Pro Hamm Pro Frauenquote in Hamm

Die Wählergruppe Pro Hamm begrüßt die Entscheidung des Bundestages eine gesetzliche Frauenquote für börsenorientierte Unternehmen einzuführen und Verbindlichkeiten für den öffentlichen Dienst festzulegen. Die frauenpolitische Sprecherin der Wählergruppe Pro Hamm und Ratsfrau Nurcan Varol fordert die Einführung einer kommunalen Frauenquote beim „Konzern“ Hamm. Nurcan Varol: ,,Der Bericht zum Frauenförderplan im Berichtszeitraum 2009 bis 2013, die als Beschlussvorlage auf der Tagesordnung der anstehenden Ratssitzung steht, macht deutlich, dass wir in Hamm einen Handlungsbedarf haben. Frauen in Führungsfunktionen sind eine seltene Ausnahme. Je höher eine Führungsposition ist, desto stärker ist sie männlich geprägt. So sind über 80 Prozent der Amtsleiter und rund 65 Prozent der Abteilungsleiter Männer. Frauen sind in den höheren Hierarchieebenen der Verwaltung deutlich unterrepräsentiert. Dasselbe Bild zeigt sich ebenfalls in den Aufsichts- und Verwaltungsräten der städtischen Tochterunternehmen beziehungsweise der Unternehmen mit städtischer Beteiligung. Hier dominiert das männliche Geschlecht. Die jüngsten personalpolitischen Entscheidungen der Stadtregierung, wie die Besetzung des Personalschefs bei der Stadtverwaltung oder des Geschäftsführers bei der Hamtech bestätigen die Zahlen. Wir benötigen eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst. Deswegen werden wir als Pro Hamm einen Antrag in die Ratssitzung einbringen, der die Einführung einer lokalgebundenen Frauenquote vorsieht. Die Zielsetzung einer lokalen Frauenquote ist den Frauenanteil mit verbindlichen Zielgrößen signifikant zu verbessern, die letztendlich zu einer Geschlechterparität führen soll. So muss auf allen Hierarchieebenen der Verwaltung der Stadt Hamm bis 2020 ein Frauenanteil von 40 Prozent erreicht werden. Der Anteil soll schließlich bis 2025 auf 50 Prozent erhöht werden. Bei der Besetzung von Verwaltungs- und Aufsichtsgremien, in denen die Stadt mit mindestens drei Sitzen vertreten ist, soll ab dem 01.01.2016 bei allen Neubesetzungen eine Geschlechterquote von mindestens 30 Prozent gelten. Der Anteil ist ab dem Jahr 2020 auf 40 Prozent und ab dem Jahr Jahr 2025 auf 50 Prozent zu erhöhen. Bei Nichterfüllung ist die quotenwidrige Wahl nichtig. Die für das unterrepräsentierte Geschlecht vorgesehenen Plätze bleiben rechtlich unbesetzt („leerer Stuhl“). Wir als Pro Hamm möchten uns stark machen für eine heterogene Zusammensetzung von Führungsgremien. Studien zeigen, dass eine Diversität des Führungspersonals bessere Entscheidungsprozesse gewährleistet und zu produktiveren Ergebnissen führt. Die Debatten für ein Pro und Contra von Quotenregelungen werden gesellschaftspolitisch kontrovers und emotional geführt. Eine Quote, wie die Frauenquote ist aber ein wirksames Instrument, um soziale Ungleichheiten abzubauen und für ein Mehr an Chancengleichheit zu sorgen. Deswegen benötigen wir, nicht nur eine bundespolitische Regelung der Frauenquote,sondern eine konkrete kommunalpolitische Umsetzung.“

Nurcan Varol
Frauenpolitische Sprecherin
Wählergruppe Pro Hamm

Nurcan