Königreich des OB

Nachrichten aus dem Königreich Hunsteger-Petermann

Eine neue Folge unserer beliebten Serie „Nachrichten aus dem Köngreich Hunsteger-Petermann“

Heute schauen wir uns die Ratssitzung und die Debatte um den Antrag unserer Wählergruppe nach Einführung von anonymen Bewerbungen an.

Wir haben den Antrag gestellt, dass die Stadt Hamm als „Unternehmen“ Bewerbungen anonymisiert aufnimmt, d.h. auf einer Bewerbung finden sich keine Informationen zum Geschlecht, Herkunft oder Alter. Das ist ein Vorgehen, dass z.B. im englischsprachigen Raum üblich ist. Hierbei werden nachweislich die Chancen insbesondere für Frauen, ältere Arbeitnehmer und Menschen mit Migrationshintergrund erhöht. Alle Organisationen, die anonymisierte Bewerbungen durchführen, berichten über positive Erfahrungen. Der Personalchef hat nicht die Möglichkeit nach einem kurzen Blick aufs Foto oder das Alter die Bewerbung auszusortieren. ie anonymisierte Bewerbung ist ein gutes Instrument um mehr Chancengerechtigkeit zu erreichen. Alle Bewerber müssen nicht nur theoretisch, sondern auch in der Realität die gleichen Chancen haben.

Als ich dann in der Rede betonte, dass die Anonymisierung von Bewerbungen auch Vetterwirtschaft und Nepotismus vielleicht nicht austilgen, aber zu mindestens entgegenwirken kann, gab es wie zu erwarten einen großen Aufschrei bei den Mehrheitsfraktionen (CDU & SPD). Nun, das Wort Vetternwirtschaft scheint ein Unwort für die Kollegen von der CDU und der SPD zu sein und als ich das Wort in den Mund nahm, gab es sofort auch eine „Schelte“ vom Oberbürgermeister. Wir haben in Hamm keine Vetternwirtschaft, so der Tenor. Natürlich bekommt immer der Bestqualifzierteste eine Stelle und nicht die Person, die das richtige Parteibuch hat oder gut vernetzt ist. Nein, Vetternwirtschaft mag es überall auf der Welt geben, aber in Hamm natürlich nicht.

Nun, als ich dann nach einige Beispiele der nichtvorhanden Vetternwirtschaft auflistete: Maßmann, Reinermann, Est usw. wurde die gespielte Empörung noch größer. Zwei Partei-Vize-Chefs (Maßmann/CDU und Reinermann/SPD) bekamen zwei Funktionsstellen. Das ist Fakt! Schmunzeln konnte ich nur über die Äußerung des SPD-Ratsfraktionschefs Herrrn Kocker, der von sich verlauten ließ, dass bei der Einstellung von Frau Reinermann alles rechtens lief. Der Personalrat habe dem zugestimmt und überhaupt, nur weil man ein Parteibuch hat, darf man keine Karriere machen?

Natürlich darf eine Person mit Parteibuch Karriere in der Verwaltung machen. Er darf nicht benachteiligt werde, aber er darf auch nicht b e v o r t e i l t werden! Wenn Herr Maßmann, Herr Est oder Frau Reinermann nicht ein Parteibuch der CDU oder der SPD hätten, hätten sie ihre jeweiligen Stellen bekommen? Das ist die entscheidende Frage. Und wir als Pro Hamm haben, wie auch viele Bürgerinnen und Bürger hierzu eine klare Position: Nein, sie hätten die Stellen nicht bekommen. Das Parteibuch war der Türöffner. Das mögen die Kollegen von der schwarz-roten Stadtregierung natürlich anders sehen. Man kann uns aber nicht verbieten unsere Meinung hierzu zu äußern. Vetternwirtschaft und Nepotismus gab es auch unter Schwarzgelb, aber unter der Großen Koaltion mit ihrer „Allmacht“ und der daraus resultierenden Arroganz der Macht hat es Ausmaße angenommen, die nicht mehr hinnehmbar sind.

So geht es nicht meine Damen und Herren von der SPD und der CDU. Wir schimpfen über Griechenland, aber sind wir wirklich besser? Haben wir denn schon längst nicht griechische Verhältnisse auch in Hamm?

Cevdet Gürle

Cevdet Gürle