Bewerbung anonym

Pro Hamm für anonymisierte Bewerbungen – gegen Alters-/Geschlechts-/Herkunftsdiskriminierung bei Bewerbungen

Die Wählergruppe Pro Hamm wird mit einem Antrag in der nächsten Ratssitzung das Thema Einführung anonymisierter Bewerbungen bei der Stadt Hamm auf die Tagesordnung setzen. Dr. Cevdet Gürle, Chef der Pro Hamm-Ratsgruppe und die integrationspolitische Sprecherin der Wählergruppe Nurcan Varol erläutern die Hintergründe und gehen auf die Motivlage ein: ,,Im Zeitraum 2010/11 führte die Anti-Diskriminierungsstelle des Bundes ein Pilotprojekt zur anonymisierten Bewerbung durch. Am Pilotprojekt nahmen u.a. die Deutsche Post und die Stadtverwaltung von Celle teil. Sie haben in verschiedenen Beschäftigungsbereichen eingehende Bewerbungsunterlagen anonymisiert eingesehen. Wir fordern die Stadt Hamm, als größten Arbeitgeber vor Ort auf, dem Beispiel der Stadt Celle zu folgen und anonymisierte Bewerbungen einzuführen. Bei einem anonymisierten Bewerbungsverfahren werden auf Angaben wie Name, Geschlecht oder Herkunft verzichtet, so dass allein die Qualifikation der Bewerber die Grundlage für eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch ist. So werden nachweislich die Chancen insbesondere für Frauen, ältere Arbeitnehmer und Menschen mit Migrationshintergrund erhöht. Bei einer Anonymisierung herrscht tendenziell Chancengleichheit für alle Bewerbenden. Der Personalchef hat nicht die Möglichkeit nach einem kurzen Blick aufs Foto oder das Alter die Bewerbung auszusortieren. Im angelsächsischen Sprachraum ist der Verzicht auf persönliche Angaben in vielen Unternehmen schon lange üblich. Alle Organisationen, die anonymisierte Bewerbungen durchführen, berichten über positive Erfahrungen. Die positiven Effekte werden durch wissenschaftliche Studien bestätigt. Die Stadt Hamm hat die einmalige Möglichkeit als Kommune eine Vorreiterrolle in NRW zu übernehmen. Die anonymisierte Bewerbung ist ein gutes Instrument um mehr Chancengerechtigkeit zu erreichen und es beugt gleichzeitig politischen Kungeleien und einer Stellenvergabe unter der Hand vor. Es gehört leider zur traurigen Wahrheit, dass rund die Hälfte aller Stellen im öffentlichen Dienst, ob diese nun Neubesetzungen oder Beförderungsstellen sind nur scheinbar offen ausgeschrieben werden. Diese Stellen sind hinter verschlossenen Türen bereits intern vergeben. Deswegen fordern wir, dass es weder eine Benachteiligung noch eine Bevorteilung geben gab. Weder darf die ethnische Herkunft oder das richtige Parteibuch für die Besetzung einer Stelle ein Kriterium sein. Alle Bewerber müssen nicht nur theoretisch, sondern auch in der Realität die gleichen Chancen haben. Das wird nur der Fall sein, wenn die Entscheidungsgrundlage auf einer anonymisierten Bewerbung beruht. Die Auswahlkriterien müssen für die Öffentlichkeit transparent und nachvollziehbar sein.“ Die Wählergruppe Pro Hamm will aber einen Schritt weitergehen und fordert nicht nur die Einführung von anonymisierten Bewerbungen bei der Stadt Hamm, sondern will darüber hinaus eine Internetplattform installieren, auf welche die Bürger die anonymisierten Bewerbungsunterlagen aufrufen können. Dr. Cevdet Gürle hierzu: ,,Ich würde mir wünschen, dass alle Stellenangebote der Stadt Hamm und der städtischen Tochterunternehmen zentral aufgelistet werden und gleichzeitig jeder Bürger die Möglichkeit hat auf die standardisierten Bewerbungsunterlagen zuzugreifen. Wir als Steuerzahler haben einen Anspruch darauf, dass bei der Stadt Hamm nicht diejenigen, die gut vernetzt sind, (Schalt-)Stellen besetzen, sondern wir wollen die bestqualifizierteste Person auf den jeweiligen Posten. Wir müssen wegkommen von der Mitnahmementalität, in der Stellen mit Parteifreunden besetzt werden. Wenn wir wollen, dass die Bürger sich nicht von der Politik abwenden, dann muss die Politik transparenter werden. Ein Schritt in diese Richtung wäre die anonymisierte Bewerbung.“

Wählergruppe PRO Hamm

Dr. Cevdet Gürle

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Nurcan Varol

Nurcan