Diesterweg

Flüchtlingsunterkunft am Diesterweg – Pro Hamm positioniert sich

Die Wählergruppe Pro Hamm kritisiert auf Schärfste die Informationspolitik der Stadtregierung in der Frage der Nachnutzung des ehemaligen Obdachlosenheims am Diesterweg 9a. Dr. Cevdet Gürle, Fraktionsvorsitzender der Wählergruppe in der Bezirksvertretung Herringen kommentiert die jüngsten Ereignisse: ,,Es ist eine absolute Unverschämtheit, dass die gewählten Bürgervertreter erst am Tag der Bezirksvertretersitzung über die Lokalzeitung erfahren, dass das ehemalige Obdachlosenheim am Diesterweg 9a zu Wohnraum für Flüchtlinge umfunktioniert werden soll. Das System Hunsteger-Petermann trifft weitreichende Entscheidungen hinter verschlossenen Türen, ohne das die politischen Gremien in Kenntnis gesetzt werden. Das ist eine Politik nach Gutsherrnart, die zu mindestens im Widerspruch zu meinem Demokratieverständnis steht. So kann und darf man nicht mit gewählten Bürgervertretern in einer Bezirksvertretung umgehen. Die Ankündigung, dass Herr Müller als Leiter des Amtes für Soziale Integration im nicht-öffentlichen Teil der Bezirksvertretung die Mandatsträger über Einzelheiten informieren werde, wurde nicht nachgekommen. Herr Müller ist der Bezirksvertretung, aus welchen Gründen auch immer, ferngeblieben. Das ist ein Verhalten der Stadtregierung und der Verwaltung, das an Dreistigkeit und Missachtung der Volksvertreter nicht mehr zu überbieten ist. Das ist ein Verhalten, dass der Schaffung einer Willkommenskultur nicht förderlich ist. Wenn eine solche Kultur vom Oberbürgermeister gewünscht ist, dann muss endlich Schluss sein mit undurchsichtigen Entscheidungen, die nicht mit, sondern über die Köpfe der Bürger getroffen werden. Wir werden als Pro Hamm eine Sondersitzung der Bezirksvertretung Herringen beantragen, in der das Thema Nachnutzung des ehemaligen Obdachlosenheims am Diesterweg auf der Tagesordnung steht. Hierzu fordern wir, dass ein Vertreter der Verwaltung im Bezirksparlament den Bürgervertretern Rede und Antwort steht. Wir als Wählergruppe haben Fragen und erwarten zufriedenstellende Antworten von Seiten der Verwaltung und aus dem Büro des Oberbürgermeisters. Wir möchten an der Stelle betonen, dass wir ausdrücklich eine dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen befürworten. Flüchtlinge müssen gleich stark auf alle Stadtbezirke und damit auch auf Herringen verteilt werden. Die Unterbringungspolitik der Stadtregierung muss insbesondere die sozial prekären Wohnquartiere des Hammer Westens und Nordens, in der überdurchschnittlich viele Flüchtlinge sich aufhalten, entlasten. Es ist unsere humanitäre Pflicht, die sich aus der Selbstverständlichkeit der Nächstenliebe ergibt Menschen, die in höchster Not sind, ohne wenn und aber zu helfen! Es genügt aber nicht den Menschen bloß ein Dach über den Kopf anzubieten. Wir müssen diese Menschen, auch wenn sie nur wenige Monate in Hamm bleiben, durch integrative Maßnahmen in unsere Gemeinschaft aufzunehmen. Natürlich müssen bei der Erarbeitung von Konzepten die Bürger mitgenommen werden. Sie müssen sich von der Politik mit ihren Ideen und Vorstellungen, aber auch mit ihren Sorgen und Ängsten ernst genommen fühlen. Es kann und wird nur eine Willkommenskultur geben, wenn Stadtregierung, Verwaltung, gewählte Bürgervertreter und Bürger in einem konstruktiven Dialog auf Augenhöhe eintreten und es endlich Schluss ist mit der Basta-Politik aus dem Büro des Oberbürgermeisters!“

Dr. Cevdet Gürle
Fraktionsvorsitzender
Wählergruppe Pro Hamm
Bezirksvertretung Herringen