Pro Hamm Pro Frauenquote

Stellungnahme im Rat der Stadt Hamm zum Thema Frauenförderung / Antrag: Einführung einer Frauenquote auf kommunaler Ebene

Nurcan Varol, die zum 15. März 15 für Theo Damberg in den Rat für die Wählergruppe Pro Hamm nachrrückte, hielt ihre Antrittsrede zum Thema Frauenförderung auf städtischer Ebene. Ihre Rede war in zweier Hinsicht eine Premiere. Sie war die erste Frau, die für Pro Hamm eine Rede hielt und zugleich die erste türkischstämmige Frau unserer Stadt, die im Stadtrat sitzt. Das ist gelebte Frauenförderung!
Die ablehnende Haltung der schwarz-roten Stadtregierung auf unseren Antrag war zu erwarten und verdeutlicht, dass die CDU und SPD nicht bereit sind, mehr zu tun als nur halbherzige Schritte in Sachen Frauenförderung.

Unten findet ihr die Rede von Nurcan Varol

,,Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren, wir begrüßen die Entscheidung des Bundestages eine gesetzliche Frauenquote für börsenorientierte Unternehmen einzuführen und Verbindlichkeiten für den öffentlichen Dienst festzulegen. Wir fordern die Einführung einer kommunalen Frauenquote beim „Konzern“ Hamm.

Der Bericht zum Frauenförderplan im Berichtszeitraum 2009 bis 2013, die als Beschlussvorlage auf der heutigen Tagesordnung der Ratssitzung steht, macht deutlich dass wir in Hamm einen Handlungsbedarf haben.

Ein Beispiel zu diesem Bedarf ist: Die Lokalzeitung berichtete im Mai 2014, dass zwei Damen aus der Führungsebene einmal die Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums und des Weiteren die Leiterin der Volkshochschule aus Altersgründen ausgeschieden sind, und ein zu eins durch Männer ersetzt wurden. Die Stadt Hamm hat, obwohl zu diesem Zeitpunkt ein Frauenförderplan beschlossen war, MÄNNER bevorzugt.

Die Feststellung ist, je höher eine Führungsposition ist, desto stärker ist sie männlich geprägt. So sind über 80 Prozent der Amtsleiter und rund 65 Prozent der Abteilungsleiter Männer. Frauen sind in den höheren Hierarchieebenen der Verwaltung deutlich unterrepräsentiert. Dasselbe Bild zeigt sich ebenfalls in den Aufsichts- und Verwaltungsräten der städtischen Tochterunternehmen beziehungsweise der Unternehmen mit städtischer Beteiligung. Hier dominiert das männliche Geschlecht. Die jüngsten personalpolitischen Entscheidungen der Stadtregierung, wie die Besetzung des Personalchefs bei der Stadtverwaltung oder des Geschäftsführers bei der Hamtech bestätigen die Zahlen. Wir benötigen eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen
und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst.

Deswegen beantragen wir die Einführung einer lokalgebundenen Frauenquote.
Die Zielsetzung einer lokalen Frauenquote ist den Frauenanteil mit verbindlichen Zielgrößen charakteristisch zu verbessern, die letztendlich zu einer Geschlechterparität führen soll. So muss auf allen Hierarchieebenen der Verwaltung der Stadt Hamm bis 2020 ein Frauenanteil von 40 Prozent erreicht werden. Der Anteil soll schließlich bis 2025 auf 50 Prozent erhöht werden. Bei der Besetzung von Verwaltungs- und Aufsichtsgremien, in denen die Stadt mit mindestens drei Sitzen vertreten ist, soll ab dem 01.01.2016 bei allen Neubesetzungen eine Geschlechterquote von mindestens 30 Prozent gelten. Der Anteil ist ab dem Jahr 2020 auf 40 Prozent und ab dem Jahr 2025 auf 50 Prozent zu erhöhen. Bei Nichterfüllung ist die quotenwidrige Wahl nichtig. Die für das unterrepräsentierte Geschlecht vorgesehenen Plätze bleiben rechtlich unbesetzt („leerer Stuhl“).

Wir als Pro Hamm möchten uns stark machen für eine heterogene Zusammensetzung von Führungsgremien. Studien zeigen, das gemischte Teams, aus Frauen und Männern, des Führungspersonals bessere Entscheidungsprozesse gewährleistet und zu produktiveren Ergebnissen führt. Die Debatten für ein Pro und Contra von Quotenregelungen werden gesellschaftspolitisch kontrovers und emotional geführt. Eine Quote, wie die Frauenquote ist aber ein wirksames Instrument, um soziale Ungleichheiten abzubauen und für ein Mehr an Chancengleichheit zu sorgen. Deswegen benötigen wir, nicht nur eine bundespolitische Regelung der Frauenquote, sondern eine konkrete kommunalpolitische Umsetzung.“

Nurcan Varol
Ratsfrau
Wählergruppe Pro Hamm

Nurcan