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Stellungnahme von Pro Hamm zum Antrag: Bildung von Schuleingangsklassen

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren: Die Zahl der Schülerinnen und Schüler in einer Klasse, ob diese nun 20 oder 30 Kinder beträgt, ist nur ein Instrument, aber es ist ein wichtiges, um ein Mehr an Bildungschancen und Bildungsgerechtigkeit umsetzen zu können.

Wir fordern in unserem Antrag, dass die restriktive Anwendung der kommunalen Klassenrichtzahl für die Einrichtung von Schuleingangsklassen, die erstmals zum Schuljahr 2014/15 an den Hammer Grundschulen durchgeführt wurde, nicht starr umgesetzt wird. Die Folge einer restrikten Anwendung der Richtlinie, wie sie in Hamm durchgeführt wird, ist dass es teilweise zu starken Verzerrungen in der Klassenstärke kommt. Diese können bestehende soziale Ungleichheiten verstärken. Die kommunale Klassenrichtzahl ist eine starres System, das Faktoren, wie zum Beispiel, ob eine Schule im einem sozial schwierigen Umfeld arbeitet oder sie eine überdurchschnittlich hohe Zahl von Kindern aus bildungsbenachteiligten Familien unterrichtet außer acht lässt.

Deswegen fordern wir, dass die Landesrichtlinie zur Umsetzung der kommunalen Klassenrichtzahl für Schuleingangsklassen flexibel angwendet wird. Bei der Bildung der Klassenstärke müssen weitere Faktoren, wie z.B. das soziale Umfeld Beachtung finden.

So müssen z.B. Grundschulen in Hammer Westen und dem Norden, die 30, 40 oder mehr Prozent Kinder aus dem osteuropäischen Raum oder dem sonstigen Ausland unterrichten durch kleinere Eingangsklassen besser gestellt werden. Natürlich bedeutet das im Gegenzug, dass eine Grundschule z.B. in Uentrop 3, 4 Kinder mehr in einer Klassen aufnehmen muss. Wir haben die Vorgaben von der Landesregierung und es ist, ich betone es nicht gerecht, wenn wir alle Grundschulen gleich behandeln. Wenn wir das tun, zementieren oder verschärfen gar das soziale Gefälle in unserer Stadt. Wir müssen weniger egoistisch sein und nur auf den Bezirk schauen, den wir als Ratsmitglied vertreten, sondern müssen das Ganze betrachten und hier müssen wir uns die Frage stellen: Wo sind die größten Baustellen? Und die sind nunmal im Hammer Westen und Norden größer als in allen anderen Bezirken. Wir haben nunmal begrenzte Ressourcen, aber die begrenzten Ressourcen, die wir haben, müssen wir gezielt einsetzen und genau das fordern wir mit unserem Antrag.

Dr. Cevdet Gürle
Ratsgruppe Pro Hamm

 

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