklässler in Pelkum regelrecht eingebrochen oder ist wie am Beispiel Herringens kontuinierlich rückläufig. Wenn der Schuldezernent als Erklärung für den Anmeldeplus in Uentrop und Rhynern die Schaffung von Neubaugebieten in den östlichen Stadtbezirken angibt, dann ist das eine bewusste Irreführung. Wir hatten und haben in allen Stadtbezirken Neubaugebiete, so auch in Pelkum am Daberg. Das ist nicht die Erklärung für die unterschiedliche Entwicklung der Schülerzahlen bei den Erstklässlern an den Hammer Grundschulen. Des Weiteren ist es kein Geheimnis, dass der demografische Wandel, der u.a. einhergeht mit einer Alterung der Gesellschaft insbesondere sich in den Bezirken Uentrop und Rhynern kenntlich macht und das die Zahl der grundschulpflichtigen Kinder aus diesen Bezirken in Relation zu den westlichen und nördlichen Wohnbezirken deutlich schwindet. Der Antwort, der wir uns stellen müssen, mögen die politisch Verantwortlichen der Großen Koalition nicht hören wollen, aber sie liegt auf der Hand. Grundschulen in Wohnquartieren mit einem hohen Anteil von Kindern aus sogenannten sozial prekären Lebensverhältnissen werden gemieden. So unterrichten Schulen im Hammer Westen und Norden Kinder in einem sozial schwierigen Umfeld. Familien, die dort wohnhaft sind, aber über die finanziellen Ressourcen verfügen entscheiden zunehmend ihr Kind an einer Grundschule anzumelden, die ,,bürgerlich“ oder zu mindestens ,,bürgerlicher“ geprägt ist. So liegt die Vermutung nahe, dass Familien aus Pelkum ihre Kinder ins nahe Rhynern chauffieren. Der Schülertourismus verfestigt das Bildungsgefälle in unserer Stadt und fördert eine soziale Separierung in den Grundschulen. Wenn wir dem entgegenwirken wollen und nicht eine Wiedereinführung der Grundschulbezirke wünschen, dann müssen wir deutlich mehr in die Grundschulen, aber auch in die Kindergärten und Kitas investieren, die in einem sozial schwierigen Umfeld arbeiten. Ein ,,No-go“ ist die derzeitige Handhabe mit den Schülerfahrkarten. Sie stellt eine klare Diskriminierung von Kindern aus finanzschwachen Familien dar. Wir haben auf der einen Seite Eltern, die die Wunschschule für ihre Kinder aussuchen können und auf der anderen Seite Eltern, die, ob sie nun wollen oder nicht ihr Kind an der nächstgelegenen Schule anmelden müssen. Damit die sozio-ökonomische Herkunft den Bildungserfolg eines Kindes nicht festschreibt, muss die Große Koalition endlich aktiv werden.“

Farid Bhihi

 

 

 

 

 

 

Mitglied Schulausschuss
Wählergruppe Pro Hamm