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Ein unzureichender erster Schritt

Die Neuregelung des Staatsangehörigkeitsgesetzes, welches einen Wegfall des Optionsmodells vorsieht, wird von der Wählergruppe Pro Hamm als unzureichend kritisiert. Die integrationspolitische Sprecherin der Wählergruppe Nurcan Varol kommentiert die Neugestaltung wie folgt: ,,Die Große Koalition hat sich gegen eine generelle doppelte Staatsbürgerschaft ausgesprochen. Die Neuregelung des Staatsangehörigkeitsgesetzes ist ein fauler Kompromiss, da hier EU- und Nicht-EU Bürger ungleich behandelt werden. Während die doppelte Staatsbürgerschaft für EU-Bürger schon längst Praxis ist, wird dies den Nicht-EU Bürgern vorenthalten. Das nun gültige Staatsangehörigkeitsgesetz legt fest, dass alle „Migranten“, die in Deutschland geboren sind und unter der sogenannten Optionspflicht fallen, nun zwei Pässe haben dürfen. Dass bedeutet, dass Kinder, die in der Regel ab 2000 geboren sind, sich nun nicht mit spätestens 23 Jahre für einen Pass entscheiden müssen. Das ist zu begrüßen, betrifft aber nur knapp 15 Prozent aller „Migranten“ in Deutschland. Diese Kinder haben bereits heute zwei Pässe und dürfen diese nun behalten. Hingegen wird der Generation ihrer Eltern und Großeltern ein Doppelpass verwehrt. Das neue Staatsangehörigkeitsgesetz bedeutet keine generelle Billigung der doppelten Staatsbürgerschaft. „Migranten“, die zum Beispiel 30 Jahre in Deutschland leben und vor 1990 geboren sind, dürfen nur einen Pass besitzen. Die Große Koalition bleibt mit ihren Staatsangehörigkeitsgesetz deutlich hinter ihren Erwartungen. Wir benötigen als Einwanderungsgesellschaft ein modernes Zuwanderungsgesetz bei der wir uns an Staaten wie den USA, Kanada oder Australien orientieren. Hier wird die doppelte Staatsangehörigkeit als selbstverständlich wahrgenommen.“

Nurcan Varol
Integrationspolitische Sprecherin
Wählergruppe Pro Hamm

Nurcan